Skandal im Halbfinal der Champions League Barcelona-Platzwart macht Inter-Stars nass

  • Publiziert: 29.04.2010, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Micha Zbinden und Dominik Steinmann

Barcelona gönnt Inter den Einzug in den Final der Champions League nicht. Die Barça-Verantwortlichen outen sich nach dem Ausscheiden als ganz schlechte Verlierer.

Schlusspfiff im Camp Nou! Trainer und Funktionäre von Inter Mailand rennen aufs Spielfeld, liegen sich nach der 0:1-Niederlage gegen Barcelona mit den Spielern in den Armen.

Die Qualifikation für den Champions-League-Final am 22. Mai gegen Bayern München ist dank dem 3:1-Sieg im Hinspiel geschafft, die Euphorie kennt keine Grenzen.

Es brechen alle Dämme, vor allem bei Inter-Trainer José Mourinho: Der ehemalige Barça-Assistent kostet den Triumph demonstrativ aus.

Regungslos und mit starren Blick bleibt Mourinho sekundenlang auf dem Rasen im Camp Nou stehen, hebt die Arme in Richtung der Inter-Fans. Er kostet den Triumph in allen Facetten aus. «Das ist die schönste Niederlage meiner Karriere», wird der Portugiese später sagen.

Für Barcelona-Keeper Valdez ist der Jubel Mourinhos zu viel des Guten. Er stürmt auf den Inter-Coach los, packt ihn am Hals.

Und auch der Platzwart im Camp Nou hat genug. Er lässt auf Anweisung der Barça-Funktionäre kurzerhand die Sprinkleranlage los. Die Wasser-Fontänen laufen innert Sekunden auf Hochtouren, springen auf dem Spielfeld in die Höhe. Eine kalte Dusche für die feiernden Inter-Stars!

Barcelona outet sich nach dem überraschenden Ausscheiden als ganz schlechter Verlierer, der Skandal ist perfekt. «Was für eine Schande», schreibt die renommierte spanische Sportzeitung Marca.

Und auch Mourinho äussert sich: «Die Teams, welche immer gewinnen, können halt nicht verlieren.»

Presse jubelt über Inter

La Gazzetta dello Sport lässt Inter-Trainer Mourinho reden
«Mou: Für mich das Schönste. Wir haben unser Blut auf dem Platz gelassen. Und Barça? Sie haben vor dem Spiel gefeiert, wir nachher…»

Die Süddeutsche Zeitung blickt bereits auf das nächste grosse Trainer-Duell
«Sieg des Generals. Trainerfilou Jose Mourinho führt Inter Mailand trotz einer 0:1-Niederlage gegen Barcelona ins Champions-League-Finale. Dort trifft er auf den FC Bayern und seinen Lehrmeister Louis van Gaal.»

Frankfurter Allgemeine Zeitung sieht nach dem Fall der Berliner Mauer ein anderes Bollwerk
«Mourinhos Mauer steht und führt nach Madrid. Dem italienischen Meister gelingt auch bei Titelverteidiger FC Barcelona eine taktische Meisterleistung.»

BILD blickt ebenfalls voraus Richtung Final und tut dies so, als ob es am 22. Mai in Madrid auf dem Platz gar keine Spieler bräuchte
«Das wird INTER-essant, Bayern! Bayern-Coach Van Gaal jetzt gegen Inters Trainer-Star Mourinho. Der Trainer-General trifft auf den ausgeflippten Trainer-Vulkan.»

LEquipe bleibt pathetisch nüchtern
«Dieses Inter ist heldenhaft.»

The Sun sucht mit Barças Verlierer-Coach Pep Guardiola nach Worten
«Jeder Trainer kann so spielen lassen, wie er will. Ich kann also nicht kritisieren, was der Gegner tat. Im Sport hat die Mannschaft, die gewinnt, immer recht.» (C. S.)