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Fragen Sie BLICK-Renggli: Kalenderwoche 45

  • Aktualisiert am 03.01.2012

ZÜRICH - Sport-Experte und BLICK-Reporter Thomas Renggli beantwortet Ihre Fragen zu jedem sportlichen Thema!

Samstag, 8.11.08

Oliver Aegerter, Stallikon: Mich nimmt schon lange wunder, weshalb die Marathonstrecke exakt 42,195 km misst?

Antwort von Thomas Renggli: «Generell ist zu sagen, dass Marathonläufe immer zu lange dauern – es sei denn, man heisst Haile Gebrselassie, der die Tortur am 28. September 2008 in Berlin als bisher Schnellster (in 2:03:59) hinter sich brachte oder Victor Röthlin, der auf dem Weg zum Gewinn der WM-Bronzemedaille 2007 in Osaka der japanischen Gluthitze und einer Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent davongelaufen und auf den letzten zwei Kilometern vom sechsten Platz in die Top Drei gesprintet war. Röthlin erbrachte seine Parforceleistung übrigens vor dem Frühstück. Der Marathon in Osaka begann um 7 Uhr.

Zu den Ursprüngen: Die Theorie, wonach die Marathondistanz der Strecke zwischen Marathon und Athen entspreche – bewältigt vom Meldeläufer nach der Schlacht gegen die Perser –, ist nicht ganz korrekt. Denn diese Distanz beträgt bloss 40 km – wobei heute angenommen wird, dass der Bote den Weg über das Pentelikon-Gebirge genommen und somit bloss 34 km zurückgelegt hat. Die Veranstalter der Olympischen Spiele 1908 in London hielten von solchen historischen Rückgriffen wenig. Sie vermassen die Marathonstrecke neu, von der königlichen Loge im Schloss Windsor bis zum Olympiastadion in Shepherds Bush. Die Strecke betrug 26 Meilen und 385 Yards – umgerechnet 42,195 km. Mit anderen Worten: Ohne Wegbereiter aus dem englischen Königshaus wäre Victor Röthlin in Osaka am Podest vorbei gerannt.»

Dienstag, 04.11.08

Ronny Siev, Zürich: Ich bin Xamax-Fan und ärgere mich auch auch zwei Tage später noch über das Handstor des Aarau-Brasilianers Rogerio – besonders, weil einmal mehr Schiedsrichter René Rogalla einen krassen Fehlentscheid gegen Xamax getroffen hat. Ist Rogalla ein Aargauer?

Antwort von Thomas Renggli: Ich kann Sie beruhigen. Rogalla ist kein Aargauer – im Gegenteil. Er wohnt in der Zürcher Gemeinde Wallisellen. Geboren wurde er in Niederurnen (Glarus). Befangenheit aus geographischen Gründen kann ihm also nicht unterstellt werden. Denn er besitzt auch keine direkte Verbindung zu einem Klub (oder eine Region), die in den Abstiegskampf verwickelt ist.

Ihre Kritik ist aber nicht ganz von der Hand zu weisen. Denn Recherchen haben ergeben, dass sich Rogalla im Zusammenhang mit Xamax tatsächlich schon den einen oder anderen Fehlpfiff erlaubt hat. Sein „Sündenregister“ (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

2. 11. 2008 Aarau – Xamax 2:1: Rogerios Handstor zum 1:1 für Aarau. Sozusagen die Hand Gottes auf Brasilianisch.

23. 8. 2008. Basel – Xamax 4:3. Die Neuenburger reklamieren wohl zu recht ein (nicht geahndetes) Kung-Fu-Foul Derdiyoks gegen Furios. Ausserdem gibt Rogalla den matchentscheidenden Penalty für Basel obwohl das Foul zwei Meter ausserhalb des Strafraums begangen wurde.

12. 12. 2004: YB – Xamax 2:1. Die Entstehung des 2:1 für YB durch Chapuisat sorgte in Neuenburg für rauchende Köpfe. Burki steht mit dem Ball an der Seitenlinie – bereit für den Einwurf. Rogalla hat seine Augen auf ihn gerichtet. Gleichzeitig führt Sermeter (damals ebenfalls für YB tätig) den Einwurf mit einem anderen Ball 20 Meter weiter vorne aus. Chapuisat nutzt die Vorlage zum entscheidenden Treffer. Der Protest der Neuenburger blieb erfolglos.

Fazit: René Rogalla wird kaum je den goldenen Schlüssel (oder das Ehrenbürgerrecht) der Stadt Neuenburg erhalten. Gleichzeitig muss man aber auch sagen, dass vier gravierende Fehlentscheide über einen Zeitraum von vier Jahren wohl dem statistischen Normalfall entsprechen.

Bezüglich des Handstores von Rogerio müsste es aber ein Nachspiel geben. Denn der frühere Xamax-Stürmer Alexandre Rey wurde für das selbe Vergehen im Herbst 2004 in einem Spiel gegen Servette nachträglich aufgrund der Videobeweise für drei Partien gesperrt.

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