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Fragen Sie BLICK-Renggli: Kalenderwoche 48

  • Aktualisiert am 02.01.2012

Haben Sie Sportfragen? Sport-Experte und BLICK-Reporter Thomas Renggli beantwortet Ihre Fragen zu jedem sportlichen Thema!

Freitag, 28. November

In der NHL wird um den Stanley-Cup gespielt. Können Sie mir sagen, wer Stanley war? Ina Weber, Winterthur.

Antwort von Renggli: Frederick Arthur Stanley, der Stifter der legendären Trophäe, war ein Engländer. Geboren wurde er am 15. Januar 1841 in London.

Er war als Abgeordneter im britischen Unterhaus und Mitglied des Kabinetts tätig. Am 31. Mai 1864 heiratete er Lady Constance Villiers, eine Tochter des 4. Earl of Clarendon. Die beiden hatten zehn Kinder. Stanley fischte auch sonst nicht im Trüben. Er galt als leidenschaftlicher Angler.

Zwischen 1885 und 1886 fungierte er als Minister und später (1888 bis 1893) als Generalgouverneur in der englischen Kolonie Kanada. Obwohl er selbst unsportlich war und nie ein Eishockeyspiel gesehen haben soll, stiftete er 1892 auf Anregung von Lord Kilcoursie den Stanley-Cup – damals als Auszeichnung für die beste Amateur-Eishockey-Mannschaft des Landes.

1926 – 18 Jahre nach Frederick Arthur Stanleys Tod – erwarb die National Hockey League die Rechte an der Trophäe.

Auf dem Stanley-Cup sind die Namen aller Spieler und Betreuer der siegreichen Mannschaften eingraviert. Weil mit der Zeit aber der Platz ausging, werden die ältesten Abschnitte ersetzt und in der «Hall of Fame» der NHL in Toronto gelagert.

Gemäss Reglement darf jeder Spieler des NHL-Champions die 15 kg schwere Trophäe mindestens einen Tag in seiner Heimat präsentieren. Dank den Torhütern Aebischer (früher Colorado) und Gerber (Carolina) fand sie schon zweimal (2001/2006) den Weg in die Schweiz (nach Freiburg bzw. Langnau).

Donnerstag, 27. November

Nach welchem Prinzip werden im Fussball die Rückennummern vergeben? Pascal Fuchs, Zürich

Antwort von Renggli: Die Nummerierung von Fussballern geht auf den englischen Ordnungssinn zurück. Erstmals trugen die Spieler im FA-Cup 1933 Zahlen auf dem Rücken – die Mannschaft von Everton war von 1 bis 11 beschriftet, jene von Manchester United von 12 bis 22. Sechs Jahre später einigten sich die englischen Klubs auf die Nummerierung von 1 bis 11 – wobei konsequent von hinten nach vorn gezählt wurde. Die 1 gehörte beispielsweise zum Goalie, die 2 zum rechten Aussenverteidiger, die 10 zum Mittelstürmer, die 11 zum linken Flügel.

Tempi passati. Im Lauf der letzten fünf Jahrzehnte wurden die Zahlen auf den Kopf gestellt. Pelé verdankte seine Nummer dem brasilianischen Schulsystem. Die 10 bedeutet dort die beste Note. Auch andere Nationen wichen vom ursprünglichen Format ab. Zum Beispiel vergaben die Holländer (mit Ausnahme der für Johan Cruyff reservierten 14) an den Fussball-Weltmeisterschaften 1974 und 1978 die Rückennummern in alphabetischer Reihenfolge. Gleich verfuhren die Argentinier – allerdings stets mit Abweichungen für ihre Topstars. Maradona hätte ohne die Nummer 10 wohl nicht einmal die Schuhe gebunden.

Im Gegensatz zum Eishockeysport gibt es im Fussball an grossen Turnieren keine freie Nummernwahl mehr. Fifa und Uefa schreiben seit 2008 fortlaufende Rückennummern (von 1 bis 23) vor.

«Gesperrte» Rückennummern (wie im Eishockey) sind im Fussball selten. Ausnahmen bilden die Nr. 14 bei Ajax Amsterdam (von Cruyff) und die Nr. 6 der AC Milan (Franco Baresi). Die Mailänder beziehen in die Nummernvergabe übrigens auch die Familienplanung ihres Personals mit ein. Die Nummer 3 des heute 40-jährigen Aussenverteidigers Paolo Maldini soll nach dessen Karriereende solange aus dem Verkehr gezogen werden, bis einer von Maldinis Söhnen den Sprung in die ersten Mannschaft schafft.

Dienstag, 25.November

Die Nationalliga A im Eishockey umfasst 12 Mannschaften. Die logische Dauer der Qualifikationsphase wäre 44 Spiele pro Team (jede Mannschaft viermal gegen jede). Wie kommt man aber auf 50 Spiele? Tanja Schneider, Thun.

Antwort von Renggli: Bis vor zwei Jahren umfasste die Regular Season in der Nationalliga A tatsächlich noch 44 Durchgänge – also zwei klassische Doppelrunden. Weil aber in sämtlichen bedeutenden Ligen der Welt die Qualifikation länger dauert, entschied man sich auch in der Schweiz für eine Ausdehnung. Es gilt nämlich die Meinung, dass ein höherer Spielrhythmus die sportliche Qualität hebt. Ob das zutrifft, sei dahingestellt.

Um die Partien der sechs Extra-Runden zu «generieren», orientiert man sich an der Tabelle der letzten Qualifikationsphase und teilt die Liga in drei Gruppen ein. Dabei geht man nach dem Prinzip vor, dass die Summe aus den Rangpunkten in den einzelnen Poules gleich sein muss – dass also (ähnlich beim Erstellen des Play-off-Tableaus) die Resultate bei der Setzung die entscheidende Rolle spielen.

Der letztjährige Qualifikationssieger (Bern) spielt seine zusätzlichen Partien gegen den 6. (ZSC Lions), den 7. (Lakers) und den 12. (Aufsteiger Biel); der 2. (Servette) gegen den 5. (Davos), den 8. (Freiburg) und den 11. (Ambri). Der 3. (Kloten) bekommt es mit den Teams auf den Rängen 4 (Zug), 9 (Lugano) und 10 (Langnau) zu tun.

Das selbe Verfahren wendet übrigens der internationale Verband bei der Zusammenstellung der Vorrunden-Gruppen an der A-WM an. Ursprünglich wollte man in der Schweiz geografische Kriterien einbeziehen und so zusätzliche Derbys garantieren. Weil gewisse Klubs aber die sportliche Glaubwürdigkeit gefährdet sahen, liess man diesen Gedanken fallen.

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