Granit Xhaka träumt nach Traumtor von viel mehr «Der FC Basel kann die Champions League gewinnen!»

  • Publiziert: 30.07.2010, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Heiko Ostendorp

BASEL - Knallstart in die Königsklasse. Granit Xhaka (17) trifft in seinem ersten Spiel und träumt von viel, viel mehr.

Was für ein Debüt auf internationalem Parkett! Vier Minuten nach seiner Einwechslung gegen Debrecen schnappt sich Xhaka den Ball, legt ihn sich auf seinen starken linken Fuss – und knallt die Kugel aus rund 30 Metern zum 2:0 genau ins Eck.

Erster internationaler Einsatz, erstes Tor in der Champions-League-Quali. Und das mit gerade mal 17 Jahren! Granit happy: «Ich habe einfach abgezogen. Es freut mich natürlich riesig, dass es gleich in meinem ersten Match so gut gelaufen ist.»

Jetzt träumt der U17-Weltmeister von mehr: «Natürlich hoffe ich, dass ich einige Einsätze bei den Profis bekomme. Aber ich weiss auch, dass alleine das schwer genug wird.»

Vor allem, weil der FCB im Mittelfeld hochkarätig besetzt ist. Doch Trainer Thorsten Fink macht dem Supertalent Hoffnung: «Wir wissen um Granits Qualitäten. Sein Schuss ist eine Waffe. Er wird sicher seine Chancen bekommen.» Finks Einschränkung: «Er darf jetzt nicht sofort zu viel erwarten, sondern soll sich langsam an die erste Mannschaft gewöhnen und sich übers Training und die U21 empfehlen. Seine guten Leistungen dort haben auch dazu geführt, dass er gegen Debrecen im Kader war.»

Schlägt Xhaka sogar ähnlich ein wie Xherdan Shaqiri in der letzten Saison? Der traut es seinem potenziellen Nachfolger zu: «Auf jeden Fall», sagt «Shaq». «Ich habe genau so angefangen wie er. Granit muss auf dem Boden bleiben, dann packt er’s auch.»

In punkto Selbstvertrauen steht Xhaka Shaqiri in nichts nach. «Ich will mich beim FCB durchsetzen, ich lebe hier meinen Traum», sagte er schon letzte Saison zu BLICK. «Wir sind mit der Schweizer U17-Nati Weltmeister geworden. Im Fussball ist alles möglich. Wir können auch mit dem FCB die Champions League gewinnen!»

Genau dieses Selbstbewusstsein schätzt Fink: «Solche Leute brauchen wir. Wenn Granit auf den Platz geht, macht er sich auch nicht in die Hose.» Dass der FCB die Königsklasse gewinnt, wird in dieser Saison wohl nicht passieren. Aber mit seinem Tor hat Xhaka zumindest dazu beigetragen, dass die Gruppenphase ein Stück näher rückt.

Der FCB-Ronaldo

Zumindest optisch kommt Xhaka seinem Vorbild von Real Madrid schon ziemlich nahe. Um zu erahnen, wem Granit nacheifert, muss man kein Prophet sein. Brilli am Ohr, Gel-Frisur – leicht gebräunter Teint: Tatsächlich sieht das FCB-Supertalent Cristiano Ronaldo verblüffend ähnlich. Granit verrät: «Ich wurde schon oft angesprochen und gefragt, ob ich sein Bruder sei. Fussballerisch ist er mein Vorbild, als Mensch aber nicht.» Zum Glück …

Im Gegensatz zu Ronaldo setzt Xhaka nicht alles auf die Karte Fussball. Nebenbei macht er eine Ausbildung zum Büro-Assistenten. Eine Sache hat Granit dem portugiesischen Superstar sogar schon voraus: Weltmeister darf sich Ronaldo (noch) nicht schimpfen. Übrigens: Bei seinem Profi-Debüt für Sporting Lissabon war Ronaldo 17 Jahre alt – genau wie sein Pendant beim FCB. (H.O.)
play Kaum zu unterscheiden: Cristiano Ronaldo und Granit Xhaka.