Oehler: «Es braucht eine Reinigung»

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Fussball

Brack.ch Challenge League

Platz Mannschaft SP Tore Punkte
1 Zürich 6 13:2 16
2 Neuchatel Xamax FC 6 10:5 13
3 Aarau 6 9:8 11
4 FC Schaffhausen 6 10:10 9
5 Wil 6 8:6 8
6 Winterthur 6 4:6 7
7 FC Le Mont Ls 6 6:10 7
8 Chiasso 6 7:9 5
9 Wohlen 6 5:10 4
10 Servette 6 4:10 4

Die Vergangenheit hat den FC St. Gallen eingeholt. Damit sie ihn nicht überrollt, muss wieder mal der «reiche Onkel aus Amerika» helfen: Edgar Oehler.

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An Heiligabend schien alles gut. Die Ostschweiz jubelte, als sie im «St. Galler Tagblatt» lesen konnte, was Verwaltungsrats-Präsident Michael Hüppi an froher Kunde zu verbreiten hatte: «Die Liquidität des Klubs ist in den nächsten Monaten gesichert. Wir können die Löhne bezahlen. Die Frage, ob wir die Bilanz deponieren müssen, stellt sich derzeit nicht mehr.»

Knapp zwei Monate vorher war Hüppi mit einem Hilfeschrei an die Öffentlichkeit gelangt. Dem Klub fehlten 1,5 Millionen Franken. Treibe man die nicht innert kürzester Frist auf, drohe die Bilanzdeponierung und der Verlust der Lizenz.

Doch der schöne weihnächtliche Schein trügte. Denn nur anderthalb Monate später ging Hüppi erneut betteln. Mit der genau gleichen Botschaft. Nur, dass es «bloss» noch 800 000 Franken seien, die fehlten. Und dass die Zeit noch mehr dränge, da man bis am 10. März das Lizenzgesuch einzureichen habe.

Warum also diese voreilige Entwarnung? «Wir sind im Dezember davon ausgegangen, dass auch die anderen Sanierungsmassnahmen greifen würden. Ich spreche da von der Spieler-Finanzierungsgesellschaft», erklärt Hüppi. Und die Spendierfreudigkeit liess nach Weihnachten merklich nach. Das Spendenbarometer zeigt derzeit 533 000 Franken an. Das ist fast dieselbe Zahl wie Ende Jahr. Die Finanzkrise lässt grüssen. Zu diesem Betrag kommen noch gut 200 000 Franken, die Edgar Oehler gesprochen hat. Der Namenssponsor der AFG-Arena hat grosszügig den für die Super League vereinbarten Betrag für das «Naming Right» in Aussicht gestellt. Und nicht bloss die 500 000 Franken für die Challenge League.

Ohne Oehler läuft nichts

Womit wir bei Oehler wären. Dem Mann, ohne den im Ostschweizer Fussball nichts läuft. Er hat durchgeboxt, dass Dieter Froehlich im Sommer sein Amt als VR-Präsident der FC St. Gallen AG abgeben muss. Der millionenschwere Unternehmer, der als Nationalrat 1980 Saddam Hussein zur Freilassung von Schweizer Geiseln überredet hat, spricht auch Klartext zur neuen Misere: «Das sind alles Altlasten. Zudem sind die Strukturen zwischen FCSG AG, Betriebs AG und Stadion AG alles andere als optimal. Der FC St. Gallen ist auf Gedeih und Verderb von der Betriebs AG abhängig. Und es kann nicht sein, dass derjenige, der das Debakel verursacht hat, da immer noch mitbestimmt.»

Konkret: Für Oehler ist es ein Stein des Anstosses, dass Froehlich immer noch im Verwaltungsrat der Betriebs AG sitzt. Diese Firma kassiert alle Gelder im Zusammenhang mit dem FC St. Gallen, mit Ausnahme der Trikotwerbung und der Donatoreneinnahmen. Im Gegenzug bezahlt sie dem Klub rund vier Millionen Franken pro Saison.

Froehlich ist jener Mann, der gemäss Oehler für die Notkäufe und den Trainerwechsel von Rolf Fringer zu Krassimir Balakov steht. Und der zu verantworten hat, dass man in den Spielerverträgen keinen Passus einbaute, dass die Löhne bei einem Abstieg nach unten angepasst würden. Denn genau deswegen pfeife der Klub derzeit aus dem letzten Loch.

Oehlers klare Forderung: Froehlich muss weg

Oehler weiter: «Es braucht jetzt eine Strassenreinigung! Froehlich muss weg. Dazu muss der Verwaltungsrat der Betriebs AG mit zwei Klubvertretern aufgestockt werden.» Und er setzt auch Bill B. Mistura, den CEO der AFG-Arena und ehemaligen Espen-Vizepräsidenten, unter Druck: «Im Moment geht es noch, wie es ist. Aber das kann sich schnell ändern.»

Klare Ansprache. Klare Forderungen. Oehlers unbescheidene Gegenleistung: die Rettung des Klubs. «Ich habe immer gesagt, dass ich bereit bin, in die Spieler-Finanzierungsgesellschaft zu investieren. Aber zu meinen Bedingungen.»

Als Präsident der FC St. Gallen AG kann Hüppi Oehlers Forderungen nicht allein erfüllen. «Ich habe ihm versprochen, dass wir die Strukturen hinterfragen, sobald das Geld da ist.» Doch eigentlich hat der Anwalt keine andere Wahl, als Froehlich dazu zu bringen, seinen Stuhl zu räumen. Der Angeschossene selbst gibt sich wortkarg: «Dazu kann ich keinen Kommentar abgeben.»

Doch der Druck auf Froehlich wird nun derart gross werden, dass ihm kaum etwas anderes übrig bleibt, als nachzugeben. Denn die Gleichung ist einfach: Geht Froehlich nicht, geht der FC St. Gallen – unter. So will es die Lex Oehler.

Publiziert am 20.02.2009 | Aktualisiert am 14.08.2012

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