Der Schaffhauser Roberto Di Matteo (41) feiert als Chelsea-Trainer mit dem Einzug in den Champions-League-Final den grössten Erfolg seiner Karriere.
Das grosse Barcelona mit Superstar Lionel Messi ist tatsächlich an der Abwehrtaktik des Schaffhauser Chelsea-Trainers Roberto Di Matteo gescheitert. Der 41-Jährige liess sein Team im Champions-League-Halbfinalrückspiel (2:2) wie eine Handballmannschaft verteidigen – mit Erfolg und ein wenig Glück.
Für Di Matteo – nach wie vor nur Chelseas Interimstrainer – ist es zweifellos der grösste Triumph seiner Trainerlaufbahn. «Von vielen Seiten wurden uns keinerlei Chancen zugestanden, aber die Spieler haben Charakter bewiesen», sagt Di Matteo.
«In der zweiten Hälfte war nicht die Taktik entscheidend, sondern Leidenschaft, Stolz und das Verlangen, das Endspiel zu erreichen», analysiert er den Chelsea-Erfolg.
Bei «thesun.co.uk» sagt Di Matteo: «Wir verdienen es, nächsten Monat im Final zu sein. Wir spielen einen anderen Stil als Barcelona. Ich denke nicht, dass sie es verdient gehabt hätten. Ich denke, wir verdienten es, weiter zu kommen.»
«Wir haben etwas Unglaubliches erreicht. Zum richtigen Zeitpunkt werden wir uns mit dem Finale beschäftigen», sagt Di Matteo. Dort warten entweder die Bayern oder Real Madrid.
Auch wenn seine unattraktive Spielweise mit Chelsea gerügt wird: Entscheidend ist der Erfolg. Und den hat Di Matteo mit den Engländern. Er beweist bei Chelsea, dass er für höhere Aufgaben berufen ist.
Vor zwei Jahren liebäugelte Di Matteo – als frischer Trainer nach dem Aufstieg mit West Bromwich in die Premier League – auch mit einem Job in der Super League. «Ja, der FCZ würde mich interessieren», sagte er damals. Die Zürcher machten Urs Fischer zum Coach.
Mit dem Chelsea-Erfolgszug wird die Schweizer Liga nun wohl für immer eine Nummer zu klein bleiben für Di Matteo.
Einer flippt vor Freude fast aus über den Einzug von Chelsea in den Final. Beim Spiel in London gegen Napoli war Petar Aleksandrov noch bei seinem Robi zu Besuch. Der Ex-Torschützenkönig der Schweizer Liga freute sich wie ein Kind über den Erfolg seines Freundes Di Matteo. Wie immer schickte er Roberto nach dem Erfolg ein gemeinsames Foto mit dem Aarauer Meisterpokal von 1993. Petar schaute sich das Spiel ganz alleine an. Sein SMS an Di Matteo: «Auguri Grande!!! Wahnsinn! Ich zittere immer noch und freue mich wie ein Kind! Bravo Grande Robi!» Logisch - jetzt will Aleksandrov unbedingt zum Champions-League-Final nach München. «Wenn ich ein Ticket bekomme, will ich meinen Freund in München unterstützen, damit es zum Titel reicht», sagt der 49-jährige Bulgare. (M.We.)
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