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Dreissig Schnellboot-Minuten von Hongkong entfernt liegt Macau. Die Insel, ehedem portugiesische Kolonie, ist das asiatische Zockerparadies. In den Strassen der idyllischen Altstadt klappern chinesische Zocker mit ihren Mah-Jongg-Steinen, in gigantischen Casinos sind die Spieltische rund um die Uhr belegt. Langbeinige Schönheiten warten leicht geschürzt an den Bars, um vom Glück der Gewinner zu nippen oder Verlierer um ihre letzten Reserven zu bringen.
Eigentlich gehören Glücksspiel und Prostitution zu den Lastern, die von den kommunistischen Revolutionsführern verboten wurden. Aber in Macau gelten andere Sitten. Die Insel ist durch ihre Spielindustrie die raffinierteste Geldwaschanlage Asiens.
Für den schmutzigen Zustrom von Geldern sorgen vor allem chinesische Mafia-Organisationen, die sogenannten Triaden, in rauen Mengen. Stanley Ho (88) erkannte Macaus Potenzial als Erster. Fast vier Jahrzehnte lang – bis zum Jahr 2000 – hielt er das Casino-Monopol. Mit dem organisierten Verbrechen will der Gourmet jedoch nie etwas zu tun gehabt haben.
Als die chinesischen Machthaber ein Stück vom grossen Spielbankkuchen beanspruchten, musste Ho für sich, seine vier Frauen und 17 Kinder neue Geschäftsbereiche suchen. Heute gehören seiner Dynastie die grössten Internet-Wettbüros in Macau und Shanghai. Nichts geht ohne Stanley Ho.
Über solche Plattformen haben die europäischen Fussballbetrüger ihre Einsätze platziert, die ihnen dann Gewinne in mindestens zweistelliger Millionen-Euro-Höhe brachten.
Macaus Pate: Stanley Ho (r.) wurde mit Casinos und Wettbüros reich.- AP