Sind die FCZ-Spieler Bubis?

  • Aktualisiert am 19.01.2012
  • Von Micha Zbinden

ZÜRICH - Mit seiner Robustheit hat Marseille den FC Zürich im eigenen Stadion bezwungen. Die Frage stellt sich: Ist der FCZ zu weich für die Königsklasse?

«Ich bin frustriert, wird sind zu nett», sagt FCZ-Trainer Bernard Challandes nach der unnötigen 0:1-Niederlage gegen Marseille. In der Tat: Der FCZ lässt sich von der physischen Robustheit der Franzosen den Schneid abkaufen.

Auch wenn das Zweikampf-Verhalten der Marseille-Akteure sehr hart und oft am Rande der Legalität ist – die physische Präsenz auf dem Platz macht den Unterschied aus. Einzig in der Sparte «internationale Härte» ist das grosse Marseille mit dem Budget von 100 Millionen Euro (!) dem amtierenden Schweizer Meister überlegen. Ansonsten halten die Zürcher munter mit, hätten einen Punkt verdient gehabt.

Der Captain lebt es vor

Das Team von Challandes versagt im Kollektiv, nur drei FCZ-Akteure können mit der Spielweise von Marseille mithalten: Da ist die Innenverteidigung mit Captain Hannu Tihinien und Alain Rochat. Und wenn Tihinen sagt, dass sie alle Zweikämpfe verloren hätten, kann er damit nicht sich selber gemeint haben. Der Finne spielt überragend, überzeugt mit einer unglaublichen Präsenz und hat nur einmal – beim Gegentor – seine Abwehr nicht ganz im Griff.

Ein Lichtblick gibt es auch im Sturm. Dank seiner Schnelligkeit und der fussballerischen Klasse hat auch der eher kleine Vonlanthen (1,76 Meter) keine Probleme mit der ruppigen Spielweise des französischem Champions. Der ballsichere Nationalspieler tänzelt die Verteidigung gekonnt aus, bleibt aber oft am dritten Gegenspieler hängen.

Die Chance, sein Bubi-Image loszuwerden, kommt für den FCZ gleich im nächsten Spiel in der Champions League. Am 3. November kommt es im Stade Velodrome zur grossen Revanche gegen Marseille.

Die Warnung von Bickel

FCZ-Sportchef Fredy Bickel warnte bereits vor dem Spiel. «Marseille ist in dieser Gruppe der unangenehmste Gegner. Real Madrid und Milan sind spielerisch stark, das liegt uns besser. Gegen physisch starke Teams wie Marseille hatten wir in der Vergangenheit grosse Mühe.»

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