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YB-Goalie Marco Wölfli sieht keinen Anlass zur Sorge, will auch in Sion punkten. (Keystone)
An was erinnern Sie sich noch vom Cupfinal 2006?
Marco Wölfli: Es war einfach eine bittere Niederlage. Doch ich bin niemand, der in der Vergangenheit lebt. Ich schaue lieber vorwärts.
Im «Blick» bekamen Sie damals die Note 3,5 mit der Begründung: «Erst ein Flop, dann keine Mauer beim 1:1. Keine Penalty-Parade».
Ja, ja, das ist halt so. Wenn du einen Cupfinal verlierst, kann man auch nicht positiv über dich schreiben.
Gelten Sie nach dem Halbfinal-Sieg gegen Basel mit Ihren drei Paraden im Elferschiessen als Penalty-Killer?
Das tönt schön und gut. Penaltyschiessen sind immer auch eine Lotterie und es braucht dabei Glück und Bauchgefühl. Jeder Goalie hat da ein eigenes Rezept. Der eine hüpft herum, ich konzentriere mich lieber auf eine Ecke und versuche, dass der Schütze nicht herausfindet, welche es ist.
Wie vor drei Jahren ist YB wieder der grosse
Favorit. Wie gross ist der Respekt vor Sion?
Was heisst Favorit? Im Final entscheiden Kampf und Kopf. Sicher, wir haben einen leichten Heimvorteil.
Sion war in zehn Cupfinals und konnte alle gewinnen. Ist das bei euch im Team ein Thema?
Das ist schön für Sion. Doch es ist Vergangenheit. Diese Statistiken sind mir egal. Mich interessiert, wie gesagt, mehr die Zukunft.
Haben Sie schon einmal einen Pokal gewonnen?
(lacht) Ja, den Obi-Cup.
Als YB 1987 zum letzten Mal einen Pott gewonnen hat, waren Sie knapp vier Jahre alt. Kommen jetzt die Cracks von damals und geben euch Tipps?
Nein, Tipps geben sie uns nicht. Die brauchen wir auch nicht. Aber sie werden auf der Tribüne mit uns mitfiebern und uns so positive Energie geben. Der Verein, das Team und die ganze Region warten sehnlichst darauf, dass wir endlich wieder einen Pokal holen.
Im Herbst gaben Sie ihr Nati-Debüt. Heute können Sie mit YB erstmals etwas gewinnen. Ist das die grösste Saison Ihrer Laufbahn?
Sicher ist es bisher eine erfolgreiche Saison. Gewonnen habe ich aber noch nichts. Heute will ich einfach meinen Beitrag dazu leisten, dass sich das ändert.
Ihr Tipp für den Final?
Ich sage nur, dass wir alles für den Sieg geben. Cool wäre, wenn wir zu Null spielen. (Interview: Hans-Jörg Gasser)