Dienstag, 04.11.08
Ronny Siev, Zürich: Ich bin Xamax-Fan und ärgere mich auch auch zwei Tage später noch über das Handstor des Aarau-Brasilianers Rogerio – besonders, weil einmal mehr Schiedsrichter René Rogalla einen krassen Fehlentscheid gegen Xamax getroffen hat. Ist Rogalla ein Aargauer?Antwort von Thomas Renggli: Ich kann Sie beruhigen. Rogalla ist kein Aargauer – im Gegenteil. Er wohnt in der Zürcher Gemeinde Wallisellen. Geboren wurde er in Niederurnen (Glarus). Befangenheit aus geographischen Gründen kann ihm also nicht unterstellt werden. Denn er besitzt auch keine direkte Verbindung zu einem Klub (oder eine Region), die in den Abstiegskampf verwickelt ist.
Ihre Kritik ist aber nicht ganz von der Hand zu weisen. Denn Recherchen haben ergeben, dass sich Rogalla im Zusammenhang mit Xamax tatsächlich schon den einen oder anderen Fehlpfiff erlaubt hat. Sein „Sündenregister“ (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
2. 11. 2008 Aarau – Xamax 2:1: Rogerios Handstor zum 1:1 für Aarau. Sozusagen die Hand Gottes auf Brasilianisch.
23. 8. 2008. Basel – Xamax 4:3. Die Neuenburger reklamieren wohl zu recht ein (nicht geahndetes) Kung-Fu-Foul Derdiyoks gegen Furios. Ausserdem gibt Rogalla den matchentscheidenden Penalty für Basel obwohl das Foul zwei Meter ausserhalb des Strafraums begangen wurde.
12. 12. 2004: YB – Xamax 2:1. Die Entstehung des 2:1 für YB durch Chapuisat sorgte in Neuenburg für rauchende Köpfe. Burki steht mit dem Ball an der Seitenlinie – bereit für den Einwurf. Rogalla hat seine Augen auf ihn gerichtet. Gleichzeitig führt Sermeter (damals ebenfalls für YB tätig) den Einwurf mit einem anderen Ball 20 Meter weiter vorne aus. Chapuisat nutzt die Vorlage zum entscheidenden Treffer. Der Protest der Neuenburger blieb erfolglos.
Fazit: René Rogalla wird kaum je den goldenen Schlüssel (oder das Ehrenbürgerrecht) der Stadt Neuenburg erhalten. Gleichzeitig muss man aber auch sagen, dass vier gravierende Fehlentscheide über einen Zeitraum von vier Jahren wohl dem statistischen Normalfall entsprechen.
Bezüglich des Handstores von Rogerio müsste es aber ein Nachspiel geben. Denn der frühere Xamax-Stürmer Alexandre Rey wurde für das selbe Vergehen im Herbst 2004 in einem Spiel gegen Servette nachträglich aufgrund der Videobeweise für drei Partien gesperrt.