Barça-Star Messi trifft nur Pfosten und Latte. Die Katalanen verabschieden sich nach einem 2:2 gegen Chelsea aus der Königsklasse. Roberto Di Matteo mauert und kontert Chelsea in den Final.
Auch im Camp Nou wählt Roberto Di Matteo die Handball-Taktik. Der 41-Jährige lässt seine Blues gegen Barça wie die Kadetten aus seiner Heimatstadt Schaffhausen verteidigen.
Zu zehnt verbarrikadieren die Blues das eigene Gehäuse und spielen konsequent auf Zeit. Vorne lauert einsam Didier Drogba. Der berühmte italienische Catenaccio ist im Vergleich mit Chelseas Auftritt geradezu ein offensives Feuerwerk.
35 Minuten hält Di Matteos Riegel dem Barça-Angriffswirbel stand. Dann trifft Busquets ins Netz. 1:0 für Barça – der Rückstand aus dem Hinspiel ist aufgeholt.
Nur zwei Minuten später der nächste Schock für Di Matteo! Sein Captain haut Alexis Sanchez das Knie in den Rücken, John Terry sieht für diese Tätlichkeit zu Recht Rot.
11 Katalanen gegen 10 Engländer. Und zwei Minuten vor der Pause erhöht Andres Iniesta auf Pass von Lionel Messi sogar noch auf 2:0. Der Champions-League-Halbfinal scheint gelaufen – Barcelona auf direktem Weg zum Finalspiel nach München.
Dann kommt der grosse Auftritt von Ramires. Der 25-jährige Brasilianer chippt den Ball aus vollem Lauf über Barça-Keeper Valdes in die Maschen. Abgezockter gehts gar nicht! Ramires wie in einem Trainingsspielchen!
Chelsea hat den verrückten Halbfinal wieder gedreht, geht mit dem 1:2 in die Pause. Steht, wenns denn so bleibt, im Final. Matthias Sammer, der ehemalige Champions-League-Sieger mit Borussia Dortmund, wundert sich auf Sky: «Das kann doch nicht reichen für Chelsea. Das darf nicht passieren. Ich wäre sprachlos!»
Aber es reicht. Dank einer grandiosen Abwehrschlacht und dank Barças Superstar Lionel Messi. Der Weltfussballer wird zur tragischen Figur des Abends.
Kurz nach dem Seitenwechsel haut Drogba im eigenen Sechzehner Fabregas um. Doch Messi knallt den Penalty an die Latte. Es hängt ein Fluch über Messi. Kurz vor Schluss trifft der «Flo» nur den Pfosten. Messi & Co. laufen an – und laufen auf.
In der Nachspielzeit macht Fernando Torres den Sack zu, 2:2. Wahnsinn! Di Matteo mauert und kontert mit Chelsea Messi und Titelverteidiger Barça aus der Champions League! Der Schaffhauser macht beste Werbung in eigener Sache, sammelt fleissig weiter Punkte bei Chelsea-Boss Abramowitsch für eine Festanstellung als Cheftrainer.
Chelsea im Final, Barça draussen. Nur Zufall? Kaum. Mittlerweile ist Chelsea gegen die Spanier siebenmal in Serie unbesiegt. Es scheint, als hätten Chelseas Handballer die Lösung gegen die verspielten Fussballkünstler um Messi und Xavi gefunden.
Alle Kommentare (9)