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Am Dienstagabend um 18 Uhr betritt Olympique Marseille-Trainer Didier Deschamps den Letzigrund-Rasen in Zürich. Lachend sagt er zur versammelten Journalisten-Schar: «Ich bin alleine.» Grund: Der Manschaftsbus der Franzosen steckt im Stau.
Eine geschlagene Viertelstunde wartet Deschamps, der mit Marseille 1993 als Spieler den Europa-Pokal der Landesmeister gewann und als Captain 1998 mit Frankreich Weltmeister wurde, auf seine Spieler.
Deschamps wartet mit Challandes auf sein Team
Zum Glück steht FCZ-Coach Bernard Challandes noch auf dem Platz. Die beiden diskutieren minutenlang angeregt. Geht es etwa um die Mannschaftsaufstellungen und die Taktik von heute Abend?
Challandes und Deschamps scheinen sich zu mögen. An der Medienkonferenz sagt Challandes: «Deschamps war schon als Spieler einer der Leitwölfe und eine wichtige Figur in der Garderobe. Er dachte schon als Spieler wie ein Trainer.» Und Deschamps sagt: «Ich habe in einer regionalen Marseiller Zeitung ein Interview mit Challandes gelesen. Er sprach vom Enthusiasmus der Mannschaft.»
Respekt vor dem FCZ ist gross
Über die Schwächen des FCZ mag Deschamps nicht sprechen. Dafür redet er den Gegner stark: «Zürich ist gut organisiert, sie haben technisch gute und schnelle Spieler wie Margairaz, Djuric, Alphonse und Vonlanthen. Aegerter und Okonkwo sind physisch stark. Gegen Milan hat der FCZ viele intelligente Fouls gemacht und das 1:0 gut verwaltet. Gegen Real haben sie zwei Tore geschossen.»
Mit seinen eigenen Spielern ist Deschamps weniger zufrieden: «Es gibt einige Spieler, die zurzeit nicht ihr gewohntes Spielniveau erreichen.» Allerdings habe sein Team beim 3:0 in Nancy auf die zuletzt drei Niederlagen gut reagiert und «offensiv und defensiv effizient agiert».
Captain Mahmadou Niang spricht Klartext: «Eine Niederlage in Zürich wäre nicht akzeptabel.» Deschamps geht sogar weiter und sagt: «Ein Punkt wäre nicht eine ideale Lösung, wir hätten erst einen Punkt, der FCz schon vier.» Deschamps hatte nach der Auslosung gesagt, sechs Punkte gegen den FCZ seien Pflicht.
Jetzt klingt es etwas anders: «Wenn man die Tabelle anschaut, kann man nicht sagen, wir seien Favorit.»