Nach Stinkefinger-Affäre wollte Schiri sogar zurücktreten De Gregorio: «Busaccas Ausraster bleibt unverzeihlich!»

  • Publiziert: 21.09.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Walter De Gregorio

BLICK-Sportchef Walter De Gregorio spricht über Schiedsrichter Busacca und seinen Stinkefinger im Cup-Spiel Baden – YB.

Vor einem Monat wurde Massimo Busacca an der Nacht des Schweizer Fussballs zum Schiedsrichter des Jahres gekürt. Zum fünften Mal in Folge! Wenige Wochen zuvor hatte er den Final der Champions League gepfiffen. ManU gegen Barcelona, Ronaldo gegen Messi. Eine Topleistung von Busacca. Vor einem Milliardenpublikum am TV.

Und dann der Stinkefinger in der Aargauer Provinz. Eine Handvoll Trottel, die ihn provozieren. Und der beste Schiedsrichter Europas, wenn nicht gar weltweit, verliert die Nerven. Mamma mia, Massimo! Che cazzata hai fatto. Was für einen Blödsinn hast du nur gemacht. Bei allem Verständnis für diese menschliche Schwäche, sein Ausraster bleibt unverzeihlich!

Mamma mia, Massimo!

Gestern am Telefon sagte mir Busacca, dass er im ersten Moment sogar ans Aufhören dachte. Wieso tue ich mir das an? Wofür mache ich das alles? Als Amateur unter Profis. Keine Zeit, sich richtig vorzubereiten. Er ist ein perfekter Botschafter für unser Land, ein Land, das keine Weltstars hat als Fussballer, aber einen Weltstar als Schiedsrichter. Und dann wird der zu Hause angefeindet, bedroht, gedemütigt.

Es sind Fragen, die Antworten verlangen. Aber nicht jetzt und hier. Und nicht mittels Stinkefinger. Als höchste Autorität auf dem Platz hat Busacca mit seiner Geste eben diese Autorität aufs Spiel gesetzt. Was ist, wenn er in Zukunft einen Spieler verwarnt, weil dieser beim Torjubel das Trikot auszieht? Es wird lächerlich wirken. Kann man ihn als Autorität noch ernst nehmen?

Man kann. Schwäche zeigen hat nichts mit Schwäche zu tun. Busacca bleibt ein Top-Schiri. Aber er ist angreifbar geworden, sehr sogar!

play Walter De Gregorio, Sportchef.