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Das Szenario ist einfach: Steigt der FC Lugano auf und die AC Bellinzona nicht ab, stellt das Tessin, neben dem Eishockey, auch im Fussball zwei Teams. Geht das?
Nein. Das Tessin wäre schlicht übervertreten und zwar aus mehreren Gründen: Einerseits gibt es den finanziellen Aspekt. Das Beispiel Ambri zeigt uns im Eishockey, wie schwer es im Tessin ist, Sponsoren für den Spitzensport zu finden.
Ambri-Piotta steht seit Jahren im Schatten des grossen HC Lugano. Jahr für Jahr kämpfen die Leventiner ums nackte Überleben. Eines Tages werden die «Biancoblu» den Kampf nach möglichen Investoren verlieren und der Tatsache der sportlich-finanziellen Impotenz im Tessin in die Augen sehen müssen.
Um vier Teams in zwei dominierenden Sportarten wie Fussball und Eishockey bei Laune zu halten, fehlen dem Tessin schlicht die Geldgeber.
Italienischen Investoren ist es zu verdanken, dass überhaupt über zwei mögliche Super-League-Klubs aus der Schweizer Sonnenstube diskutiert werden darf.
Dann wäre da noch die Idee der Fusion zwischen den Traditionsklubs. Auch diese wird im Tessin vehement abgeschmettert. Eher übernimmt Basels Bankomat Gigi Oeri den FCZ, als dass sich diese zwei Vereine zusammenschliessen.
Zudem fordert die Swiss Football League bis 2010 sichere neue Stadien mit einer Kapazität von mindestens 10 000 Plätzen oder fixe Projekte. Dass Bellinzona seine Heimspiele am Sottoceneri austrägt, ist genau so unwahrscheinlich wie die Luganesi nicht in der Kantons-Hauptstadt Heimrecht geniessen wollen. Impossibile!
Deshalb ist für Tessins Fussball zu hoffen, dass im Falle eines Klassenerhaltes der AC Bellinzona, Lugano auch nächste Saison in der Challenge League spielt. Alles andere ist für die Tessiner Sportwelt unrealistisch und daran wird sich so schnell auch nichts ändern.
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BLICK-Kolumnist Kubilay Türkilmaz. (Blick Sport)