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Die ZSC Lions treffen heute Abend auf die Espoo Blues. Woher kommt der Name Blues? Patrick Sterki, Bülach
Antwort von Renggli: Der Name geht weder auf den afroamerikanischen Musikstiel noch auf die (in den langen finnischen Winternächten durchaus angebrachte) nordische Melancholie zurück. Auch die NHL-Organisation der St. Louis Blues hatte keinen direkten Einfluss.
Die Erklärung ist viel simpler: Die Blues verdanken ihren Beiname der dominierenden Farbe im Stadtwappen von Espoo.
Gegründet wurde der Klub im Jahre 1984 unter dem Namen Kiekko-Espoo. Kiekko ist die finnische Bezeichnung für Puck. Im Zuge einer Neuausrichtung nannte sich der Klub aus dem boomenden Helsinki-Vorort, in dem etwa der Telekommunikations-Gigant Nokia seinen Hauptsitz hat, ab 1998 Blues.
Ähnlich wie die ZSC Lions nach der „Fusion“ des Zürcher SC mit dem Grasshopper-Club wollte die neue Fürhungs-Crew die Vergangenheit hinter sich lassen. Sie wechselt deshalb neben dem Namen auch das Klubemblem und löschte die goldene Krone aus dem Wappen. Nach Fan-Protesten kamen die Verantwortlichen vor drei Jahren auf diesen Entscheid zurück und setzten den Blues die Krone wieder auf.
Welche Voraussetzungen muss eine Sportart erfüllen, damit sie olympisch wird? Dieter Schlatter, Genf
Antwort von Thomas Renggli: Früher war diese Frage einfach zu beantworten. Denn die Olympischen Spiele der Antike bestanden faktisch aus einer Sportart – dem Pentathlon (Fünfkampf) mit den Disziplinen Speer, Diskus, Sprung, Lauf und Ringen; wobei der Olympiasieger im finalen Ringkampf der beiden Stärksten aus den ersten vier Wettkämpfen erkoren wurde.
In der Neuzeit öffnete Olympia die Tore für (fast) alle. Zwischen 1900 und 1920 figurierte beispielsweise Seilziehen im Programm. 1900 und 1904 wurde Golf gespielt; 1900, 1908, 1920, 1924 und 1936 Polo. Auch im Cricket, Crocket, Rugby und Wasserskifahren wurden schon Medaillen vergeben. Geboxt wurde immer – obwohl sich die Olympische Bewegung als Friedensbotschafterin sieht.
Vor allem die Sommerspiele haben mittlerweile den Plafond erreicht. Jacques Rogge, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), sprach nach Athen 2004 davon, dass man mit rund 10500 Athleten in 28 Sportarten sowie mit 300 Entscheidungen an die «Schmerzgrenze» stosse. Dennoch erfuhr das Programm eine neuerliche Erweiterung. In diesem Sommer wurden in Peking 302 Wettbewerbe ausgetragen – unter anderem erstmals im Velocross (BMX), im Steeple der Frauen sowie über zwei neue Distanzen im Langstreckenschwimmen.
Im Hinblick auf die Sommerspiele in London (2012) müssen Softball und Baseball weichen. Die fünf neuen Kandidaten (Golf, Rugby, Inlineskaten, Squash und Karate) blitzten vor dem IOC-Kongress dennoch ab.
Prinzipiell gilt, dass die IOC-Vollversammlung über die Einführung neuer Sportarten entscheidet. Einzelne Disziplinen können dagegen auch vom Exekutivkomitee aufgenommen werden.
Gemäss der Olympischen Charta müssen Sommersportarten in mindestens 75 Ländern auf vier Kontinenten (bei den Männern) bzw. 40 Ländern auf drei Kontinenten (Frauen) betrieben werden, um den Status der fünf Ringe zu erhalten.
Für Wintersportarten liegt der Grenzwert bei 25 Ländern und drei Kontinenten – eine Schwelle, die nicht in jedem Fall leicht zu überwinden ist. Vor allem deshalb gehören beispielsweise Bobfahrer von den Virgin Islands, aus Costa Rica oder Jamaica zu den Olympia-Stammgästen.
Während im Sommer die Zahl der Teilnehmer auf 10500 limitiert ist und neue Disziplinen nur dann eingeführt werden können, wenn andere gestrichen werden, existieren im Winter keine entsprechenden Leitplanken.
So werden in Vancouver 2010 erstmals Olympia-Medaillen im Ski-Cross vergeben. Hingegen bleiben die Skispringerinnen dieser Welt bis auf Weiteres ausgeschlossen. Das hat in Kanada eine heftige politische Debatte ausgelöst. Denn das dortige Gleichstellungsgesetz schliesst eine entsprechende Diskriminierung eigentlich aus.