Basel-Schande: Ogi meldet sich zu Wort

  • Publiziert: 21.05.2006, Aktualisiert: 02.01.2012

BERN – «Disziplin und Recht und Ordnung», fordert Alt-Bundesrat Adolf Ogi nach den Fussball-Krawallen von Basel. Und er weiss: «In Singapur könnte es nie so weit kommen.»

Nach den Krawallen im und ums Stadion nach dem Meisterschaftsspiel zwischen Basel und Zürich (1:2) hat sich nun auch Adolf Ogi zu Wort gemeldet.

«Wir müssen Disziplin und Recht und Ordnung wieder entdecken», sagte der UNO-Sonderbeauftragte für Sport. Mit den schweren Ausschreitungen vom letzten Wochenende habe die Schweiz «ihre Unschuld verloren».

Nach dem WM-Qualifikationsspiel in Istanbul habe man auf die Türkei gezeigt. «Jetzt wissen wir: Wir sind kein bisschen besser», sagte der ehemalige Schweizer Sportminister.

Nun müsse man vor allem hart durchgreifen, so Ogi gegenüber der «Südostschweiz am Sonntag». «Man geht mit diesen Hooligans viel zu zimperlich um.»

Ginge es nach Ogi, wäre alles verboten, was nicht ausdrücklich erlaubt ist. «In Singapur könnte es nie so weit kommen», zog Ogi einen gewagten Vergleich zum autoritären Stadtstaat in Südostasien.

Euro-Chef Kallen will drei Sicherheitsringe

Martin Kallen, Chef der Euro 08, will mit Zäunen Krawallmacher von den Stadien fernhalten. Das Konzept sehe drei Sicherheitsringe um die Stadien vor, sagte Kallen in einem Interview mit der «SonntagsZeitung».

Beim ersten Duchgang, rund 300 Meter vor dem Stadion, sollen Leute ohne Ticket aufgehalten werden. Bei einem weiteren Zaun werden die Zuschauer durchsucht, und schliesslich wird das Ticket auf die Echtheit überprüft.

Die Kontrollen beginnen laut Kallen jedoch viel früher. Personendaten würden bereits beim Ticketverkauf gesammelt und von der Euro-Sicherheitszentrale der Polizei in Bern mit Datenbanken in den 16 teilnehmenden Ländern abgeglichen. So könnten potenzielle Gewättäter zurückgehalten werden, etwa indem Busse mit Fans umgeleitet würden.

Auch die Aufhebung des Nachtflugverbots werde derzeit diskutiert, Gespräche mit dem Bund seien im Gang, sagte Kallen. Ziel wäre es, die Fans nach den Spielen so rasch wie möglich wieder ausser Landes zu schaffen und so die Polizei zu entlasten.

Auf Zäune in den Stadien möchte Kallen dagegen verzichten: «Sie fördern das Aggressionspotenzial und verhindern im Notfall die Flucht auf den Rasen», sagte er. Stattdessen würden in den Stadien Security-Leute eingesetzt, bis zu 1000 pro Spiel.

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