Constantin hört Handys seiner Spieler ab

  • Publiziert: 22.11.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

In Sion beugt man Manipulationen vor. Christian Constantin lässt vor wichtigen Spielen die Telefone seiner Spieler abhören.

Der Wettskandal erschüttert den Fussball – und es kommen täglich immer mehr Details ans Licht (siehe Kasten rechts).

Für Christian Constantin kommt der Wettbetrugskandal wohl nicht allzu überraschend. Denn der Sion-Präsident ging schon in der Vergangenheit gegen mögliche Manipulationen vor – auf seine eigene Art und Weise.

Wie CC in der Tagesschau erklärt, hört er vor gewissen Spielen die Telefone seiner Spieler ab. «Vor internationalen Spielen, die gefährdet sind, machte ich das. Ich hatte dies jeweils beim Richter beantragt», so Constantin zu seinem ganz persönlichen Frühwarnsystem.

Auch Sion ist in ein verschobenes Spiel verwickelt – allerdings ohne eigene Schuld. Das Testspiel gegen NK Travnik ist gemäss Constantin manipuliert worden. Der bosnische Gegner hatte das Spiel «verkauft». (sme)

Update

Die Drahtzieher in Europas grösstem Manipulationsskandal sind laut Berliner Morgenpost eine fünfköpfige Gruppe. Neben Ante Sapina (Blick.ch berichtete) sollen vier weitere Berliner mit südosteuropäischer Herkunft zu der Gruppe gehören.

Skandal weitet sich aus

Der Wettskandal in Europa weitet sich aus. Während in der Schweiz und Deutschland untere Ligen betroffen sind, kommt es in Kroatien und der Türkei knüppeldick. Wie die «Süddeutsche» am Sonntag berichtet, sind dort jeweils Spiele der 1. Liga unter Verdacht.

Die Liste der verdächtigen Spiele:


  • 26. April 2009: Kroatien, erste Liga. NK Zadar – Hajduk Split 0:3. Spieler von Zadak sollen 30000 Euro erhalten haben, damit sie das Heimspiel verlieren.
  • 4. April 2009: Türkei, erste Liga. Ankaraspor – Bursapor 0:2. Spieler sollen geschmiert worden sein, dass Ankaraspor mit zwei Toren Unterschied verliert.
  • 14. März 2009: Belgien, zweite Liga. Olympique Charleroi – UR Namur 3:0. Namur-Spieler sollen Schmiergeld kassiert haben, damit sie mit mindestens drei Toren Differenz verlieren.
  • 21. März 2009: Belgien, zweite Liga. UR Namur gegen Oud-Hevelee Leuven 0:2. Wieder sind die Spieler von Namur involviert. Diesmal sollen sie mit zwei Toren Unterschied verlieren.

Sind Sie überrascht, dass auch die Schweiz in den Wettskandal involviert ist?»

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