Einsamer Fan, Wildwest in Wil, Canepa-Hund So bizarr lief die Challenge League

Die skurrilsten Geschichten aus und um die Vorrunde der Challenge League.

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Fussball

Brack.ch Challenge League

Platz Mannschaft SP Tore Punkte
1 Zürich 18 48:10 48
2 Neuchatel Xamax FC 18 32:19 36
3 Wil 18 24:17 26
4 Aarau 18 27:28 26
5 Servette 18 24:27 25
6 Wohlen 18 22:31 22
7 FC Le Mont Ls 18 12:19 21
8 Winterthur 18 17:26 18
9 Chiasso 18 16:28 15
10 FC Schaffhausen 18 21:38 13
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Der angeklagte Knipser

Jean-Pierre Nsamé hatte nach 7 Spielen schon 8 Tore für Servette verbucht. Mittlerweile sinds 10 in 14 Spielen. Topskorer der Liga! Hat sich der Kameruner im Sommer verlaufen? Oder warum landet ein Stürmer seines Formats mit 23 Jahren in der Challenge League?

Der Grund: ein Drama. Nsamé wurde vor einem Jahr in Frankreich angeklagt, weil er sein Baby spitalreif geschüttelt haben soll. Er durfte sich danach weder Baby noch Freundin nähern. Bei einer Verurteilung drohten 15 Jahre Knast. Laut Servette haben sich die Vorwürfe mittlerweile nicht erhärtet, die Behörden gaben grünes Licht für den Transfer. Seither trifft Nsamé für Servette. Doch für wie lange noch? (sin)

Verfahren wegen Hündin

«Natürlich darf Madame Canepa ihren Hund mitnehmen», sagt Serge Duperret, der Präsident von Le Mont, vor Saisonstart zu BLICK. Die FCZ-Besitzer nehmen die Einladung gerne an. Kookie sitzt am 10. August im Stadion. Ancillo Canepa: «Kookie hat das Spiel sehr genossen. Sie hat dem Geschehen zugesehen und zwischendurch auch geschlafen.»

Doch der Gag hat ein Nachspiel! Weil Hunde generell verboten sind und der Sicherheitsexperte Kookies Stadionbesuch rapportiert, muss die Disziplinarkomission ein Verfahren einleiten. Canepa verständnislos: «Das ist masslos übertrieben. Ich denke, wir haben genügend andere Probleme auf dieser Welt und im Schweizer Fussball.» Findet die Liga eigentlich auch. Das Verfahren ist versandet. (Mi.W.)

Traurige Stadioneröffnung

Theoretisch könnte in Schaffhausen die pure Vorfreude herrschen. Der Einzug in den neuen Lipo-Park im Februar wird ein Meilenstein sein. Doch der Klub steht am Scheideweg. Sportlich gibt das Schlusslicht mit 13 Pleiten in 18 Spielen ein trauriges Bild ab. Dazu ist der langjährige Präsident und Stadion-Initiant Aniello Fontana krank im Spital, er muss die Klubführung mehrheitlich seinem Schwiegersohn Marco Truckenbrod Fontana überlassen.

Der junge Geschäftsführer entlässt eine Runde vor der Winterpause Trainer-Sportchef Axel Thoma. Die Wirkung bleibt aus, der FC Schaffhausen kassiert in Wohlen die höchste Saisonpleite (0:4). Geld für neue Spieler und einen neuen Trainer ist kaum vorhanden. Ob mit einem neuen Stadion alles besser wird? (md)

Wildwest in Wil

Im Sommer 2015 wars, als sie in Wil von der blendenden Zukunft schwadronierten, von Super League und Europa League, die mit Millionen des türkischen Konzerns MNG alimentiert werden sollte. Roger Bigger schwadronierte, der abtretende Präsident glaubte, dass er den Coup gelandet habe. Erdal Keser schwadronierte, der Sportchef, der sich mit Uli Hoeness verglich, zwei Monate später aber rausgeworfen wurde. Und da war noch Abdullah Cila, der Statthalter von MNG-Boss Mehmet Günal, der zwar starker Mann werden sollte, aber bis heute keine Arbeitserlaubnis hat – soeben erhielt er negativen Bescheid vom St. Galler Amt für Wirtschaft und Arbeit.

Cila darf sich nur als Tourist aufhalten, drei Monate am Stück. Dass er die Geschäfte mehr als ein Jahr ohne nötige Papiere führte, kann ihn und den FC Wil noch teuer zu stehen kommen: Ein Strafverfahren wegen «Verdachts auf Widerhandlung gegen das Ausländergesetz» läuft. Bigger entmachtet, Keser weg, Cila im Visier der Justiz. Und die Trainer? Fuat Capa, Kevin Cooper, Ugur Tütüneker wurden seit Sommer 2015 verschlissen. Der Fortschritt: nahe bei null. Wil liegt 22 Punkte hinter dem FCZ. Tütüneker, vom Juli bis August 54 Tage im Amt, hat eh andere Sorgen: Gegen ihn läuft in der Türkei ein Strafverfahren, weil er verdächtigt wird, Mitglied der FETÖ zu sein, der «Fethullah Terror Organisation», die Staatspräsident Erdogan für den Putschversuch im Sommer verantwortlich macht.

Der Strafgerichtshof entscheidet diese Woche, ob die Klage angenommen wird. Tut er’s, könnte Tütüneker im schlimmsten Fall zu 22 Jahren Gefängnis verurteilt werden! Da nehmen sich die Probleme seines Nachfolgers Martin Rueda bescheiden aus: Ihn setzten die Wiler soeben vor die Tür, nach drei Monaten, als vierten Mann seit Sommer 2015. Wil, Wil, Wildwest! (mis)

Die unhöflichste Begrüssung

«Er sieht nicht aus wie ein Fussballtrainer, sondern eher wie ein Gerichtsvollzieher, Gemeindeschreiber, Briefträger oder Steuerbeamter. Dieser Eindruck wird dank seiner behäbigen Art noch verstärkt», so begrüsste die «Aargauer Zeitung» Francesco Gabriele zum Amtsantritt als Wohlen-Trainer. Anfang September wars. Und nach drei Spielen mit drei Pleiten hatte sie ihr finales Urteil gefällt: Der sportliche Aufschwung sei unter Gabriele undenkbar: «Dazu fehlt es dem biederen Solothurner ganz einfach an der nötigen Klasse, Rasse und Ausstrahlung.» Seither gewann der FC Wohlen 6 von 10 Spielen – als Sechster ist er bereits 9 Zähler vom Abstiegsplatz weg. Gabriele? Für viele inzwischen ein Glücksgriff. (mis)

Die dümmste Whatsapp-Nachricht

Wolfgang Vöge (61) kickte für Dortmund und Leverkusen, für den FCZ und Winti. Und seit Jahren berät er Spieler: Yann Sommer oder Roman Bürki gehören zur prominenten Klientel. Daneben ist er das sportliche Gewissen des FC Winterthur. Von Fussball versteht er was, von anderem nicht – von Smartphones etwa. Nach einem 0:1 gegen Schaffhausen sendet Vöge eine Whatsapp-Nachricht, die für den FCW-Vorstand gedacht ist, an die Spieler. «Trainerfrage?», heisst es da.

Und selbst die Dümmsten wissen: Die Zukunft des Trainers Sven Christ ist ungewiss. Einen wie ihn in Frage zu stellen, der mit dem FC Winterthur von Platz 4 auf 8 stürzte, ist zwar begreiflich. Und sich vertippen? Kann jedem passieren. Vöges Ausrede jedoch, er habe bewusst gehandelt und die Mannschaft kitzeln wollen, ist nur eines: hochnotpeinlich. (mis)

Der einsamste Fan

Seine Einsamkeit hat ihn populär gemacht! Über 1 Million Menschen haben sich das Video von Emmanuel Masmejan angeschaut. Dem 14-jährigen und einzigen Fan von Le Mont, der an jedes Spiel seines Klubs reist. Und seit BLICK den einsamsten Fan der Liga beim Spiel gegen den FCZ begleitet hat, wird dem Schüler Respekt in der gesamten Fanszene gezollt. Jetzt sollen selbst die eingefleischten FCZ-Fans eine Überraschung für ihn planen: Zum letzten Saisonspiel will die Südkurve nach Le Mont reisen, um Emmanuel zu unterstützen. Damit der einsamste Fan der Schweiz für einmal eine volle Kurve als Capo -anführen darf. (sin)

Publiziert am 14.12.2016 | Aktualisiert am 03.01.2017

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2 Kommentare
  • Neal  Widmer , via Facebook 15.12.2016
    Sieger der Hinrunde? Le Monts Emmanuel weil er der Schweiz und der Welt zeigt, wie leidenschaftlich man auch für einen durchschnittlichen Zweitliga Klub mitfiebern kann.
  • Michael  Achermann 14.12.2016
    Ach Blickis, hört doch endlich mal mit eurem FCZ auf. Er ist jetzt halt nur in der Challenge League. Ihr tut so, als gehöre er zur Super League und spielt nur als Experiment da unten.