
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Als Louis van Gaal zur Leistung von Xherdan Shaqiri befragt wird, überlegt er lange. Dann wählt der Bayern-Coach seine Worte mit Bedacht: «Wenn ich etwas darüber sage, heisst es sofort, wir hätten Interesse an Shaqiri. Deshalb ist es besser für ihn und für uns, wenn ich nichts sage. Dann hat er nicht so einen Druck.»
Die Aussage des Tulpen-Generals heisst übersetzt nichts anderes als: Der Junge steht bei uns auf dem Zettel. Aber wir wollen ihn nicht unter Druck setzen – und schon gar nicht seinen Marktwert weiter in die Höhe treiben.
Laut www.transfermarkt.ch wird dieser derzeit auf 7,2 Millionen Franken beziffert. Wohl reichlich untertrieben. Zu sehr ist der Stern des FCB-Kraftwürfels schon aufgegangen – jetzt auch in der Königsklasse. Von BLICK bekam Shaqiri die Bestnote 6.
Nach dem Traumtor in der EM-Quali gegen England (1:3) nun der Turbo-Auftritt gegen den letztjährigen Champions- League-Finalisten – beides vor den Augen der Fussball-Welt. Der 18-Jährige zählt definitiv jetzt schon zu den begehrtesten Talenten Europas.
«Nach den beiden Spielen gegen Basel kann ich einen jungen Spieler nennen, der für den FC Bayern interessant ist», hatte Präsident Uli Hoeness angekündigt. Das Rückspiel (8. Dezember) wird es wohl nicht mal mehr brauchen. Hoeness kennt die Antwort bereits.
«Nach dieser Leistung kann ich mir alles vorstellen», sagt denn auch Basel-Coach Thorsten Fink. Er weiss, wie man in München tickt. Sieht auch Shaqiri seine Leistung gegen Bayern als Bewerbungsschreiben? «Nein, die kennen mich wahrscheinlich schon», antwortet er frech. Recht hat er. Basel-Killer Bastian Schweinsteiger sagte schon vor dem Match: «Ich kenne Frei, Streller, Huggel – und diesen 18-Jährigen, der das tolle Tor gegen England gemacht hat.»
Wie lange kann Basel sein Juwel noch halten? Den Vertrag haben die Verantwortlichen in weiser Voraussicht schon vor über einem Jahr bis 2014 verlängert und das Gehalt angepasst, obwohl er zu diesem Zeitpunkt nicht Stammspieler bei den Profis war.
Unter 10 Millionen Franken ist «Shaq Attack» sicher nicht zu haben. Dass musste im Sommer schon der Hamburger SV erfahren, der den Allrounder gerne verpflichtet hätte.
«Ein super Spieler, aber für uns leider zu teuer», sagte Sportchef Bastian Reinhardt zu BLICK.
Für europäische Topklubs wie Bayern München nicht. Die Türe zu den Grossen im Fussball steht für Shaqiri weit offen. Nach dieser Saison wird er hindurchgehen.