BERN - Nach den umstrittenen Schiri-Entscheiden im Cupfinal kommt der Vorwurf wieder hoch, der FC Basel werde regelmässig bevorteiligt. Gibts den Bebbi-Bonus wirklich oder spricht hier nur der Neid der Verlierer?
«Krasse Entscheidungen», hadert FCL-Trainer Murat Yakin. Penalty nicht gegeben, Rot nicht gegeben. Die Luzerner fühlen sich von Schiedsrichter Daniel Wermelinger benachteiligt. Der sagte nach dem Cupfinal nur, er habe die strittigen Szenen leider nicht gesehen.
Jetzt flammt die Diskussion wieder auf: Gibts bei den Schiris den Bebbi-Bonus? Pfeifen die eigentlich Unparteiischen im Zweifelsfall für die Grossen?
Fakt ist: Schon im Halbfinal gegen den FC Winterthur half der Schiedsrichter mit, dass sich der Grosse gegen den Kleinen durchsetzte. Ref Alain Bieri schaute weg, als FCB-Goalie Sommer FCW-Stürmer Kuzmanovic im Strafraum umriss. Bieri musste später zugeben: Rot und Penalty wären richtig gewesen. Am Ende gewann Basel gegen Winterthur 2:1 und qualifizierte sich so für den Cupfinal.
FCL-Torhüter David Zibung hat ein Déjà-vu: Gestern ärgerte er sich über den Schiedsrichter genauso wie bei seinem letzten Cupfinal gegen Basel 2007. In der letzten Minute gab Schiedsrichterin Nicole Petignat damals einen zweifelhaften Penalty für Basel, stellte Zibung vom Platz. Folge: Tor und Cupsieg für den FCB.
Auch die Young Boys beklagen sich immer wieder über Schiris bei Basel-Spielen. Zu reden gab zum Beispiel der Fall, als der Baselbieter Schiedsrichter Claudio Circhetta als Abschiedsgeschenk das Spiel Basel-YB pfeifen durfte. Der damalige YB-Trainer Vladimir Petkovic meinte nach der Niederlage, es sei schwierig, gegen 12 Spieler zu gewinnen.
Und der ehemalige YB-Sportchef Alain Baumann sagte nach einem FCB-Match mit Schiri-Fehlentscheiden: «Das ist wohl der Bonus, den sich der FC Basel über Jahre hinweg erarbeitet hat.»
Es sind aber nicht immer nur die Basler im Visier der Schiri-Kritik. Als der FCZ Meister wurde, kam aus Basler Ecke der Vorwurf, die Refs bevorteiligten die Zürcher. Und die Welschen forderten vor zwei Jahren ausländische Schiedsrichter, weil sie sich gegenüber Deutschschweizer Klubs benachteiligt fühlten.
Das einzige, was bisher in der Schiri-Debatte statistisch belegt ist: Schiedsrichter bevorteiligen grundsätzlich eher das Heimteam, weil dieses mehr lautstarke Fans im Rücken habe, wie ein Professor der Uni Chicago herausgefunden hat.
Daran zumindest kanns im Cupfinal nicht gelegen haben: Luzerner wie Basler Fans unterstützten ihre Mannschaft ähnlich laut und euphorisch. (roc)
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