
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Es ist kalt im Zürcher Letzigrund, als um 20.42 Uhr die Champions League-Hymne ertönt. Zum zweiten Mal gastiert die Königsklasse im Letzi. Eine gewisse Nervosität ist vor allem bei den Zürchern von Beginn an zu spüren. Marseille hat leichte Vorteile, der FCZ konzentriert sich in erster Linie auf die Defensive. Nach vorne läuft wenig.
Erster Aufreger in der dritten Minute: Nach einem Freistoss von Cheydou kann Leoni den Ball nicht festhalten. Brandao verwertet den Abpraller und knallt das Leder ins Tor! Zum Glück für die Zürcher steht er aber im Abseits. Ein leiser Weckruf für beide Mannschaften. Auch die Zürcher kommen wenig später durch Alphonse zu einem Abschluss, das Spiel plätschert jedoch grösstenteils vor sich hin.
Grosstat von Johnny Leoni
Dann, kurz vor Ende der ersten Halbzeit, drehen die Südfranzosen auf. In der 44. Minute rettet Johnny Leoni mit einer grossartigen Parade: Niang läuft über die Seite und bringt den Ball scharf in die Mitte, wo Brandao aus nächster Nähe abzieht. Leoni hält mit einem Wahnsinns-Reflex! Für die Zürcher kommt danach der Halbzeitpfiff zum richtigen Zeitpunkt.
Nach der Pause kommen die Zürcher etwas wacher aus der Kabine. Allerdings fehlt noch immer der entscheidende Pass in die Tiefe oder ein gefährlicher Abschluss aus der zweiten Reihe. So kommt es, wie es kommen muss: In der 69. Minute bringt Lucho Gonzalez eine Flanke zum weiten Pfosten, Gabriel Heinze steht völlig ungedeckt und schiesst zum 1:0 ein.
Der FCZ kann nicht mehr reagieren
Schock für den FCZ. Marseille lässt danach alles noch ruhiger angehen, die Zürcher müssen das Spiel gestalten. OM macht es den Gastgebern nicht einfach: Eine kompakte Leistung der Franzosen im Mittelfeld verhindert immer wieder Angriffe der Zürcher und zwingt vor allem Margairaz und Gajic zu einer Fehlpass-Flut.
Der Schweizermeister rennt an und kommt noch zur einen oder anderen Torchance. Insgesamt fehlt es aber an der Durchlagskraft. Challandes reagiert und bringt Djuric und Nikci, die belebend nach vorne wirken. Doch es bleibt beim 0:1. Ein für Marseille verdienter Sieg, dennoch unglücklich für den FCZ. Dieser Gegner war schlagbar. Mit etwas mehr Biss, Leidenschaft und Glück, wäre zumindest ein Punkt möglich gewesen.
Stahel: «Eine unnötige Niederlage!»
Nach dieser Niederlage wird es eng in der Gruppe C. Der Schweizer-Meister hat nun gleichviele Punkte wie Marseille. In zwei Wochen muss man nach Südfrankreich reisen. Dabei geht es wohl in erster Linie um den dritten Platz in der Gruppe.
«Es war eine unnötige Niederlage. Aber vielleicht hat uns der letzte Biss gefehlt», sagt FCZ-Verteidiger Florian Stahel enttäuscht. «Beim Gegentor stimmte die Abstimmung nicht. Es war keine gute Leistung von uns, man hat gesehen, dass in der Champions League halt alles intensiver und schneller geschieht als in der Meisterschaft.»
| Letzigrund. - 22 300 Zuschauer. - SR Skomina (Sln). |
| Tor: 69. Heinze 0:1. |
| Zürich: Leoni; Stahel, Tihinen, Rochat, Koch; Gajic (72. Djuric), Aegerter, Tico; Margairaz (84. Abdi); Vonlanthen (84. Nikci), Alphonse. |
| Marseille: Mandanda; Bonnart, Mbia, Hilton, Heinze; Cissé, Cheyrou (65. Abriel); Valbuena (65. Koné), Lucho Gonzalez (82. Kaboré), Niang; Brandao. |
| Bemerkungen: Zürich ohne Hassli, Chikhaoui und Stucki (alle verletzt). Marseille ohne Diawara (gesperrt). 3. Tor von Brandao wegen Abseits aberkannt. 93. Gelb-rote Karte gegen Bonnart (Foul). Verwarnungen: 62. Margairaz (Reklamieren). 63. Aegerter. 68. Bonnart. 78. Brandao (alle Foul). |