Berater legt Schweizer Talent gefälschten Vertrag vor Mieses Spiel!

Der Schweizer Spielerberater S. hat einem Luzerner Talent einen Köln-Transfer versprochen. Der vorgelegte Vertrag ist aber gefälscht. Jetzt wird der Berater vom Bundesligisten verklagt.

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Er wirkt auf den ersten Blick professionell, der Bundesliga-Vertrag zwischen dem 1. FC Köln und dem Luzerner Nachwuchstalent M. Der Lohn? Realistisch für ­einen 17-Jährigen, der noch keine Profi-Erfahrung gesammelt hat.

13'200 Euro pro Monat. 14-mal ausbezahlt, dazu Siegprämien von 300 Euro. Der Traum von der grossen Karriere schien in Erfüllung zu gehen.

Spätestens bei der Lektüre der letzten Seite reibt man sich aber verwundert die Augen. Dort stehen weder die Namen der Kölner Verantwortlichen noch die des Spielers, dafür sechs unterschiedliche Unterschriften. Dubios. Oder um es mit den Worten von Kölns Pressesprecher zu sagen: «Das Vertragswerk ist eindeutig gefälscht und kein Original des 1. FC Köln. Ich kann Ihnen ferner mitteilen, dass bereits Strafanzeige gestellt wurde.» Wegen Urkundenfälschung. Gegen wen, will der Traditionsverein nicht verraten, doch BLICK-Recherchen ergaben, dass es sich um den Schweizer Spielerberater S. handelt.

Dieser habe M. und dessen Vater immer und immer wieder versprochen, den Spieler in die Bundesliga zu transferieren.

Für den Wechsel die Schule abgebrochen

Eben nach Köln. Kurz nach Weihnachten unterschrieben sowohl der Vater als auch der Sohn den gefälschten Vertrag, auf einen positiven Anruf aus der Bundesliga warten die beiden seither vergebens. Und das ist nicht alles.

Er habe viel Geld verloren, sagt M.'s Vater gegenüber BLICK. Sein Sohn sei auf eine teure Privatschule in Luzern gegangen. Die koste pro Jahr 12'000 Franken. Im Glauben, einen Bundesliga-Vertrag unterschrieben zu haben, habe der Sohn die Schule abgebrochen.

Für den Papa, der zusammen mit seiner Ehefrau in einer Lampenfabrik arbeitet, ein schwerer Schlag. Er habe nicht gewusst, dass der Vertrag eine Fälschung sei, und dem Spielerberater vertraut.

Noch bis gestern glaubten die Eltern, dass ihr Sohn in der Rückrunde für den 1. FC Köln spielen werde, dass sie bald gemeinsam nach Deutschland fliegen würden. Erst als ein

Anwalt des Bundesligisten angerufen habe, sei ihnen der Ernst der Lage bewusst geworden.

Und Spielerberater S.? Der bereut mittlerweile, was er getan hat: «Dass ich den Vertrag gefälscht habe, tut mir sehr leid. Es war dumm von mir. Ich weiss auch nicht, was ich mir dabei gedacht habe. Es war jugendlicher Leichtsinn.»

Ob sich S. im Voraus eine Vermittlungs-Provision von M. versprochen hat?

Publiziert am 13.01.2016 | Aktualisiert am 13.01.2016

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