Volle Breitseite von den Super-League-Trainern Constantin: Heftige Häme von Trainer-Stars

  • Aktualisiert am 19.01.2012
  • Umfrage: Andreas Böni, Nicola Berger, Heiko Ostendorp, Thomas Renggli, Bruno Hayoz, Michel Wettstein
Kabarett: Die Schweizer Coachs sehen in der Aktion von Constantin einen Affront gegenüber ­ihrem Berufsstand.- Illustration: Igor Kravarik

Christian Constantin als Trainer - es hagelt heftig Häme von seinen «Berufs-Kollegen». Die BLICK-Umfrage unter den Super-League-Trainern und Nati-Coach Ottmar Hitzfeld.

Morgen in Bellinzona wird Christian Constantin (51) Sion erstmals als Trainer betreuen. Wegen Innenraum-Verbots wird er auf der Tribüne sitzen, die Aufstellung wird er jedoch machen. Ohne jemals einen Trainerkurs, geschweige denn ein Diplom, gemacht zu haben.

Unter den Trainern regt sich Widerstand. Man regt sich auf, dass ein Architekt einfach diesen Job übernimmt. BLICK sprach mit den zehn wichtigsten Trainern der Schweiz. Es fallen Worte wie «Circus», «lächerlich», «Affront» – der Aufstand der Trainer. Die Stimmen:

Rolf Fringer (Luzern): «Sachlich zu erklären, warum das Unsinn ist, ist müssig. Ich erkläre Ihnen auch nicht, warum ich nicht aus 150 Metern auf den Boden springe. Jedes Wort ist zu viel – das ist Kabarett und für mich ein Schlag ins Gesicht. Die Trainer müssen sich vor dieser Konkurrenz nicht fürchten. Der Einzige, der sich wirklich Sorgen machen muss, ist der Circus Knie!»

 Christian Gross (Basel): «Was ich davon halte? Nichts, absolut gar nichts! Der Trainerjob ist ganz speziell, da geht es nicht nur um Motivation und Aufstellung. Das ist ein sehr komplexer Beruf. Klar war er mal Torwart, setzt sich intensiv mit Fussball auseinander. Trotzdem sollte Constantin erstmal in einer unteren Liga oder im Nachwuchsbereich Erfahrung sammeln. Ich finde es toll, wie er für den Klub einsteht, aber vielleicht ist er momentan zu temperamentvoll. Und die Anzahl der Trainer in den letzten Jahren spricht nicht für sein geschicktes Management

Bernard Challandes (FCZ): «Für mich gibt es keinen Trainer ohne Diplom. Es ist mir prinzipiell zwar egal, wie in Sion die Arbeitsaufteilung zwischen Präsident, Trainer und Sportchef läuft, aber es ist ganz klar, dass der Klub einen Trainer mit Uefa-Pro-Lizenz verpflichten muss. Und dass dieser die Trainings leiten und während der Spiele auf der Bank sitzen muss. Vor allem von den Trainern ist in dieser Frage Solidarität gefragt. Denn geht es darum, unseren Berufsstand zu schützen.»

 Ryszard Komornicki (Aarau): «Das schadet dem Fussball und macht den Trainerjob lächerlich. Ich finde, der SFV sollte einschreiten. Für irgendetwas haben wir ja Regeln.»

Wie wird man Trainer?

Lesen Sie im BLICK, wie man in der Schweiz offiziell das Trainerbrevet erhält.

Mehr Meinungen im BLICK

Lesen Sie im BLICK, was Nestor Clausen (Xamax), Vladimir Petkovic (YB), Marco Schällibaum (Bellinzona),Hanspeter Latour (GC) und der Natitrainer Ottmar Hitzfeld zu Constantin als Trainer sagen.

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