Zittert YB jetzt vor Sion?

  • Publiziert: 17.04.2009, Aktualisiert: 02.01.2012
play Rey feiert seinen Siegestreffer, YB mit Bregy (l.) ist geschlagen. (Keystone)

BERN - Gestern um 22.56 Uhr hielt YB-Goalie Wöfli den dritten Elfer und hext die Berner ins Cupfinal gegen Sion. Aber: War da nicht schon was? Richtig! 1991 drehten die Sittener im Wankdorf das Finale vom 0:2 zum 3:2.

Das Wankdorf-Stadion, seit dem WM-Final 1954 und dem überraschenden Titelgewinn der Deutschen weltweit bekannt, war am Pfingstmontag 1991 mit
50 000 Fans ausverkauft. Seit 1966 (FCZ – Servette 2:0) sind nie mehr so viele Zuschauer zu einem Cupfinal nach Bern gefahren.

An die 30 000 waren bei strahlendem Wetter aus dem Wallis gekommen. Fendant- und Raclette-Duft lag in der Berner Luft. Doch die Walliser im Stadion waren plötzlich mucksmäuschenstill.

Denn YB führte dank einem Eigentor von Alvaro Lopez (er machte 530 NLA-Spiele!) und Nati-Stürmer Dario Zuffi 2:0.

Sions heissblütiger Trainer Enzo Trossero (der spätere Schweizer Nati-Coach) setzte alles auf eine Karte. Der Argentinier wechselte zur zweiten Hälfte zwei Walliser Junioren ein.

Rey und Orlando schrieben Geschichte

Der 18-jährige Alexandre Rey und der nur ein Jahr ältere David Orlando schrieben Geschichte. Erst glich Orlando («Am Anfang siezte ich meine Mitspieler Brigger und Geiger») mit zwei Treffern aus, dann gelang Rey in der 79. Minute der Siegestreffer für die verrückten Walliser.

Mit der 5000-Franken-Siegprämie jettete Cup-Held Orlando darauf mit seiner Freundin in die Dominikanische Republik. Orlando plagte sich später mit Verletzungssorgen herum. Rey machte 18 Länderspiele, arbeitet heute bei Xamax. (M.K.)

YB noch weitere Rechnung offen

Sions Serie ist beeindruckend. zehnmal standen die Walliser im Cupfinal – und zehnmal verliessen sie den Platz als Sieger. In drei Finals hiess das Opfer YB!

Das letzte Aufeinandertraffen fand vor drei Jahren statt. Nach einem 1:1 nach 120 Minuten ging es für die Teams ins Penaltyschiessen. Sion siegte 5:3 nach Verlängerung. Der entscheidende Mann damals? Alberto Regazzoni verwandelte den letzten Penalty. Heute spielt der Teesiner in Bern. Ein gutes Omen also für YB?

Solche Hoffnungen brauchen die Gelb-Schwarzen zumindest. Denn schon im ersten Cupfinal zwischen den beiden Mannschaften unterlagem sie 1980. Die Walliser setzten sich mit 2:1 durch. Ob YB diese Serie zum Einreissen bringen kann? (sme)

Durchbricht YB die fantastische Serie der Walliser oder bleibt Sion das Cup-Phänomen?»

  • 62,4% Die Young Boys setzten sich zuhause durch.
  • 37,6% Sion bleibt auch im elften Cupfinal unschlagbar.