3:0-Sieg gegen Sheriff Tiraspol Basel in der Champions League!

  • Publiziert: 24.08.2010, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Heiko Ostendorp aus Tiraspol

TIRASPOL - Marco Streller und Alex Frei ballern den FC Basel in die Königsklasse. Mit den Champions League-Millionen sollen noch zwei Neue eingekauft werden.

Um 23.34 Uhr Ortszeit ist es so weit: Die Spieler des FCB reissen die Arme in den transnistrischen Abendhimmel, fallen sich um den Hals. Zum dritten Mal nach 2002 und 2008 steht Basel in der Gruppenphase der Champions League!

Aber lange ist es eine echte Zitterpartie. Der FCB beginnt nervös wie ein Kind vor dem ersten Schultag. Vor allem Inkoom und Huggel bekommen anfangs kaum einen Ball an den Mann. Sheriff wirkt viel selbtsbewusster, ist vor allem über die rechte Seite immer wieder gefährlich. Einen Pass des starken Balima kann Costanzo gerade noch wegfischen. Dann köpfelt wieder Balima knapp neben das FCB-Gehäuse.

Frei und Cagdas geben sich Gift

Erst nach gut 20 Minuten kann sich der Schweizer Double-Sieger etwas vom Druck befreien. Und vor der Pause sogar fast in Führung gehen. Stocker legt ab für Streller, der zieht aus der Drehung ab – doch Nadson klärt für den bereits geschlagenen Goalie.

Insgesamt leistet sich der FCB viel zu viele unnötige Ballverluste, die Nerven liegen teilweise blank. Kurz vor der Pause schreien sich Frei und Cagdas über den ganzen Platz hinweg an.

Streller, der Millionen-Mann

Auch Trainer Fink wird in der Kabine sicher nicht gerade nette Wort gefunden haben – es scheint zu wirken.Denn in der zweiten Hälfte wird es endlich besser. Es sieht so aus, als hätten die Sheriffs ihr Pulver schon verschossen. Der FCB steht jetzt sicherer und hat Pech, dass er bei einem Foul von Tarkhnishvili keinen Penalty bekommt. Den hätte man geben können.

Dennoch wird Pippi zum Mann des Abends. In der 74. Minute steigt er hoch, drückt einen Freistoss von Kumpel Alex Frei per Kopf über die Linie. Riesenjubel bei den rund 30 hartgesottenen FCB-Fans.

Chelsea, Barcelona oder Real?

Was für ein Comeback! Sein letztes Pflichtspiel machte Streller am 5. Mai beim 3:0 in Aarau, seitdem gab es einen Verletzungs-Rückschlag nach dem anderen. Jetzt ist er der Millionen-Mann!

Und es kommt noch besser: Frei legt per Abstauber das 2:0 drauf, lupft kurz vorm Ende das 3:0 rein – der Kuchen ist gegessen. Auf der Tribüne fällt Gigi Oeri und Bernhard Heusler ein Stein vom Herzen. Jetzt sind mindestens 25 Millionen sicher! Möglicherweise wird der FCB mit dieser Kohle noch mal auf dem Transfermarkt zuschlagen. Angeblich haben sie einen Innenverteidiger und einen Offensiv-Mann im Visier.

Am Donnerstag um 18 Uhr wird in Monaco die Gruppenphase ausgelost. Der FCB wird in Topf 3 sein. Es winken Traumgegner wie ManU, Real oder Chelsea. Viel Spass in Europa!

Sheriff-Stadion, Tiraspol. -- 12 000 Zuschauer. -- SR Hansson (Sd). -- Tore: 74. Streller 0:1. 80. Frei 0:2. 87. Frei 0:3.
Sheriff Tiraspol: Stojanov; Vranjes, Tarchnischwili, Nadson, Volkov; Rouamba, Fred (76. Djurovic); Adamovic; Balima, França (79. Hacetuarow
Basel: Costanzo; Inkoom, Abraham, Cagdas, Safari; Zoua, Huggel, Yapi (87. Ferati), Stocker (85. Shaqiri); Frei, Streller (78. Chipperfield).
Bemerkungen: Sheriff ohne Brankovic, Erochin und Samardzic (alle gesperrt). 76. Gelb-Rote Karte gegen Tarchnischwili (Foul). Verwarnungen: 16. Frei (Freistoss zu früh ausgeführt), 40. Cagdas (Foul). 57. Tarchnischwili (Foul). 71. Volkov (Foul). 85. Vranjes (Foul).

Das sagt Marco Streller

«Ich fühle mich müde aber sehr, sehr gut. Es ist einfach super. Es war ein enorm wichtiges Spiel für den Verein, die Fans und natürlich auch für uns. Wir sind sehr erleichtert. Es ist gut gelaufen, aber es ist auch nicht schwierig, in so eine Mannschaft zu kommen. Wir kamen nicht gut ins Spiel, es gab schwierige Momente. Ich bin glücklich, wieder da zu sein. Ich kenne die Höhen und Tiefen im Fussball. Heute ist wieder so ein Höhepunkt, ich bin glücklich für den FCB und wir freuen uns alle riesig. Es hat so viele schöne Mannschaften in den ersten beiden Töpfen. Ich persönlich würde gerne einmal gegen Bayern München spielen.