FCZ will den Vertrag auflösen Der tiefe Fall von Transfer-Flop Cabral

Cabral wird im Sommer 2015 beim FCZ als Transfer-Coup gefeiert. Nun geht er. Und er geht als Transfer-Flop in die Geschichte ein.

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3 Wil 18 24:17 26
4 Aarau 18 27:28 26
5 Servette 18 24:27 25
6 Wohlen 18 22:31 22
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9 Chiasso 18 16:28 15
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Im Sommer 2015 unterschreibt Cabral beim FCZ einen hochdotierten Vierjahresvertrag. Er ist der Transfer-Coup der Zürcher. Der Mittelfeldspieler aus den Kap-Verden bringt einen beeindruckenden Leistungsausweis mit: 5 Meister- und 3 Cup-Titel mit Basel. Gestählt in der Premier League. Cabral strotzt vor Selbstvertrauen. Beim ersten öffentlichen Auftritt redet er vom Meistertitel mit dem FCZ.

Das Problem: Cabral spricht zwar wie ein fünffacher Schweizermeister, spielt aber nicht so. Beim FCZ reibt man sich die Augen. Das hat man sich anders vorgestellt. Es muss am Trainingsrückstand liegen, immerhin war der neue Star das halbe Jahr vor dem FCZ-Engagement klublos.

Cabral immer seltener auf den FCZ-Trainingsplätzen

Der Vorwurf, nicht annähernd austrainiert zu sein, wird Cabral nie mehr los. Seinen Stammplatz schon. Schnell wird klar: Der vermeintliche Transfer-Coup ist ein Transfer-Flop. Der FCZ und Cabral, das passt nicht. In der ganzen Rückrunde kommt er nur noch zwei Minütchen zum Einsatz. Ende Saison dann der Schnitt: Cabral wird aus dem Kader gestrichen. Der FCZ fordert den Mittelfeldspieler auf, einen neuen Verein zu suchen.

Cabral soll konkrete Angebote gekriegt haben, annehmen tut er sie nicht. Erst hat er die Hoffnung, dass noch grössere Vereine anklopfen. Dann sagt er zwei türkischen Klubs ab, wegen der aktuellen politischen Situation im Land. Dann ist das Transferfenster zu. Sehr zum Ärger der FCZ-Verantwortlichen. «Man geht ja normalerweise davon aus, dass man mit 27 immer noch ambitioniert ist und weiterhin Profifussball spielen will», sagt Präsident Ancillo Canepa.

Um Cabral doch noch transferieren zu können, plante man beim FCZ so: Cabral sollte mit Alex Kern, dem ehemaligen Konditionstrainer der 1. Mannschaft trainieren. Und mit der U21. Sodass er fit bleibt, um im Winter einen Abnehmer zu finden. Am Anfang klappt das auch gut. Doch immer seltener wird Cabral auf den FCZ-Trainingsplätzen gesichtet. Zuletzt gar nicht mehr.

«Er will seinen Vertrag sicher nicht absitzen»

Trainiert er überhaupt noch? Der Spieler ist für BLICK nicht zu erreichen. Sein Berater Walter Fernandez sagt: «Cabral trainiert. Sogar härter als vorher. Auch unter der Anleitung eines persönlichen Fitnesstrainers.»

Beim FCZ hat man die Hoffnung auf Transfereinnahmen wohl aufgegeben. Canepa verrät: «Wir sind am konkreten Ausarbeiten einer einvernehmlichen Lösung.» Heisst: Der Vertrag des Mittelfeldspielers dürfte bald aufgelöst und Cabral ausbezahlt werden. Wenigstens haben die Zürcher ihn dann von der Lohnliste. Auch Cabral wäre wieder glücklich.

Fernandez: «Er will seinen Vertrag bis 2019 sicher nicht absitzen. Das wäre nicht nur für den FCZ eine Katastrophe, sondern auch für ihn. Cabral will spielen. Und er ist dazu auch bereit, auf viel Geld zu verzichten. Wir streben eine faire Lösung für alle an.»

Was bleibt von der gemeinsamen Zeit? Neben vielen enttäuschten Erwartungen wenigstens der Trost, dass Cabral bei seiner Ankündigung im Sommer 2015 nicht völlig danebenlag. Der FCZ wurde mit ihm zwar nicht Meister, doch immerhin Cupsieger. Die 38 Minuten, die er im Final am 29. Mai gegen Lugano spielte, dürften seine letzten im FCZ-Dress gewesen sein. Und eigentlich die einzigen, in welchen er überzeugt hat. 

Publiziert am 17.11.2016 | Aktualisiert am 17.11.2016

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7 Kommentare
  • Thomas  Kuhndt 17.11.2016
    Cabral, Keita, ... die Liste der Rückkehr grosser Namen in die Schweiz liesse sich beliebig fortsetzen. Solche Fussballer und altgediente Kämpen wie Costa (FC Luzern), Gattuso (Sion) kommen in die Schweiz, um aufgrund früherer Erfolge noch ein wenig abzukassieren. Hier rollt man ihnen dafür sogar noch den roten Teppich aus. Warum werden die Transferverantwortlichen in den Klubs eigentlich nie schlau und investieren die für hiesige Verhältnisse horrenden Ausgaben in den Nachwuchs?
    • Robert  Tanker 17.11.2016
      Da geb ich ihnen schon Recht, aber man muss auch sehen, dass dies nur Handgeld ist für die. Vielmehr sehe ich da unmotivierte Spieler, welche denken, hier reicht mein "Können" auch mit meiner Faulheit noch aus. Dies ist halt eben nicht so.. Solche Spieler werden nie mehr an ihre alte Leistung anknüpfen können. Oft kommen solche Spieler übrigens eher aus dem Süden. Finde ich noch speziell.
  • Dario  Sapo 17.11.2016
    Bevor auf einen Spieler eingedroschen wird, der nicht irgendwohin in die Pampa wechseln will sollte man sich auch vor Augen führen, dass man einem Spieler, der offensichtlich völlig aus der Form war, einen 4-Jahresvertrag gibt. Zu solchen Geschichten gehören immer (mindestens) zwei...
    • Heinz  Göldi aus Horn
      17.11.2016
      Da muss ich Herrn Sapo recht geben. Da hat wohl der damals allmächtige Präsident und Sportchef total versagt. So ist der FCZ auch abgestiegen.
  • Peter Keller  aus Solothurn
    17.11.2016
    Cabral wechselt anscheinend zusammen mit Jahrhundert Transfer Kuzmanovic für 5 Jahre an den Rhein zurück. Da entlastet Canepas Budget und Gigi kann die Fehlinvestition bei den Steuern geltend machen. Irgendwo muss sie das Geld ja investieren. Ob das allerdings gut beim CL Versager Club?
  • Werner   Werhub, ☺ aus Globâle, Tuvalu, Vaiaku █ Fongafale
    17.11.2016
    Blick schreibt:
    Er will seinen Vertrag bis 2019 sicher nicht absitzen. Das wäre nicht nur für den FCZ eine Katastrophe, sondern auch für ihn. Cabral will spielen. Und er ist dazu auch bereit, auf viel Geld zu verzichten. Wir streben eine faire Lösung für alle an.

    Werhub meint:
    wer es glaubt wird selig.
    das kostet den Canapes viel viel Batzeli

    Gruss vom Atoll
    • Peter Keller  aus Solothurn
      17.11.2016
      Danke für die Aufklärung Werner Wergott, was wären wir ohne den Experten aus dem Pazifischen Ozean. Etwa soviel wie Basel in der Champions League, nichts;-))!!