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Fink begrüsst uns, kurz und freundlich. Der FCB-Trainer hält sich in der Kabine nicht mit langem Geschwafel auf. Kaum umgezogen, schickt er uns in den Kraftraum. «Niko wird euch gleich durch den Fleischwolf drehen!», droht er und schmunzelt.
Nikola Vidovic ist Basels Athletiktrainer und früherer Kickbox-Champ. Ich habe ein ungutes Gefühl, das Kraftpaket (1,87 m, 92 kg) gilt als Schleifer! Durchschummeln will ich mich, mich mit meiner Matte in die hinterste Ecke verziehen. Geht nicht, Platz hats nur noch neben Vidovic. Da muss ich durch! Ich quäle mich durch Rumpf-, Bauch- und Beinübungen. Leide und schwitze. Einmal wöchentlich dürfen Fussball-Profis ja auf die Zähne beissen, meine ich, bei dieser Entlöhnung.
Irrtum! Für Frei & Co. gibts täglich die volle Niko-Dröhnung. Vidovic: «Es ist wichtig, dass wir die Übungen täglich machen. Die Fortschritte, die unsere Spieler gemacht haben, sind riesig.»
Nach dem Schleifen gehts aufs Velo! Wie die FCB-Stars strample ich die knapp fünf Minuten vom Stadion zum Trainingsplatz – früher hat man dazu den Bus genommen.
Gehts jetzt endlich an die Bälle? Fehlanzeige, die bleiben noch im Sack. Finks Assis Heiko Vogel und Marco Walker empfangen uns zur Koordinations-Einheit. Laufschule vom Feinsten: Marschieren und Traben. Rückwärts, vorwärts und seitwärts. Einmal, zweimal, dreimal. Auch hier gilt: Die Wiederholungen machen den Meister und mich müde.
Ich leide noch mehr als bei Schleifer Niko. Müssen diese Koordinations-Übungen sein? In meiner Juniorenzeit gings ja auch ohne. «Früher haben wir das auch noch nicht gemacht. Meine erste Laufschule hatte ich unter Trapattoni bei Bayern», gesteht Fink.
Nach 50 Minuten lässt uns Fink an den Ball. Torschuss-Übungen. Die Kugel einfach aufs Tor dreschen ist von gestern. Vor dem Abschluss wird eine komplizierte Ballstaffette eingebaut. «Diese Übung machen wir vor jedem Spiel», erklärt Assi Vogel und stellt sich mutig ins Tor.
Endlich spiele ich mich ins Rampenlicht! Schiesse den Vogel ab. Der Assi schwört Revanche im abschliessenden «Mätschli».
Doch da hat er dann den Abschuss bereits vergessen. Vogel macht den Schiri – Fink stellt sich ins Tor. 2x15 Minuten! Ich falle nicht ab. Aber auch nicht auf. Goalie Fink hat viermal mehr Ballkontakte als ich.
Trotzdem will ich nach dem Training wissen: Herr Fink, bin ich reif für die Champions League? Fink lacht und sagt: «Nein. Man muss realistisch bleiben. Geh doch ein Jahr trainieren und dann kannst du wiederkommen.»
Die Übungen waren übrigens die gleichen wie bei den Profis – die Intensität eine andere.