Der FCZ lässt sich von Marseille abschlachten

  • Publiziert: 03.11.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

MARSEILLE - Der FC Zürich verliert das Schicksalsspiel in der Champions League bei Olympique Marseille deutlich mit 1:6. Nun können dem FCZ gegen Real und Milan nur noch zwei Wunder helfen.

Was für ein Fehlstart für den Schweizermeister in Marseille: In der dritten Minute kommt OM zu einem Freistoss von der linken Seite, Abriel bringt den Ball scharf in die Mitte, Aegerter hält den Kopf hin und lenkt unhaltbar ins eigene Tor ab. Wenige Minuten später liegt plötzlich Vonlanthen am Boden, mit Schmerzen am Oberschenkel. Ohne Einwirkung eines Gegners verletzt er sich und muss ausgewechselt werden. Der nächste Schock für den FCZ.

Doch damit nicht genug: In der 11. Minute kommen die Südfranzosen wieder zu einem Freistoss. Erneut von links, wieder kommt der Ball in die Mitte. Diesmal lenkt kein Zürcher das Leder ins eigene Netz, der Ball geht direkt rein. Leoni wird aber dabei gleich von drei Marseille-Spielern irritiert, die allesamt im Offside stehen. Ein fragwürdiger Entscheid des Schiedsrichters, dabei auf passives Abseits zu entscheiden und den Treffer zu geben.

Alphonse bringt Hoffnung zurück

Brandao kann wenig später alles klar machen; Nach einem Fehler von Rochat wird der Brasilianer mustergültig bedient und kommt fünf Meter vor Leoni zum Abschluss, schiesst die Kugel aber übers Tor. Es wäre die Entscheidung gewesen. Der FCZ ist in dieser Phase der Partie masslos überfordert.

Doch dann kommt die 31. Minute. Zum ersten Mal kombinieren sich die Zürcher vor das OM-Tor, Alphonse zieht aus 16 Metern unhaltbar ab. Ein schöner Treffer, der gleichzeitig die Gäste aufweckt und Selbstvertrauen zurückbringt. In den letzten Minuten der ersten Halbzeit ist es eher der FCZ, der leichte Vorteile besitzt.

Ein anderes Bild zu Beginn der zweiten Hälfte: Marseille drückt und zwingt den FCZ in die Defensive. In der 49. Minute kommt OM zu einem Freistoss an der Strafraumgrenze. Heinze donnert den Ball knapp übers Gehäuse. Wenige Minuten später: Abriel schickt Niang in die Tiefe, dieser lupft den Ball mit dem Aussenrist über Leoni. Es steht 3:1 für OM.

Djuric mit der Riesenchance

Die Partie ist entschieden, könnte man meinen. Doch in der 65. Minute kommt der FC Zürich zu einer erstklassigen Chance, noch einmal Feuer in die Partie zu bringen: Djuric zieht aufs OM-Gehäuse los, umdribbelt Goalie Mandanda, hat das leere Tor vor sich und muss nur noch einschieben. Doch im letzten Moment kann ein OM-Verteidiger zum Corner klären.

Doch danach brechen die Zürcher ein, kassieren in der 80. durch Hilton, in der 87. durch Cheyrou und in der 90. Minute durch Brandao noch drei weitere Gegentore. Schlussendlich wird es eine bittere Pille, eine Kanterniederlage. Nun können dem FCZ gegen Real und Milan nur noch zwei Wunder helfen. (sau)

Vélodrome. -- 56 000 Zuschauer. -- SR Thomson (Scho). -- Tore: 3. Aegerter (Eigentor) 1:0. 11. Abriel 2:0. 31. Alphonse 2:1. 52. Niang 3:1. 80. Hilton 4:1. 88. Cheyrou 5:1. 89. Brandao 6:1.
Marseille: Mandanda; Bocaly, Diawara, Hilton, Heinze; Abriel (68. Kaboré), Mbia (83. Cissé), Cheyrou; Koné (60. Valbuena), Brandao, Niang.
Zürich: Leoni; Stahel, Tihinen, Rochat, Koch; Tico, Aegerter (46. Gajic); Vonlanthen (9. Mehmedi), Margairaz, Djuric; Alphonse (76. Nikci).
Bemerkungen: Marseille ohne Bonnart (gesperrt) und Lucho Gonzalez (verletzt). Zürich ohne Hassli, Chikahoui (beide verletzt), Schönbächler (krank) und Abdi (nicht im Aufgebot). Zürich nach der Auswechslung von Vonlanthen mit zwei Sturmspitzen. 45. Tor von Brandao wegen Abseits aberkannt. Verwarnungen: 20. Brandao (Foul). 48. Tico (Foul). 66. Tihinen. 66. Mbia. 67. Cheyrou (alle Unsportliches Verhalten). 79. Stahel (Foul).
play Brandao und Tihinen. (Keystone)