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Was für ein Wahnsinn! Was für eine Sensation! Nach dem Wunder gegen Manchester macht der FC Basel erneut die ganze Schweiz stolz und besiegt den haushohen Favoriten Bayern mit 1:0.
Eigentlich haben sich alle schon mit dem 0:0 abgefunden, dann startet der eingewechselte Zoua ein Solo und steckt den Ball in den Lauf von Stocker. Der Edeljoker zieht trocken ab und versetzt die Bayern in Schockstarre. Tor, Tor, Tor! 1:0! Unglaublich! Der Stocker-Schocker!
Ausgerechnet Stocker, der schon am vergangenen Donnerstag in Bern den Last-Minute-Ausgleich erzielte, sorgt für das nächste Wunder. Wieder ist Valentins-Tag, diesmal in Basel.
Schon in der ersten Hälfte stockt den 36'000 Fans im ausverkauften St. Jakob-Park zweimal der Atem. Der Kopf von Jupp Heynckes leuchtet feuerrot – und Uli Hoeness pustet auf der Tribüne heftig durch. Ausgerechnet Bayerns Neuzugang Shaqiri donnert eine Flanke aus vollem Lauf mit links in den Strafraum, wo Dragovic völlig frei zum Kopfball kommt. Neuer lenkt die Kugel mit einem tollen Reflex an den Pfosten, von wo der Ball die Linie entlang kullert, bevor Badstuber klärt.
Keine drei Minuten später spielt Park Doppelpass mit Streller, plötzlich drückt Alex Frei aus zehn Metern ab und trifft nur die Latte. Was für ein Pech für den werdenden Papi. «Kruzifix» würden die Münchner sagen. Gopfverdammi!
Basel spielt weiter frech mit. Die Vogel-Truppe, die mittlerweile seit Oktober in allen Pflichtspielen unbesiegt ist, zeigt, dass man völlig zurecht zu den besten 16 Teams Europas gehört.
Dennoch hat natürlich auch der deutsche Rekordmeister seine Chancen. Doch ein Mann überragt in diesem ersten Achtelfinal eines Schweizer Klubs alle: Yann Sommer. Unfassbar, was der 23-Jährige alles rausholt. Schon nach drei Minuten klärt er gegen Ribéry, später gegen Alaba und wieder gegen Ribéry.
«Weltklasse», adelt ihn Nati-Coach Ottmar Hitzfeld schon zur Pause. Und verrät gleich noch, dass er den Goalie heute für das Länderspiel gegen Argentinien aufbieten wird. «Yann ist ein intelligenter Torwart, der lange wartet. Das hat er wieder bewiesen.»
Und Basel beweist einmal mehr, dass der Schweizer Fussball international keineswegs zweitklassig ist. Das Wunschresultat der meisten FCB-Stars geht tatsächlich in Erfüllung. Hinten steht die Null – dank Sommer. Und dank des Stocker-Schockers darf der FCB im Rückspiel am 13. März vom Viertelfinal träumen. Jungs, ihr packt das!
In der letzten Sekunde rettete Olympique Marseille einen schwachen Auftritt mit dem goldenen Tor. Die Franzosen schlugen dank des Kopftores von André Ayew in der 93. Minute Inter Mailand 1:0 und haben gute Aussichten, erstmals seit 1993 die Viertelfinals zu erreichen.
Knapp 92 Minuten lang verteidigte Inter Mailand im Achtelfinal-Hinspiel in Marseille ordentlich. Nach 14 Gegentoren in den letzten vier Meisterschaftsspielen liessen die Innenverteidiger Lucio und Walter Samuel wenig zu. Doch bei einem Corner in der letzten Minute der Nachspielzeit stimmte die Zuteilung dann doch nicht mehr. André Ayew, der schon zuvor zweimal mit Kopfbällen im Ansatz gute Gelegenheiten hatte, lenkte den Ball ins Tor.
Marseille wurde mit dem späten Treffer für einen schwachen Auftritt fürstlich belohnt. Zwar hatten die Franzosen mehr Spielanteile. Aber in den gegnerischen Strafraum kamen sie kaum. Unmittelbar vor dem entscheidenden und späten Tor hatte Aussenverteidiger Jérémy Morel den Inter-Keeper Julio Cesar zur ersten guten Parade im gesamten Spiel gezwungen.
Inter verlegte sich ganz aufs Kontern. Dies taten die Italiener vor allem vor der Pause gelegentlich gefällig. Diego Forlan, der Uruguayer, der in der Gruppenphase noch nicht spielberechtigt gewesen war, hatte schon in der 11. Minute einen Treffer auf dem Fuss. Später standen auch der ansonsten enttäuschende Mauro Zarate sowie Esteban Cambiasso einem Tor nahe.
Sie alle trafen nicht, auch Dejan Stankovic nicht, er frei stehend nach einem stehenden Ball in der 74. Minute, und deshalb mündete ein verbesserter Auftritt der kriselnden Italiener doch noch in die nächste Enttäuschung. Von den letzten sieben Pflichtspielen hat Inter sechs verloren. Spätestens am 13. März im Rückspiel gegen Marseille muss Inter zum Erfolg zurückkehren, sonst ist der in der Serie A distanzierten Squadra auch auf der Europabühne die letzte Hoffnung genommen. (Si)
St.-Jakob-Park. - 36'000 Zuschauer (ausverkauft). - SR Rizzoli.
Tor: 86. Stocker (Zoua) 1:0.
Basel: Sommer; Steinhöfer, Abraham, Dragovic, Park; Shaqiri (83. Zoua), Huggel, Xhaka, Fabian Frei (66. Stocker); Alex Frei (90. Cabral), Streller.
Bayern München: Neuer; Rafinha, Boateng, Badstuber, Lahm; Timoschtschuk, Alaba; Robben, Kroos (89. Olic), Ribéry (71. Müller); Gomez.
Bemerkungen: 16. Neuer lenkt Kopfball von Dragovic an den Pfosten. 19. Lattenschuss Alex Frei. Basel ohne Chipperfield, Yapi (beide verletzt), Kusunga (krank) und Voser (rekonvaleszent), Bayern München ohne Contento, Schweinsteiger und Van Buyten (alle verletzt). Verwarnungen: 63. Abraham. 72. Müller. 83. Rafinha (alle Foul).
Vélodrome. - 42'000 Zuschauer. - SR Cakir (Tür).
Tor: 93. André Ayew 1:0.
Olympique Marseille: Mandanda; Tanco (80. Fanni), Diawara, N'Koulou, Morel; Cheyrou (84. Kaboré), Diarra; Amalfitano, Valbuena, André Ayew; Brandão (73. Jordan Ayew).
Inter Mailand: Julio Cesar; Maicon (46. Nagatomo), Lucio, Samuel, Chivu; Zanetti, Stankovic, Cambiasso; Sneijder; Zarate (63. Obi), Forlan.
Bemerkungen: Marseille ohne Rémy (verletzt), Inter ohne Alvarez (verletzt). Verwarnungen: 58. Stankovic (Foul). 60. Zarate (Foul). 67. Chivu (Foul/im Rückspiel gesperrt).
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