Betreuer erinnert sich an verstorbenen Publikumsliebling Ex-YB-Star Gohouri (✝) «hat nie gewaschen»

Vor einem Jahr wird Steve Gohouri tot aus dem Rhein gefischt. Ein ehemaliger Betreuer erinnert sich an den Fussballprofi mit dem exzessiven Lebensstil.

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2 YB 18 42:24 35
3 Sion 18 38:31 29
4 Luzern 18 36:33 29
5 GC 18 26:32 22
6 St. Gallen 18 20:27 21
7 Lausanne 18 30:34 18
8 Lugano 18 23:35 18
9 Thun 18 23:34 16
10 Vaduz 18 21:43 16
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Am 31. Dezember 2015 fischt die Düsseldorfer Polizei einen 34-jährigen Mann aus dem Rhein. Es ist Steve Gohouri. Natispieler der Elfenbeinküste. Die Polizei schliesst Fremdverschulden aus. Ertrunken heisst die Todesursache. Unfall? Selbstmord? Die Staatsanwaltschaft ermittelt nicht.

Die Beerdigung in Abidjan wird live im TV übertragen. Gohouris Tod bewegt. In Deutschland, England, Frankreich. In der Schweiz. Und in Liechtenstein. Dort startet er im Jahr 2003 seine Karriere. Und schon im Ländle fällt auf: Gohouri ist zwar Fussballprofi, benimmt sich aber nicht wie einer.

«Liebenswert, aber auch leichtgläubig»

«Er hat nie Geld auf die Seite gelegt. Es ging für Ausgang und Kleider drauf», sagt sein ehemaliger Betreuer Heiner Ganz, der damalige Geschäftsführer des FC Vaduz. Trotzdem ist der kräftige Ivorer viel zu gut für die Challenge League. Er wechselt im 2005 zu YB, wird Publikumsliebling.

Auch in Bern steht Ganz mit Gohouri im Kontakt, kümmert sich um seine Rechnungen. «Das konnte Steve nicht. Er lebte nur im Hier und Jetzt, genoss das Leben in vollen Zügen.» Je mehr Gohouri verdient, je mehr gibt er aus. Mehr Kleider, grössere Autos. Spielt er nicht Fussball, wird gefeiert. «Der Ausgang war ihm sehr wichtig», sagt Ganz. Gohouri ist nun ein Star, hat viele Freunde, viele Berater. Ganz: «Er war liebenswert, fröhlich und gesellig. Aber auch leichtgläubig.»

«Waren Kleider schmutzig, kaufte er neue»

2007 geht Gohouri zu Gladbach. Eines seiner vielen geleasten Autos vergisst er in einem Berner Parkhaus. In seiner Wohnung türmen sich Kleider bis unter die Decke. «Steve hat nie gewaschen», sagt Ganz, «waren die Kleider schmutzig, kaufte er neue.» Gohouris Klamotten werden später an YB-Nachwuchsspieler verteilt.

Auch in Gladbach lieben ihn die Fans. Und er liebt den Ausgang. Gohouri stolpert über eine Disco-Affäre, wird im Sommer 2009 aus dem Kader verbannt. Dieselben Schlagzeilen auch später bei Wigan in der Premier League. Da, wo er von seiner fussballerischen Klasse eigentlich heute noch spielen müsste.

In der falschen Episode

Doch Gohouris Klubs werden kleiner und kleiner. Anfang Dezember 2015 unterschreibt er beim TSV Steinbach in der deutschen Regionalliga. Sein letzter Verein. Am letzten Tag des Jahres wird er aus dem Rhein gezogen. «Die Zeit» widmet ihm kürzlich einen Artikel.

Da steht: «Von Gohouri bleibt der Eindruck, er sei in die falsche Epoche hineingeboren worden. 30 Jahre vorher war es normal, dass Spieler feierten, tranken, (...) Heute hat die Generation Götze übernommen. Brav, leistungsorientiert, im Vereinsinternat geschliffen. In so einem Umfeld fällt einer wie Gohouri auf – und raus.»

Publiziert am 01.01.2017 | Aktualisiert am 01.01.2017

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5 Kommentare
  • Peter  Keller aus Solothurn
    02.01.2017
    So, so - Gewaschen hat dieser YB-Stolpperi nie.
    Doch abgetrocknet wurden die Berner allemal von den 8 anderen Suppenleague-Vereinen.
    Vom Weltklasseverein kassierten die Beerengraebler stets eine chemotherapeutische Komplett-Rasur auf allen Fussball-Ebenen.
    Happy 2017, Bravo FCB, Danke Frau Oeri und Super-Urs.
  • Michael  Rudolf 01.01.2017
    Das hat nichts mit der Generation Götze etc zu tun. Einzig die Herkunft, das Erlernen des Umgangs mit Geld und Gütern ist entscheidend. Eigentlich bräuchten solche an sich liebenswerte Menschen einen Vormund um zurechtzukommen.
    So ist es halt - Gruss aus Westafrika
    • Roger  Remy 01.01.2017
      Oh doch hat das mit der Generation zu tun. Früher konnten die Profis auch mal richtig feiern ohne, dass am nächsten Tag etwas in der Presse steht. Siehe Spieler wie Fredi Chassot anno 2000.
    • Michael  Rudolf 01.01.2017
      Ich glaube nicht, dass Chassot seine Kleider nie gewaschen hat oder unzählige Autos geleast hat. Auch ist seine Karriere nicht wegen Club Beziehungen zu Ende gegangen.
      Das ist eine Kulturfrage von entwurzelten Menschen, die nicht mit der neuen Situation zurechtkommen.
  • drafi  schweizer aus berg
    01.01.2017
    es ist nun einmal so, es wird immer, auch heute noch Menschen geben die wenn es ihnen zu plötzlich zu gut geht nicht damit umgehen können, sie wollen auch gar nicht dass man ihnen hilft, sie leben ihr leben bis zum bitteren ende, das einzig gute daran ist dass sie in "dieser Zeit" scheinbar Glücklich sind, waren, trotz allem, er war ein toller Fussballer, ein Mensch den die Fans liebten