Vor drei Wochen der Eklat in Bellinzona um Hakan Yakins weggeworfene Captainbinde. Jetzt fehlt der Regisseur der «Granata» plötzlich. Verletzung oder Krise?
Bei Bellinzonas 0:1-Pleite am Montag in Winterthur fehlte Hakan Yakin (35) an allen Ecken und Enden. Warum aber muss Yakin zuschauen? Trainer Raimondo Ponte begründet: «Er ist verletzt.» Und wie lange fällt er aus? «Ich hoffe nicht allzu lange», meint er kurz und knapp.
Das linke Knie bereitet dem Spielgestalter Probleme. Er soll sich deswegen in Basel untersucht haben lassen. Was hat er? Ponte: «Ich weiss nichts Genaueres.»
Viel scheinen die beiden nicht miteinander zu sprechen. Kein Wunder gibt es Gerüchte, dass sich Ponte und Yakin nicht sonderlich verstehen. Besonders, wenn wir uns an die Szene vor drei Wochen erinnern.
Beim 3:1-Sieg in Lugano, das zweite Spiel der Saison, wechselte Ponte seinen Star aus. Haki reagierte sauer, schmiss die Captain-Binde auf den Boden. Nach der verheissungsvollen Szene beschwichtigten sowohl Ponte als auch Yakin. «Wir haben ein super Verhältnis», beteuerte Ponte.
Zumindest daran darf nun wieder gezweifelt werden. Und manch einer fragt sich, ob die Fussball-Schweiz schon bald wieder eine neue Episode «Hick-Haki» erlebt. Denn es ist nicht das erste Mal, dass der ehemalige Nati-Star (87 Länderspiele) bei einem Verein nicht glücklich zu werden scheint.
2003 zog es ihn von Basel ins Ausland zu Paris Saint-Germain. Vertrag für vier Jahre. Leistenbruch. Operation in der Schweiz. Einen Monat später war Haki zurück in Basel.
2004 unterschrieb Yakin eine Absichtserklärung bei Fenerbahce Istanbul, wechselte stattdessen für drei Jahre zum VfB Stuttgart. Er kam kaum zum Einsatz, wurde für sechs Monate an Galatasaray Istanbul ausgeliehen. Nach eineinhalb Jahren auf Stuttgarts Lohnliste gings zu YB.
Der Höhepunkt von Hakis Odyssee 2008. Er sagte für zwei Jahre beim Al-Gharafa Sports Club in Katar zu – und sass dort im goldenen Käfig. Nach einem Jahr flüchtete er zurück in die Schweiz zum FC Luzern. Nicht ohne grosses Wirrwarr natürlich.
Vom FCL ging es nun Anfang Jahr zum Challenge-League-Klub. Der Vertrag mit Bellenz läuft sechs Jahre – also über das wahrscheinliche Karrierenende hinaus. Ob er diesen Vertrag erfüllt? (sme/S.L.)
| Platz | Mannschaft | SP | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Aarau | 36 | 76:40 | 78 |
| 2 | Bellinzona | 36 | 62:37 | 64 |
| 3 | Winterthur | 36 | 61:43 | 62 |
| 4 | Wil | 36 | 59:65 | 51 |
| 5 | Biel | 36 | 59:59 | 47 |
| 6 | Chiasso | 36 | 42:51 | 47 |
| 7 | Lugano | 36 | 52:50 | 44 |
| 8 | Wohlen | 36 | 39:58 | 39 |
| 9 | Vaduz | 36 | 41:52 | 37 |
| 10 | Locarno | 36 | 32:68 | 24 |
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