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Monte Carlo. Das Refugium der Noblesse und des Geldadels. Das (Steuer-)Paradies an der Côte d’Azur. Es könnte keinen symbolträchtigeren Ort für die Auslosung zur Champions-League-Millionenshow geben als den berühmtesten Felsen im Mittelmeer.
Im Grimaldi Forum ist das Who is Who des europäischen Fussballs versammelt. Doch den Takt bestimmt eine Schweizerin – Melanie Winiger (30), die sprachgewandte Ex-Miss-Schweiz, moderiert mit Charme und Kompetenz.
Mittendrin im illustren Kreis: FCZ-Präsident Ancillo Canepa und Sportchef Fredy Bickel feiern Weihnachten und Geburtstag zusammen. Maribor und Ventspils sind Vergangenheit. Jetzt winkt die Gala auf den prominentesten Bühnen. Um 18.51 Uhr der Moment der Wahrheit: Lionel Messi, das Fussballgenie aus Barcelona, fischt den Namen des Schweizer Meisters aus der Lostrommel. Vorher hat er unserer Melanie tief in die Augen gesehen – wie verzaubert.
Trophäe von Cristiano
Canepa, der im Vorfeld Real Madrid als Traumlos genannt hat, der unbedingt das Trikot von Cristiano Ronaldo in seinem Trophäenschrank sehen will, schluckt einmal leer. Das Schicksal seines Klubs liegt nun in den Händen von Emilio Butragueño. Die Madrider Fussballlegende ist für die Gruppen-Einteilung zuständig – und macht Canepas Träume wahr. Milan, Marseille und Real Madrid heissen die Zürcher Gegner. Drei Titanen des Fussballs, drei frühere Gewinner der prestigeträchtigsten Trophäe.
San Siro statt Gersag-Stadion. Bernabeu statt Brügglifeld. Und der Letzigrund wird zum Nabel des Schweizer Fussballs – zum Hotspot, der die Fans wie ein Magnet anzieht. Und das Beste kommt zuerst: Gleich in der ersten Runde machen die Königlichen von Real Madrid ihre Aufwartung in Zürich. Sie werden eine Euphorie auslösen, die das ganze Land erfasst. Die Aussicht, Ronaldo, Kaká und Raúl bei der Arbeit zu sehen, blendet das Klubdenken aus. Darauf setzt auch Trainer Bernard Challandes: «Wir haben die grosse Chance, Ehre für den gesamten Schweizer Fussball einzulegen. Und wir werden alles dafür tun, dass wir mehr als nur Respekt gewinnen.»
Canepa ist schon jetzt hin und weg: «Ich wollte Real. Real ist mein Kindheitstraum. Dass der jetzt in Erfüllung geht, ist einfach super.»
27,5 Millionen Franken
Das Traumlos garantiert dreimal ein volles Stadion – und dem FCZ Zusatz-Einnahmen von 7,5 Mio. Franken. Das hebt den Zürcher Gesamtertrag aus dem CL-Abenteuer schon jetzt auf mindestens 27,5 Mio. Franken – selbst wenn alle Spiele verloren gehen. Davon will Canepa aber nichts wissen: «Ich sehe eine Chance. Wir sind nicht das Kanonenfutter.»
Sicher ist: Dem Schweizer Fussball steht ein goldener Herbst bevor – ein Herbst, den die Nati am 5.9. mit einem Sieg in der WM-Quali gegen Griechenland einläuten kann und der den berühmtesten Klub der Welt ins Land bringt. Der FCZ macht glücklich – für einmal auch die Fans aus Basel und Bern.
Und selbst die Politik jubelt. Toni Bortoluzzi (62), SVP-Nationalrat: «Ich bin fast vom Schemel gefallen, diese Hammergruppe mag ich den Fans gönnen.» Hilde Fässler (58), SP-Nationalrätin: «Ich freu mich auf Kaká, vielleicht schau ich mir den FCZ auch in Mailand an.» Jürg Stahl (41), SVP-Nationalrat: «Die grösste Herausforderung in der Geschichte des FCZ. Das gibt Fussball vom Feinsten.»