Noch ein getürktes Spiel: Im Challenge-League-Match Gossau-Thun vom 17. April soll das 4:3 kein Zufall gewesen sein.
FC-Gossau-Mittelfeldspieler Mario Bigoni (25) gestand schon, dass bei einem Rückrunden-Spiel nicht alles sauber lief: Es geht um die Partie gegen Locarno am 24. Mai (0:4). Auch das Spiel Yverdon-Thun vom 26. April (5:1) soll manipuliert worden sein: Die
Polizei befragte am Freitag Thun-Stürmer Omar Fayé (22).Jetzt wird bekannt: Auch das Spiel zwischen den beiden Schummelmannschaften am 17. April war getürkt. Es steht jetzt im Fokus der Ermittler.Gossau gewann daheim gegen Thun mit 4:3. Bei Gossau in der Startaufstellung: Goalie Darko Damjanovic (32). In der 33. Minute wurde auch Mario Bigoni eingewechselt. Der Thuner Fayé spielte durch.Thun-Präsident Markus Stähli (58) ist aber überzeugt: Fayé liess sich nicht kaufen. «Er hat mir glaubhaft versichert, dass er von der Polizei als Zeuge und nicht als Beschuldigter einvernommen wurden», so Stähli.Falls Fayé wirklich die Wahrheit sagt, sind andere Thuner schuldig. Gut möglich, dass die am Sonntag den FC
Winterthur aus dem Cup kickten.Fayé-Berater Helmut Richter (47). «Omar ist ein Pechvogel – nach der Sex-Affäre ist er jetzt schon wieder ins Fettnäpfchen getreten.»Versuchte es die Wettmafia auch beim FC
Schaffhausen? Ein Spieler erhielt in der laufenden Saison einen verdächtigen Anruf. Und wandte sich gestern an die Klubleitung. «Wir werden diesen Vorfall der Liga melden und bei der Polizei ein Protokoll darüber aufnehmen lassen», so Schaffhausen-Präsident Aniello Fontana.Verschiedene Challenge-League-Manipulationen sollen auf das Konto von Deniz C. (30) aus dem Ruhrgebiet gehen. Der Haftbefehl nennt die Spiele Yverdon-Thun und Gossau-Locarno.C. behauptet, unschuldig zu sein: «Er verspielte grosse Summen mit Live-Wetten bei Spielen von Real
Madrid und Bayern
München», sagt sein Anwalt Burhard Beneken (34). «Solche Spiele kann man nicht manipulieren.»Wie tief geht der betrugssumpf im europäischen Fussball?Laut der Londoner Times soll die Wettmafia Komplizen in den Landesverbänden haben. Und soll womöglich gar Uefa-Funktionäre mit «Alkohol, Frrauen und Schmiergeld» erpressbar gemacht haben.Weitere Schweizer Spiele unter VerdachtWie Blick.ch gestern berichtete, endete auch ein Testspiel des FC Winterthur gegen den bosnischen Klub NK Travnik mit einem verdächtigen Resultat. Die Zürcher gewannen letzten Juni überraschend hoch mit 7:1. Travnik hatte schon gegen den FC Sion absichtlich verloren und sich das Trainingslager in der Schweiz offenbar von ausländischen Wettbetrügern finanzieren lassen.