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Blatter-Crash! Auto touchiert, Auto gerammt

Spiez - Der sündhaft teure Mercedes von Sepp Blatter (72) steht im Abseits. Wenigstens ist dem Fifa-Boss beim Crash auf der Heimfahrt ins Wallis nichts passiert.

Von Beat Michel | Aktualisiert um 11:45 | 23.10.2008
Die Unfallstelle: Blatters Mercedes steht am Hang. (Markus Hubacher)
Ganze 4,7 Sekunden braucht Sepp Blatters Rennmaschine von null auf hundert. Der Motor des nagelneuen Mercedes SL 63 AMG ist 525 PS stark. Super-Breitreifen sorgen für gute Bodenhaftung.

Doch das hilft dem Präsidenten des Weltfussballverbandes wenig, wenn er nicht aufpasst. Auf der Fahrt ins Wallis am letzten Wochenende baut er einen Frontalcrash.

In Spiez biegt Blatter auf der A8 von Bern kommend in Richtung Kandersteg ab. Am Ende des Spiezwilertunnels überholt er das erste Auto. Hier ist der Übergang von der 60er-zur 80er-Limite. Aus noch unbekannten Gründen touchiert Blatters Mercedes das langsamere Auto. Eigentlich hatte er genug Platz. In Fahrtrichtung gibt es eine Normalspur und eine Überholspur.

Mercedes ausser Kontrolle

Hat Sepp Blatter sich verschätzt? Oder haben ihm die 525 Rössli einen Streich gespielt und beim Beschleunigen das Heck ausbrechen lassen?

Sicher ist nur: Blatter überquert nach der Streifkollision die doppelte Sicherheitslinie und landet auf der Gegenfahrbahn – wo ihm ein Golf III entgegenkommt. Dessen Fahrer will den Crash vermeiden und weicht nach rechts aus. Zu spät. Blatters Mercedes erwischt ihn vorne links.

Der Aufprall ist so stark, dass der Golf rechts in die Böschung schleudert und sich überschlägt. Der Fahrer hat enormes Glück. Er wird nur leicht verletzt.

Auch Blatters Mercedes landet an der Böschung. Direkt vor der Tunneltafel kommt er zum Stehen. Der Fifa-Präsident ist unverletzt.

Nummernschilder abmontiert

Gleich nach dem Unfall werden die Nummernschilder des Mercedes entfernt. Soll niemand herausfinden, wem der 233 000 Franken teure Bolide gehört?

Beim Strassenverkehrsamt kann mit Hilfe der Nummernschilder jedermann herausfinden, wem ein bestimmtes Auto gehört. Peinlich für den höchsten Fussballer der Welt.

Die Polizei mag sich zu Blatters spektakulärem Crash nicht äussern. «Noch laufen unsere unfalltechnischen
Abklärungen und Ermittlungen. Ein allfälliges Strafverfahren eröffnet der Untersuchungsrichter», sagt Polizeisprecher Thomas Jauch von der Kantonspolizei Bern.

Kein Kommentar

Auch Sepp Blatter schweigt. «Herr Blatter ist wohlauf und arbeitet», sagt Fifa-Sprecher Hans Klaus. «Ich habe Kenntnis vom Unfall, äussere mich aber nicht dazu.»

Dafür wird Roland Wiederkehr deutlich, der Gründer der Strassenopfervereinigung RoadCross: «Der Unfallverursacher fuhr offensichtlich schneller, als er das Auto beherrscht.» Aber das sei schwierig zu beweisen. «Anders wäre das, wenn in allen Autos eine Black Box installiert wäre.»
Fifa-Präsident Sepp Blatter hatte seinen Mercedes nicht unter Kontrolle. (Keystone)
Fifa-Präsident Sepp Blatter hatte seinen Mercedes nicht unter Kontrolle. (Keystone)
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