Neuchâtel Xamax im Cup-Halbfinal Thun-Drama vom Penaltypunkt

  • Publiziert: 02.03.2011, Aktualisiert: 03.01.2012

THUN - BE - Der FC Thun gleicht in der 120. Minute zum 1:1 gegen Xamax aus. Doch aus elf Metern versagen die Schützlinge von Murat Yakin.

Thun verpasst es, zum dritten Mal in seiner Vereinsgeschichte in den Cup-Halbfinal vorzustossen. Die Berner Oberländer unterliegen daheim Neuchâtel Xamax unglücklich nach Penaltyschiessen. Nach 120 Minuten steht es 1:1.

In der Nachspielzeit der ersten Hälfte der Verlängerung geschieht in einer enttäuschenden Partie auf erbärmlichen Rasen endlich Entscheidendes. Via Kopf von Thuns Stipe Matic und Xamax Gohou landet der Ball an der Strafraumgrenze vor den Füssen des eingewechselten Geoffrey Tréand. Der Franzose trifft mit einem schönen Volleyschuss.

Die Neuenburger, die zuvor harmlos agieren, können aber den Vorsprung nicht über die Zeit retten. Es ist so was wie ausgleichende Gerechtigkeit, dass der Zufall auch Thun zur Hilfe kommt: In der 120. Minute kommt Klose nach einer Reihe von missglückten Pässen unverhofft zum Abschluss. Das 1:1 nützt Thun letztlich nichts, weil im Penaltyschiessen keiner der Berner Schützen trifft, während bei Xamax, das zum 10. Mal im Cup-Halbfinal steht, alle drei Angetretenen ihren Schuss ins Ziel bringen.

Bis zum Gegentreffer ist Thun die bessere Mannschaft. Logischerweise kommen die Berner Oberländer mit dem eigentlich unbespielbaren Rasen im Lachenstadion besser zurecht. Ein Fussballspiel, das diesen Namen verdient, entseht trotzdem nie.

Der unebene Untergrund macht einen gepflegten Spielaufbau nahezu unmöglich, und die hohen Bälle in den Strafraum sind meistens eine sichere Beute für die Abwehrreihen. Dementsprechend ereignislos verläuft der Grossteil der zweistündigen Partie.

Thun ist gegen die Kunstrasen gewohnten Xamaxiens ein wenig aktiver und bestitz in der regulären Spielzeit die besseren Torchancen. In der 10. Minute läuft Andreas Wittwer alleine auf Xamax-Goalie Jean-François Bédénik zu, verfehlt aber das Ziel.

Die weiteren brenzligen Situationen sind genauso wie die Treffer dem Zufall zu verdanken oder entspringen Standardsituation. Zweimal spielt dabei Neuenburgs Abwehrchef Stéphane Besle eine wichtige Nebenrolle. Zunächst nach einer guten halben Stunde, als er ungewollt mit einem Ablenker seinen eigenen Keeper fordert. Bedenik besteht den Test mit Auszeichnung. Nach einer Stunde unterläuft Besle dann einen weiten Pass und ermöglicht so Marc Schneider einen Schuss, der die Latte streift (60.). (Si/rae)

Das Telegramm

Thun – Neuchâtel Xamax 1:1 (0:0, 0:0) n.V. Neuchâtel Xamax 3:0-Sieger im Penaltyschiessen

Lachen: 2385 Zuschauer, SR: Studer.

Tore: 105. Tréand 0:1. 120. Klose 1:1. – Penaltyschiessen: Tréand 0:1. Matic verschiesst. Gohou 0:2. Schneider verschiesst. Niasse 0:3. Taljevic verschiesst (Bedenik hält).

Thun: Da Costa; Lüthi, Matic, Klose, Schneider; Andrist (102. Volina), Bättig, Sanogo, Wittwer; Proschwitz (71. Lezcano), Rama (46. Taljevic).

Neuchâtel Xamax: Bedenik; Besle, Keller, Page, Paito; Binya, Niasse, Mveng, Facchinetti (80. Tréand); Almerares (100. Gohou), Nuzzolo (100. Fausto).

Bemerkungen: Thun ohne Schirinzi (gesperrt), Hediger, Demiri, Schindelholz, Reinmann (alle verletzt) und Glarner (krank). Xamax ohne Geiger und Ismaeel (beide verletzt). 60. Latten-Streifschuss von Schneider. Verwarnungen: 70. Proschwitz (Unsportlichkeit). 72. Paito (Foul). 74. Almerares (Reklamieren). 75. Sanogo (Unsportlichkeit). 117. Mveng (Foul). 117. Schneider (Unsportlichkeit).
play Alle drei Thuner Elfemter-Schützen versagen vom Punkt. (Keystone)