Vom FCZ-Nachwuchs zum Nationaltrainer Petrosyans unglaublicher Karriere-Sprung

Erst zwei Tage hat Artur Petrosyan die Trainer-Lizenz, als er Nati-Coach Arme­niens wird. Da führt er seine Landsleute sofort zum ersten Sieg seit drei Jahren!

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Platz Mannschaft SP Tore Punkte
1 Zürich 18 48:10 48
2 Neuchatel Xamax FC 18 32:19 36
3 Wil 18 24:17 26
4 Aarau 18 27:28 26
5 Servette 18 24:27 25
6 Wohlen 18 22:31 22
7 FC Le Mont Ls 18 12:19 21
8 Winterthur 18 17:26 18
9 Chiasso 18 16:28 15
10 FC Schaffhausen 18 21:38 13
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Artur Petrosyan (44) kann seinen steilen Aufstieg selbst noch nicht fassen. «Das ist eine unglaubliche Geschichte. Ein sehr grosser Schritt», sagt er zu BLICK.

Der ehemalige YB- und Zürich-Star, der seit 2006 im FCZ-Nachwuchs arbeitet, legt diesen Herbst die Prüfung zur Uefa-Pro-Lizenz in seiner Heimat Armenien ab. «Das war einfacher wegen der Sprache», sagt Petrosyan. Er besteht. Am 12. Oktober wird ihm das Diplom überreicht, sofort reist er zurück nach Zürich. Zwei Tage später unterschreibt er als Nationaltrainer von Armenien.

Petrosyan ist gewarnt. Armenien ist mit 3 Pleiten aus 3 Spielen schlecht in die WM-Quali gestartet. Armenien ist seit 3 Jahren in einem Ernstkampf sieglos. Trotzdem zögert er keine Sekunde. «Ich konnte nicht absagen. Ich bin Armenier. Ich bin ehemaliger Nationalspieler.»

Petrosyan als Psychologe

Beim Zusammenzug vor dem Spiel gegen Montenegro vor zwei Wochen ist er mehr Psychologe als Trainer. Petrosyan trifft auf stark verunsicherte Spieler. Ohne Spass. Ohne Freude. «Die ersten Tage redeten die Spieler kaum miteinander. Es war keine Stimmung», sagt er. Ab dem dritten Tag wirds besser. «Da hörte ich die Spieler endlich zusammen Spass haben und lachen.»

Und Spass hat man immer noch – in ganz Armenien. Der Grund ist die zweite Halbzeit gegen Montene­gro. Das Heimteam kehrt ein 0:2 in ein 3:2. Petrosyan: «Wir spielten eine super Halbzeit. Zeigten das totale Pressing und schnelle Kombina­tionen.» Seither wird der bescheidene Petrosyan in seiner Heimat abgefeiert. «Alle sind euphorisch. Ich werde gelobt, die Schweizer Trainerausbildung auch. Klar macht mich das stolz und glücklich», sagt der Held.

Blenden lässt er sich aber nicht. «Es kann hier schnell ins Gegenteil umschlagen. Der typische Armenier denkt in Schwarz und Weiss. Dazwischen gibts kaum was.»

Am 5. Dezember kommt er zurück nach Zürich. Zurück zu seiner Frau und seinen beiden Jungs. «Dann ruht die Liga in Armenien», erklärt er.

Publiziert am 24.11.2016 | Aktualisiert am 24.11.2016

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