Nur Lotus von den Neulingen seriös Wird Sauber von US-Team verarscht?

  • Aktualisiert am 03.01.2012
  • Von Roger Benoit aus São Paulo
Nach dreizehn Jahren zieht sich der malaysische Ölkonzern zurück.- Reuters

Die Zeit drängt. In Hinwil laufen die Vorbereitungen für die WM 2010 weiter auf Hochtouren. Doch das grüne Licht der FIA für das 14. Team fehlt weiter. Ein Skandal.

Die Frage: Wann macht der Weltverband endlich Nägel mit Köpfen und zieht einem der vier Neulinge den Stecker raus? Damit wäre Saubers Platz für nächste Saison garantiert – für 14 Teams müssten alle Gegner zustimmen, was momentan nicht der Fall wäre (gestern im BLICK).

Am meisten verarschen lässt sich Mosleys Truppe – und deshalb auch Saubers Qadbak-Truppe – wohl von Neuling USF1. Auch wenn rund um das Team aus Charlotte (mit YouTube als Supersponsor?) nach einer eher umstrittenen FIA-Inspektion (mit seltsamen Fabrikbildern) weiter positive Stimmen zu hören sind. Doch die negativen Gerüchte im zweifelnden Fahrerlager sind nicht zu stoppen.

Seltsam auch, dass der angebliche Teamdirektor Peter Windsor weiter als TV-Reporter mit dem Mikrofon herumläuft. Jetzt soll man sogar den Motoren-Deal mit Cosworth gekündigt haben!

Von den drei andern Neulingen macht bis jetzt Lotus F1 den besten Eindruck. Die Vorbereitungen des Malaysia-Teams tragen bereits klar die Handschrift von Tausendsassa Dany Bahar (37, früher Red Bull und Ferrari). Man kann fest mit dem Comeback der Traditionsmarke nach 26 Jahren rechnen. Konstrukteur Mike Gascoyne stellte bereits sein Werk im Windkanal von Hingham (GB) vor – eine Kopie von Force India und Toyota, wo der Brite früher arbeitete.

Bei Manor macht Milliardär Richard Branson wenigstens finanziell Dampf, bei Campos fehlt plötzlich das Geld. Ein anderer Wackelkandidat? Peter Sauber darf weiter mehr als hoffen.

Im regnerischen São Paulo mussten gestern die drei grossen Titelkandidaten zur Medienkonferenz. Kein böses Wort, keine provozierende Aussage. Ein nettes Familientreffen von WM-Leader Button (85 Punkte), Brawn-Teamkollege Barrichello (71) und Red Bull-Aussenseiter Vettel (69).

Liebesgrüsse aus Brasilien – oder ein 25-minütiges Gähnen. Vettel zu BLICK: «War das langweilig, keine Spur von Spannung. Ja, zu Beginn hat mich Button noch umarmt. Wo sind wir denn?»

Richtig, früher hatten sich Titelanwärter wie Schumacher und Alonso sowie Prost, Senna, Piquet und Mansell öffentlich beschimpft. Da gabs keine Streicheleinheiten für den Gegner.

Gut gelaunt: Die Anwärter auf den WM-Titel Vettel, Button und Barrichello (v. l.).- AP

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