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«Es gibt dauernd Angebote»: FCB-Sportkoordinator Georg Heitz (Sven Thomann)
Auf den Tribünen in Nigeria tummeln sich Scouts aus allen Ländern. Die Blöcke der Späher sind voll
mit Notizen zu Stärken und Schwächen der Talente. «Es ist das wichtigste Turnier für die Top-Klubs», weiss Fussball-Experte Ilja Kaenzig. «Bei der U20-WM sind die meisten Spieler schon bekannt. Bei der U17-WM werden die Entdeckungen gemacht.»
Zu ihnen zählen in diesem Jahr auch die Nachwuchs-Kicker aus der Schweiz. Ben Khalifa (GC), Xhaka (FCB) oder Buff (FCZ) sind nach den Siegen gegen Brasilien, Deutschland und Italien in den Blickpunkt gerückt.
Für Kaenzig ist klar: «Diese Jungs sind für die Schweizer Klubs nicht zu halten.» Der ehemalige Bundesliga-Manager (Leverkusen, Hannover) begründet: «Es ist illusorisch zu glauben, sie sollen ihre Ausbildung in der Schweiz fertig machen, wenn Europas Top-Klubs mit tollen Verträgen winken.»
Kaenzig spricht nicht von allen Spielern, aber von denen, die im Laufe des Turniers bereits ihre Klasse bewiesen haben.
«Man braucht doch nur bei anderen Nachwuchs-Turnieren zu schauen. Die auffälligsten Spieler wurden danach sofort von Grossklubs geködert.»
Das aktuellste Beispiel: Dominic Adiyiah, der nach acht Toren an der U20-WM für rund 3 Millionen Franken von Fredrikstad (Norwegen) zur AC Milan wechselte. Kaenzig kennt das Vorgehen der Klubs: «Nach dem Turnier stürzen sie sich sofort auf die Spieler und deren Berater. Mit letzter Konsequenz und Kompromisslosigkeit. Da werden unglaubliche Angebote und Versprechungen gemacht.»
Kaenzig sieht nur eine Chance für die Schweizer Klubs: «Direkt nach der Rückkehr muss man die Jungs pushen ohne Ende. Sie brauchen einen Profivertrag mit entsprechendem Gehalt, müssen ins Kader der ersten Mannschaft und dort die Chance auf regelmässige Einsätze bekommen.»
Der FC Basel versucht genau das. Super-Talent Shaqiri (18) bekam im Januar einen Profivertrag, hat mittlerweile 13 Einsätze in der Super League, erzielte gegen Xamax sein erstes Tor. Auch bei Granit Xhaka hat der FCB vorgesorgt. Vor der Abreise nach Nigeria wurde sein Vertrag bis 2012 verlängert. Einmal pro Woche trainiert er mit den Profis. Trotzdem rennen Klubs aus ganz Europa den Baslern die Bude ein. Sportkoordinator Georg Heitz: «Es gibt dauernd Angebote. Wir können nur hoffen und ihm die bestmögliche Perspektive aufzeigen.»
Ob Xhaka aber noch lange für den FCB kickt, ist äusserst fraglich. Erst recht, wenn er mit der Goldmedaille um den Hals aus Afrika zurückkehrt.