Hakan Yakin über sein zweiwöchiges Paris-Abenteuer «Ich kam als Ersatz für Ronaldinho»

2003 wechselt Hakan Yakin von Basel zu PSG. Nur: Das Trikot trug er trotz eines Vierjahresvertrags nie.

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Morgen trifft Basel auf PSG – der Champions-League-Knaller in Paris. Dort, wo 2003 ein Basler hätte zum neuen Star-Spielmacher werden sollen.

Doch der Transfer des damals 26-jährigen Hakan Yakin floppt: Obwohl der heutige St. Galler Nachwuchs-Coach vom FCB kam und einen Vierjahresvertrag unterschrieb, trug er das PSG-Trikot nie. Die Gründe: Ein banaler Leistenbruch und viele kleine Missverständnisse.

Heute. 13 Jahre später. Vor dem Duell zwischen dem FCB und PSG spricht Yakin über das Hickhack von damals.

«PSG hatte mir kurz vor Ende der Transferperiode ein Angebot unterbreitet. Ich fragte Gigi Oeri, ob ich in Basel einen langfristigen Vertrag erhalten könnte. Als ich nicht die gewünschte Antwort erhielt, sagte ich PSG zu», blickt der heute 39-Jährige zurück. Der Traum vom Ausland wird endlich wahr. Die Aussichten sind top. Yakin: «Ich wurde verpflichtet, um Ronaldinho zu ersetzen. Ronaldinho! Natürlich klang das verlockend, aber es machte auch blind.» Das böse Erwachen folgt schon bei der Präsentation. Der damalige PSG-Trainer Vahid Halilhodzic sagt: «Er muss erst einmal drei Kilogramm abnehmen.» Yakins Stimmung sinkt in den Keller. Dazu plagen ihn Schmerzen in der Leiste.

Eine verkorkste Transfergeschichte

«Die PSG-Ärzte meinten, es sei nur eine Reizung, es reiche Therapie. Man liess mich ewig lange joggen und mit einem unqualifizierten Boxtrainer ackern», sagt Yakin.

Die Schmerzen werden stärker. Sein Vertrauensarzt in der Schweiz findet einen Leistenbruch. Der Darm droht durchzubrechen. Eine OP sei nötig.

Doch bei PSG heisst es: Lässt sich Yakin operieren, wird der Vertrag aufgelöst! «Ich unterschrieb den Auflösungsvertrag, verzichtete auf eine Entschädigung und reiste in die Schweiz zur OP», sagt Yakin. Der Traum vom Ausland ist nach nur zwei Wochen geplatzt.

Es ist der Höhepunkt seiner verkorksten Transfergeschichten. Im Winter zuvor scheiterte ein Liverpool-Wechsel, weil sich zu viele Berater in Yakins Namen gemeldet hatten. «Wir verfügten einfach nicht über die nötige Geduld und Erfahrung, um kurzfristig Entscheide zu treffen. Ich hatte eine überzeugende Saison gespielt, aber gleichzeitig entwickelte ich ungewollt eine überzogene Wahrnehmung von mir», weiss Yakin heute.

Basel nahm den Paris-Rückkehrer wieder auf. Doch Yakin ging bald wieder. «Ich hätte besser noch eine Saison beim FCB angehängt, statt im Winter zu Stuttgart zu wechseln. Wer hätte gedacht, dass ich das mal sagen werde.»

Er sagt es heute. Heute, wo er laut eigenen Angaben übrigens auch die drei Kilogramm weniger auf den Rippen hätte.

Publiziert am 18.10.2016 | Aktualisiert am 04.11.2016
Yakin zofft sich mit Journalisten

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9 Kommentare
  • Max  Recht 19.10.2016
    Er bekam irgendwie auch immee zuwenig zuneigung vom Trainer. An der Heim Wm von Anfang an und es hätte besser ausgesehen.
  • Max  Recht 19.10.2016
    Yakin für mich einer der besten Fussballer den die Schweiz je hatte. Die Transfergeschichten waren, aber halt leider verkorkst. Schade. Wär weiss wie es ausgegangen wäre wenn we bei PSG eine Chance bokommem und dann einen Wunderfreistoss ausgepackt hätte... Schade
  • Lorenzo  Ciliberto aus Zürich
    18.10.2016
    Beim FCL hat er ein paar tolle Spiele gezeigt!
  • Thomas  Meier 18.10.2016
    Ich spielte früher beim FC Ellikon / Marthalen. Sie wollten zuerst Ronaldo holen, aber der hat abgesagt; ich wurde dann als sein Ersatz geholt.
    • Andreas  Siegenthaler aus Uerkheim
      18.10.2016
      Sehr witzig, immerhin war Yakin einer der besten kreativ Fussballer, den die Schweiz je gesehen hat. Wenn er nun seine Fehler von damals einsieht und darüber steht, umso besser.
  • Rolf   Binder aus Manila Paranaque
    18.10.2016
    Die Story ist doch irgendwie cool - entzog sich jedenfalls bis heute meiner Kenntnis. Das ehrliche und auch zuweilen selbstkritische Statement von Hakan Yakin finde ich erfrischend. Als Nachwuchs Coach kann er sehr viel den Jungs von seinen Erfahrungen weiter geben. Er wird beispielsweise durch sein Geständnis seiner eigenen überzogenen Wahrnehmung nur glaubwürdiger. Good Luck für seine weitere Coach Laufbahn!
    • Hugo  Stiglitz aus Frankreich
      18.10.2016
      Genau. Dem sagt man sich entwickeln. Das ist doch das tolle im Leben. Sympathisch.