FCZ Guten Morgen, Millionen!

  • Publiziert: 07.00 Uhr, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Thomas Renggli

Geschafft. 2:1 im Playoff-Rückspiel gegen Ventspils. Der FCZ steht in der Champions League und knackt den Jackpot.

Wir sind noch nicht am Ziel. Abgerechnet wird erst nach dem Rückspiel.» Gebetsmühlenartig haben die FCZ-Verantwortlichen ihre Mannschaft nach dem 3:0-Auswärtssieg gegen Ventspils vor verfrühten Glücksgefühlen gewarnt.

Die Mannschaft scheint zugehört zu haben. Ab dem Anpfiff drückt sie aufs Gaspedal, zieht im Mittelfeld ein engmaschiges Pressing auf – und geht mit der ersten Chance in Führung: Dusan Djuric hebelt die lettische Verteidigung mit einer weiten Flanke aus. Johan Vonlanthen drückt den Ball im Pingpong-Verfahren über die Linie. Es ist bereits das sechste Tor des Nationalspielers seit seiner Rückkehr in die Schweiz – und das 150. der Zürcher in der Europacup-Geschichte.

Der FCZ ist auf Kurs. Und nur eine Naturkatastrophe kann ihn jetzt noch aus dem Gleichgewicht bringen – scheinbar. Denn nur zwei Minuten später gleichen die Letten aus, wie aus dem Nichts. Der moldawische Internationale Igor Tigirlas hämmert den Ball aus 20 Metern flach in die linke Torecke.

Trotz des Rückschlags lassen sich die Zürcher nicht aus dem Konzept bringen – vorerst. Angeführt vom überragenden Vonlanthen befinden sie sich gegen die Balten fast permanent in der Vorwärtsbewegung und dringen leicht in die Gefahrenzone vor. Doch am Strafraum ist es mit ihrer Herrlichkeit vorbei. Abgesehen von einem harten Schuss von Alphonse (32.) fehlt ihnen vor der Pause die letzte Konsequenz.

Näher am zweiten Tor stehen die Letten: Nach einer scharfen Flanke kommt Schirkin in der 38. Minute in optimaler Position an den Ball. Aber Leoni hält das Heimteam mit einem starken Reflex in der Balance.

Unter den 9050 Zuschauern macht sich eine gewisse Irritation breit. Denn ein weiterer Gegentreffer würde dem Horrorszenario des sensationellen Scheiterns ein reales Gesicht geben.

Die Zürcher haben die richtige Antwort parat. Mit einer Intensitätssteigerung schnüren sie die Gäste in der Defensive fest und kommen durch Margairaz und Alphonse schnell zu hervorragenden Chancen. Doch das erlösende zweite Tor fällt noch nicht. Trotzdem erzielt das Heimteam Wirkung. Der lettische Meister ist nun im eigenen Reduit gefangen und kann die Bälle nur noch im Notfallverfahren in Richtung Mittellinie spedieren.

Der FCZ kontrolliert das Geschehen nach Belieben. In der 92. Minute setzt der eingewechselte Abdi per Kopf den Schlusspunkt: 2:1. Auf den Tribünenrampen ertönen die Siegesgesänge. Aus (mit dem Zittern) und dabei (in der Champions League). Über dem Stadion verziehen sich die Wolken. Das ist unlogisch. Denn jetzt ergiesst sich der Geldregen über den Schweizer Meister. Rund 25 Millionen Franken wird die erstmalige Teilnahme an der Königsklasse in die FCZ-Kasse spülen und die Zürcher Fussballfans davon träumen lassen, dass die Bäume vielleicht sogar einmal in den europäischen Himmel wachsen.

Bereits in der CL

FC Barcelona, Real Madrid, FC Sevilla, Chelsea, Liverpool, Manchester United, AC Milan, Inter Mailand, Juventus Turin, Bordeaux, Marseille, Bayern München, Wolfsburg, ZSKA Moskau, Rubin Kasan, FC Porto, Alkmaar, Glasgow Rangers, Dinamo Kiew, ZSKA Moskau, Besiktas Istanbul, Unirea Urziceni (Rum).

Gewinner der Playoffs (vom Dienstag):
Atletico Madrid, Debrecen, Lyon, Maccabi Haifa, FC Zürich.

Spiele vom Dienstag:
FC ZÜRICH – Ventspils/Lett in St. Gallen 2:1 (1:1) 3:0
Anderlecht – LYON 1:3 (0:3) 1:5
ATLETICO MADRID – Panathinaikos Athen 2:0 (1:0) 3:2
DEBRECEN/Un – Levski Sofia 2:0 (2:0) 2:1
MACCABI HAIFA – Salzburg 3:0 (1:0) 2:1


Mittwoch:
APOEL Nikosia – FC Kopenhagen (0:1)
Arsenal – Celtic Glasgow (2:0)
Fiorentina – Sporting Lissabon (2:2)
Olympiakos Piräus – Scheriff Tiraspol/Mol (2:0)
VfB Stuttgart – Timisoara/Rum (2:0)

Auslosung

Am Donnerstag um 18 Uhr in Monaco wird das Geheimnis gelüftet. Dann werden dem FC Zürich mögliche Gegner in der Champions League zugelost.

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