Zeigt sich CC wieder in Unterhosen?

  • Publiziert: 19.05.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Micha Zbinden

BERN – YB zittert im Cupfinal vor Christian Constantin! Wird sich der Sion-Präsident am Mittwoch zu später Stunde vor lauter Freude über den vermeintlichen 11. Cupsieg wieder ausziehen?

Einen Mann haben sie in Bern vor dem Cupfinal 2006 zwischen YB und Sion bös unterschätzt: Sion-Präsident Christian Constantin, der mit allen Wassern gewaschen ist.

Schon im Vorfeld des Cupfinals vor drei Jahren fabriziert CC einen veritablen Nervenkrieg. Sion tritt im Endspiel nur unter Protest an. Grund: YB, der haushohe Favorit, setzt gegen das unterklassige Sion seinen brasilianischen Mittelfeld-Akteur Everson ein. CC ist fest der Überzeugung, dass der Brasilianer gesperrt sei. Da helfen auch alle Schlichtungsversuche von YB-Boss Niedermaier nichts.

Nach 120 Minuten steht es 1:1-Unentschieden. Kämpfer Everson avanciert zur tragischen Figur, reisst sich im Spiel das Kreuzband. Umittelbar vor dem Penaltyschiessen zeigt CC dann, wer bei Sion das Sagen hat: Er trommelt seine Elf demonstrativ zusammen und hält wild gestikulierend eine Brandrede.

Die Zuschauer im Stadion halten den Atem an, die YB-Akteure schielen scheu zu den überzeugten Wallisern rüber. Sion-Trainer und Notnagel Moulin steht wortlos und diskret daneben, lauscht den Worten seines mächtigen Präsidenten. Zum Abschluss machen die Sion-Spieler einen Kreis, der Patron selbst in der Mitte.

Der Siegeswille von Constantin überträgt sich auf sein Team. Sion gewinnt tatsächlich im Elfmeter-Krimi den zehnten Cup im zehnten Finalspiel!

Kein Wunder kennt der Jubel im Wallis und vor allem in der Sion-Garderobe keine Grenzen. Als Höhepunkt zieht sich CC auch noch bis auf die Unterhosen aus.

YB - Sion live

Blick.ch wird den Cupfinal im kommentierten Live-Ticker anbieten. Ab 20.30 Uhr geht es los. Unsere Moderatorin Nina Wohlgemuth ist in Bern mit dabei, Interviews und Reaktionen gibt es nach dem Spiel.

Parallelen

Auch vor dem diesjährigen Cupfinal sorgt CC für Aufregung: Angefangen hat es mit einem Brief an den SFV. In diesem beschwert sich Constantin zuerst über den Cup-Final-Ball. Nicht ganz zu Unrecht, denn selbst in YB-Kreisen ist man befremdet über die Kugel in Gelb und Purpurrot, die – aus der Ferne betrachtet – einwandfrei als YB-Farben durchgehen.

Doch ebenso wie die Kugel gibt CC der Schiedsrichter zu denken. Vor der Nominierung von Claudio Circhetta schrieb der streitbare Architekt dem SFV, René Rogalla lehne man im Wallis rundweg ab. Und es solle doch bitte schön ein Ausländer sein. Schiri-Boss Urs Meier hatte für solcherlei Gebaren taube Ohren und bot Circhetta auf. Dies stiess CC erneut sauer auf.

Er liess sich die Bilanz des FC Sion unter Circhetta herausschreiben und stellte mit Schrecken fest: Es ist eine Horrorbilanz! Seit dem Aufstieg in die Super League hat der Basler acht Sion-Spiele geleitet. Sion gewann nie und verlor sechsmal. Die Walliser kassierten fünf Rote und 19 Gelbe Karten sowie drei Penaltys – die jeweiligen Gegner hingegen nur gerade 14 Verwarnungen, eine Rote und keinen Elfmeter. Die Theorie von CC: Seit dem nicht geahndeten und medial ausgeschlachteten «Killerfoul» von Gökhan Inler (damals beim FCZ) im Dezember 2006 ist Circhetta in Sachen Sion nicht mehr objektiv.
(Alain Kunz)

YB-Fans

Die YB-Fans versammeln sich bereits um 14 Uhr auf dem Berner Waisenhausplatz. Um 17.30 Uhr laufen sie gemeinsam zum Stadion. Die Route führt über Zeughausgasse, Nydeggbrücke via Aargauerstalden zum Stadion. Der Dresscode für alle YB-Fans: Gelb!

Frauencupfinal

Liebhaber des Frauenfussballs aufgepasst: Radio-gelb-schwarz.ch wird im Internet auch den Frauencupfinal zwischen dem FC Schlieren und Rot-Schwarz Thun übertragen. Bereits um 16.30 Uhr sind die Kommentatoren Ruchti und Klopfenstein auf Sendung – ein Acht-Stunden-Marathon.