Kimi Räikkönen: Wird er im Wald glücklich?
Kimi Räikkönen (30) will in der Formel 1 nicht nur mitfahren. Der Finne will siegen und kassieren. Der Poker ging daneben.
Von Roger Benoit | Aktualisiert um 14:30 | 23.11.2009
1. August 2009: Räikkönen überschlägt sich bei seinem Rallye-WM-Debüt in Finnland mit dem Fiat Grande Punto – und blieb unverletzt.
Am Tag, als McLaren mit der Verpflichtung von Formel-1-Weltmeister Jenson Button (29) seinen bisherigen Partner Mercedes (mit Chef Ross Brawn) überraschte und demütigte, schmiss Räikkönen – vorerst – den Bettel hin.
Der Finne hatte zusammen mit seinem Manager-Duo Steve und David Robertson zu hoch gepokert. McLaren war nicht bereit, die 15 Millionen Dollar Jahresgage für die Rückkehr des Champions von 2007 zu bezahlen. Und Button gibts jetzt für drei Jahre um einiges billiger.
Der Brite verkaufte sich also mit seiner Startnummer 1 an McLaren, weil Mercedes und vor allem Weltmeistermacher Brawn nicht gewillt waren, die 10 Millionen Dollar an Button für 2010 zu bezahlen.
Jetzt hat der in den letzten zehn Rennen sieglose Jenson zwar etwas mehr Kohle auf dem Konto. Doch man braucht für die folgende Prophezeiung keine 40 Jahre Formel-1-Erfahrung: Lewis Hamilton wird bei McLaren Button bis auf dessen Unterhosen ausziehen!
Alles andere wäre eine Sensation. Denn Hamilton (24) geniesst in Woking seit drei Jahren alle Vorteile – und ist auch mental stärker als sein Landsmann, der den eigenen Drei-Jahres-Vertrag kaum erfüllen wird. Oder Millionen als Trost für den internen Ärger und auch eine zerstörte Karriere?
Und Kimi? Der Superstar aus Baar ZG hatte kein Interesse am neuen Mercedes-Team. Der Blondschopf mit 18 GP-Siegen hatte nach der vorzeitigen Ferrari-Freistellung nur noch einen Gedanken: Rache! «Ich brauche 2010 ein Auto, mit dem ich Alonso und Massa schlagen kann!» Und dazu müsste Kimi, nach eigenen Angaben, in einem McLaren oder Red-Bull sitzen. Aber das eine Team war besetzt und das andere war am Ende nicht für den Finanzpoker zu haben.
Räikkönen kassiert bei einer Pause oder einem Rücktritt von Ferrari 17 Mio. Dollar. Nur 10 Mio. Dollar gibts, wenn Kimi für ein neues Team fährt. Und weil die meisten Fahrer von ihren oft zu geldgierigen Managern zu besseren Deals gedrängt werden, wollten jetzt Kimis «Berater» vom neuen Team nochmals 15 Mio. Dollar auf den Tisch.
Jetzt bleibt Kimi nur sein zweiter Traum: Ab in die Wälder zur Rallye-WM. Wird er dort glücklich? In den wilden Autos hat er bereits einige Abenteuer und etwa gleich viele Unfälle hinter sich...
«Es macht einfach mehr Spass als die Formel 1», sagt Räikkönen seit Jahren. Er kam als Einzelgänger 2001 zu Sauber – er geht als Einzelkämpfer. Sein Arbeitsumfeld war ihm immer egal. Kimi machte, was er wollte.
Unzählige Fans werden den Fahrer mit dem vielleicht grössten Talent aller Zeiten vermissen.
Der Finne hatte zusammen mit seinem Manager-Duo Steve und David Robertson zu hoch gepokert. McLaren war nicht bereit, die 15 Millionen Dollar Jahresgage für die Rückkehr des Champions von 2007 zu bezahlen. Und Button gibts jetzt für drei Jahre um einiges billiger.
Der Brite verkaufte sich also mit seiner Startnummer 1 an McLaren, weil Mercedes und vor allem Weltmeistermacher Brawn nicht gewillt waren, die 10 Millionen Dollar an Button für 2010 zu bezahlen.
Jetzt hat der in den letzten zehn Rennen sieglose Jenson zwar etwas mehr Kohle auf dem Konto. Doch man braucht für die folgende Prophezeiung keine 40 Jahre Formel-1-Erfahrung: Lewis Hamilton wird bei McLaren Button bis auf dessen Unterhosen ausziehen!
Alles andere wäre eine Sensation. Denn Hamilton (24) geniesst in Woking seit drei Jahren alle Vorteile – und ist auch mental stärker als sein Landsmann, der den eigenen Drei-Jahres-Vertrag kaum erfüllen wird. Oder Millionen als Trost für den internen Ärger und auch eine zerstörte Karriere?
Und Kimi? Der Superstar aus Baar ZG hatte kein Interesse am neuen Mercedes-Team. Der Blondschopf mit 18 GP-Siegen hatte nach der vorzeitigen Ferrari-Freistellung nur noch einen Gedanken: Rache! «Ich brauche 2010 ein Auto, mit dem ich Alonso und Massa schlagen kann!» Und dazu müsste Kimi, nach eigenen Angaben, in einem McLaren oder Red-Bull sitzen. Aber das eine Team war besetzt und das andere war am Ende nicht für den Finanzpoker zu haben.
Räikkönen kassiert bei einer Pause oder einem Rücktritt von Ferrari 17 Mio. Dollar. Nur 10 Mio. Dollar gibts, wenn Kimi für ein neues Team fährt. Und weil die meisten Fahrer von ihren oft zu geldgierigen Managern zu besseren Deals gedrängt werden, wollten jetzt Kimis «Berater» vom neuen Team nochmals 15 Mio. Dollar auf den Tisch.
Jetzt bleibt Kimi nur sein zweiter Traum: Ab in die Wälder zur Rallye-WM. Wird er dort glücklich? In den wilden Autos hat er bereits einige Abenteuer und etwa gleich viele Unfälle hinter sich...
«Es macht einfach mehr Spass als die Formel 1», sagt Räikkönen seit Jahren. Er kam als Einzelgänger 2001 zu Sauber – er geht als Einzelkämpfer. Sein Arbeitsumfeld war ihm immer egal. Kimi machte, was er wollte.
Unzählige Fans werden den Fahrer mit dem vielleicht grössten Talent aller Zeiten vermissen.
Kimi Räikkönen flirtet nach 155 GP mit der Rallye-WM 2010. Experten glauben dann nicht mehr an eine F-1-Rückkehr. (AP)
Das sagen Blick.ch-Leser
- Nuno Vyerbeeswax, Basel - 08:47 | 19.11.2009
- » "Lewis Hamilton wird bei McLaren Button bis auf dessen Unterhosen ausziehen!" -- Grosse Worte, Herr Benoit. Wenn hier jemand die Hosen ausgezogen werden, dann Hamilton von Vettel. Das A und O der Formel 1 ist die Schinken-Louise naemlich nicht.
- Martin Schenkel, Switzerland - 07:55 | 19.11.2009
- » Na, grösstes Talent...reichlich spekulativ, aber gut. Was aber dem Kimi definitv abgeht ist Kampfgeist. Wenn's mal nicht so läuft, gibt er sehr schnell auf. Durchbeissen ist nun wahrlich nicht seine Stärke. Etwas nimmt mich noch Wunder, wie kommt Kimi eigentlich auf die Idee, dass er im Brawn GP (neu Mercedes) den Ferrari nicht schlagen kann?
- Peter Zollinger, FIN-Parola - 01:51 | 19.11.2009
- » Nun für 17 Mio, $ müsste ein Normalsterblicher Jährlich 377'777 $ netto verdienen und dies während 45 Jahren, also sein ganzes Arbeitsleben. Steuern bezahlt er in der Schweiz ja kaum und in den letzten Jahren kam ja auch noch ein wenig Sackgeld zusammen. Bin auf jeden Fall auf die nächste Rallye-WM gespannt.
- Martin Zbinden, Rüfenacht - 01:45 | 19.11.2009
- » Ich finde es schade, dass Kimi nicht mehr in der Formel 1 ist. Obwohl er ein recht ruhiger Mensch ist, war er doch eine dieser Persönlichkeiten die die Formel 1 auch ausmacht. Ich denke auch, dass er leider nicht mehr in die Formel 1 zurück kommt. Aber vielleicht wird er ja noch Rallye Weltmeister......
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