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Fragen Sie BLICK-Renggli: Kalenderwoche 52

  • Aktualisiert am 02.01.2012

Haben Sie Sportfragen? Sport-Experte und BLICK-Reporter Thomas Renggli beantwortet Ihre Fragen zu jedem sportlichen Thema!

Sonntag, 28.12.08

Weshalb heisst das Traditionsturnier in Davos Spengler Cup? Sandro Lüdi, Roggwil

Antwort von Thomas Renggli: Der Name des Spengler Cups geht nicht auf die Gewerkschaft der Spenglermeister, sondern auf den Schweizer Chirurgen Carl Spengler (30. Juni 1860 – 15. September 1937) zurück. Er war der Sohn des deutschen Arztes Alexander Spengler, der Davos im 19. Jahrhundert als Luftkurort bekannt machte.

Carl Spengler war ein grosser Sportfan. 1923 schrieb er ein Eishockey-Turnier aus und stiftete den Spengler Cup.

Die Bedeutung des Anlasses wird in der Stiftungsurkunde wie folgt definiert: «Der Jugend der durch den Ersten Weltkrieg verfeindeten Nationen im sportlichen Kontakten wieder zusammenzuführen. Das gegenseitige Verständnis und Vertrauen soll in fairem, freundschaftlichem Kräftemessen gefunden und gefördert werden.»

Der Spengler-Cup gilt als ältestes Eishockeyturnier für Klubmannschaften. Seine friedensstiftende Wirkung war allerdings nicht immer gewährleistet. In einer Sportart, in der Bandenkämpfe zum Alltag gehören, kann das aber nicht weiter überraschen.

Samstag, 27.12.08

Was ist eigentlich im Fussball der grüne Tisch? Pascal Riesser, Oberdiessbach

Antwort von Renggli: Der Ausdruck „grüner Tisch“ wird aus der Redewendung „etwas am grünen Tisch entschieden“ abgeleitet. Historisch geht er offenbar auf einen mit grünem Samt bezogenen Tisch im Kurfürstenzimmer des Alten Rathauses in der süddeutschen Stadt Regensburg zurück. Allerdings beanspruchen auch andere Orte das „Urheberrecht“ des ersten grünen Tisches.

Im Sportjargon ist der grüne Tisch quasi die Umkehr des grünen Rasens. Denn an ihm werden Urteile auf dem juristischen bzw. sportjuristischen Weg gefällt und Strafen, Bussen, Sperren oder Forfait-Niederlagen, ausgesprochen.

In der jüngeren Vergangenheit des Schweizer Sports kommen mir spontan zwei spektakuläre Fälle in den Sinn.

– Die „Affäre Muntwiler“, als der FC Zürich am 1. April 2007 gegen St. Gallen nur unentschieden spielte, nachträglich aber forfait gewann. Der Grund war die Einwechslung des St. Gallers Philipp Muntwiler, der am Tag zuvor in einem Meisterschaffspiel der U21-Mannschaft vom Platz geflogen war und damit nicht spielberechtigt war. Rückblickend waren es exakt die beiden Punkte, die dem FCZ später den Titelgewinn bescheren sollten. In Basel gilt Muntwiler seither als Schimpfwort.

– Der „Fall SCB“. 1986 stieg der SC Bern in die Nationalliga A auf, obwohl er zuvor den Final der Nationalliga-B-Play-offs gegen Chur verloren hatte. Grund war der freiwillige Rückzug des EHC Arosa in die 1. Liga. Dass der SCB (und nicht der auf sportlichem Weg abgestiegene Zürcher SC) den Platz in der Elite erbte, war ebenso umstritten wie die Rolle des damaligen Arosa-Präsidenten Peter Bossert.

Montag, 21.12.08

Mich irritiert, weshalb mein Lieblingsverein AC Milan nur einen Stern auf dem Trikot hat, aber Bayern München gleich vier. Was sind die Voraussetzungen, dass sich ein Klub damit schmücken darf? Peter Ackermann, Bern

Antwort von Renggli:
Mit astrologischen Neigungen haben die Sterne auf Fussballtrikots ebenso wenig zu tun wie mit ausserirdischen Leistungen. Auch die Champions League, die sich in ihrem Erscheinungsbild mit Sternen schmückt, ist nicht relevant.

Die Himmelskörper spiegeln viel mehr die Zahl der nationalen Meistertitel – wobei in den meisten Ligen pro zehn Titel ein Stern „vergeben“ wird. Der FC Zürich beispielsweise lancierte nach dem zehnten Titelgewinn 2006 eine Souvenir-Kollektion mit dem sinnigen Titel „Mir händ jetzt än Stärn“. Neben den Stasdtzürchern haben in der Schweiz auch die Grasshoppers (mit 27 Titeln), Servette (17), Basel (12) sowie die Young Boys die Marke von mindestens zehn Meisterschaftsgewinnen erreicht. Die AC Milan holte den Scudetto schon 17-mal – deshalb ein Stern.

Dass sich der FC Bayern München gleich mit vier Sternen schmücken kann, ist darauf zurückzuführen, dass in Deutschland der Himmel tiefer hängt.

Weil nämlich nur die Titel zählen, die seit der Einführung der Bundesliga (1964) errungen wurden, hätte bei den international üblichen Kriterien nur Bayern (mit zwanzig Titeln) das Recht auf Meistersterne. Um diese „Ungerechtigkeit“ zu entschärfen, senkte die Deutsche Fussball-Liga die Anforderung und führte folgendes System ein: Ab drei Meistertiteln: ein Stern. – Ab fünf Meistertiteln: zwei Sterne. – Ab zehn Meistertiteln: drei Sterne. – Ab 20 Meistertiteln: vier Sterne. – Damit haben sich auch Borussia Mönchengladbach, Werder Bremen, Borussia Dortmund, der Hamburger SV sowie der VfB Stuttgart einen Platz am Fussball-Firmament verdient.

Nicht immer lässt ein Stern auf dem Trikot aber Rückschlüsse auf die Erfolgsbilanz zu: Bei den Zürcher Klubs Red Star und Blue Stars ist es definitiv nicht so

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