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Schneid abgekauft: Sind die FCZ-Spieler Bubis?

ZÜRICH - Mit seiner Robustheit hat Marseille den FC Zürich im eigenen Stadion bezwungen. Die Frage stellt sich: Ist der FCZ zu weich für die Königsklasse?

Von Micha Zbinden | Aktualisiert um 18:55 | 22.10.2009


«Ich bin frustriert, wird sind zu nett», sagt FCZ-Trainer Bernard Challandes nach der unnötigen 0:1-Niederlage gegen Marseille. In der Tat: Der FCZ lässt sich von der physischen Robustheit der Franzosen den Schneid abkaufen.

Auch wenn das Zweikampf-Verhalten der Marseille-Akteure sehr hart und oft am Rande der Legalität ist – die physische Präsenz auf dem Platz macht den Unterschied aus. Einzig in der Sparte «internationale Härte» ist das grosse Marseille mit dem Budget von 100 Millionen Euro (!) dem amtierenden Schweizer Meister überlegen. Ansonsten halten die Zürcher munter mit, hätten einen Punkt verdient gehabt.

Der Captain lebt es vor

Das Team von Challandes versagt im Kollektiv, nur drei FCZ-Akteure können mit der Spielweise von Marseille mithalten: Da ist die Innenverteidigung mit Captain Hannu Tihinien und Alain Rochat. Und wenn Tihinen sagt, dass sie alle Zweikämpfe verloren hätten, kann er damit nicht sich selber gemeint haben. Der Finne spielt überragend, überzeugt mit einer unglaublichen Präsenz und hat nur einmal – beim Gegentor – seine Abwehr nicht ganz im Griff.

Ein Lichtblick gibt es auch im Sturm. Dank seiner Schnelligkeit und der fussballerischen Klasse hat auch der eher kleine Vonlanthen (1,76 Meter) keine Probleme mit der ruppigen Spielweise des französischem Champions. Der ballsichere Nationalspieler tänzelt die Verteidigung gekonnt aus, bleibt aber oft am dritten Gegenspieler hängen.

Die Chance, sein Bubi-Image loszuwerden, kommt für den FCZ gleich im nächsten Spiel in der Champions League. Am 3. November kommt es im Stade Velodrome zur grossen Revanche gegen Marseille.
Umfrage
Sind die FCZ-Spieler zu weich für die Champions League?
Ja
78.53%
Nein
21.47%

Die Warnung von Bickel

(Keystone)
(Keystone)

FCZ-Sportchef Fredy Bickel warnte bereits vor dem Spiel. «Marseille ist in dieser Gruppe der unangenehmste Gegner. Real Madrid und Milan sind spielerisch stark, das liegt uns besser. Gegen physisch starke Teams wie Marseille hatten wir in der Vergangenheit grosse Mühe.»

Die entscheidende Szene in der 69. Minute: Heinze (r.) nimmt eine Flanke von Lucho Gonzalez direkt ab und lässt Leoni keine Chance. (Toto Marti)
Der Ball schlägt zum 1:0 für Marseille ein. (Toto Marti)
Gabriel Heinze wird mit diesem Tor zum Matchwinner. (Reuters)
Die Marseille-Fans heizen im kalten Letzigrund so richtig ein. (AP)
Momentan sitzt Abdi beim FCZ nur noch auf der Bank. (Keystone)
Milan Gajic hat einen schweren Stand. (Toto Marti)
Und Alain Rochat kickt den Ball auf die Tribüne. (Keystone)
Florian Stahel versucht Marseille-Captain Mamadou Niang zu stoppen. (Reuters)
Vonlanthen und Heinze schauen dem Ball nach. (Reuters)
FCZ-Trainer Bernard Challandes ist unzufrieden. (Keystone)
Johan Vonlanthen im Duell mit Hilton. (Reuters)
Okonkwo kommt vor Brandao an den Ball. (Keystone)
Johnny Leoni bewahrt den FCZ vor der Pause gegen Brandao vor dem Rückstand. (Reuters)
Johnny Leonis Rettungstat aus der Hintertor-Perspektive. (Reuters)
Lucho Gonzalez zieht ab, Florian Stahel bleibt das Nachsehen. (Keystone)
Alain Rochat im Luftkampf mit Brandao. (AP)
Johan Vonlanthen bringt vor allem nach der Pause etwas Schwung in die Bemühungen der Zürcher. Im Grossen und Ganzen agiert aber auch er unglücklich. (Toto Marti)
Der Argentinier Heinze (l.) trifft in der 69. Minute zum 0:1. (Reuters)
Heinze feiert mit einem Ersatzspieler. (Reuters)
Die Zürcher sind enttäuscht. Dieser Gegner war schlagbar. (Toto Marti)
Das sagen Blick.ch-Leser
Anja Hame, Muttenz - 22:46 | 22.10.2009
» Tja Herr Gut, sieht eigentlich ganz gut aus für Basel;-)
Fiko Huber, Dübendorf - 16:45 | 22.10.2009
» Der FCZ hat bisher in der Champions League auf jeden Fall eine bessere Leistung gezeigt, als gewisse Personen in diesem Forum mit Ihrer Grammatik an den Tag legen.
Fiko Huber, Dübendorf - 16:39 | 22.10.2009
» Nun, es ist anscheinend eine Schweizer Eigenschaft, nach Niederlagen immer wieder laut auszurufen. Hätte der FCZ gewonnen, wären die meisten Kritiker wieder die grössten Fans! Sobald eine Niederlage erfolgt erklingen sinnlose Äusserungen. Vor Zürichs Sieg gegen Milan, hat kaum jemand an Punkte geglaubt. Nun spricht man von einer knappen Niederlage als hätte diese niemals passieren dürfen. Wir sind nicht Milan oder Madrid. Wenn wir dennoch Punkte holen können, ist dies schon eine Super Leistung!
Nino Hirschi, Zürich - 16:37 | 22.10.2009
» Vielleicht sollte Herr Bickel und Herr Canepa einfach mal den Tatsachen ins Auge sehen und Abdi spielen lassen. Denn es geht hier nämlich um Fussball, Tore und Siege! Wenn man bedenkt, dass Abdi letztes Jahr 19 Tore und 10 Assits gemacht hat, fragt man sich über das schlechte Managment des FCZ. Was soll das? Für mich ist dies ein regelrechtes Trotzverhalten von Herrn Canepa, dass er Abdi nicht spielen lässt... Lieber auf Platz 5 in der Super League, Hauptsache Abdi hat nicht gespielt?
Freddy Huber, Interlaken - 15:11 | 22.10.2009
» Die FCZ'ler sind nur durch unfaires "Ellenbogen-Ausfahren" und andere Mätzchen aufgefallen, das hat aber nichts mit Härte zu tun, OM hätte in punkto Härte ohne weiteres noch eine Schippe drauflegen können, Stahel war dennoch einer der Besten auch wenn man ihm jetzt das Tor ankreidet.
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