Bluffen vor und hinter den Kulissen Wirbel bei Mercedes: Verdient Schumi 21 Mio?

  • Publiziert: 07.00 Uhr, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Roger Benoit
play Gestern kurz vor Testende: Rosberg neben dem Mercedes: Kein Sprit mehr? (Keystone)

Herrlich, wie jetzt viele Formel-1-Teams beim letzten WM-Test in Barcelona bluffen und gleichzeitig über die Form der Gegner rätseln.

Vor einem Jahr war alles einfacher. Da kam das totgesagte Honda-Team mit dem neuen Chef Ross Brawn zurück, testete vor der Saison lediglich sieben Tage.

Doch damals genügten der Konkurrenz bereits die ersten Testrunden des Brawn-Mercedes, um in Panik zu geraten. Denn Button und Barrichello fuhren sofort tolle Zeiten. Dass diese vor allem dank des genialen Tricks mit dem Doppeldiffusor am Hinterausgang erzielt wurden, wusste kaum jemand.

Und als Ferrari, McLaren, Red Bull und Co. endlich dem Geheimnis auf die Spur kamen (und den Doppeldiffusor sogar verbieten lassen wollten) war es zu spät. Button gewann von den ersten sieben Rennen deren sechs!

2010 kann kein Team mehr das andere mit einem Geniestreich überraschen. Das Tankverbot lässt auch aerodynamisch kaum noch einen grossen Spielraum. Deshalb muss bis zum Start in Bahrain (14. März) eben geblufft werden.

Als der Australier Webber gestern im Red Bull-Renault zum katalonischen Testbeginn eine klare Bestzeit fuhr, sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug: «Wenn die 150 Kilo Benzin an Bord hatten, dann waren diese 1:21,4 schnell.»

Wer weiss es genau? Mercedes verriet in seiner Pressemitteilung ja auch nicht, warum Nico Rosberg kurz vor Testende stehenblieb. Defekt – oder liess man den Tank leerlaufen?

Was bei Mercedes für mehr Aufregung sorgt, sind die Meldungen (gestern auch bei n-tv), dass Superstar Schumi nicht nur die angegebenen 7 Millionen Euro verdient, sondern eben 21 Millionen Euro.

PS. Bei Ferrari beklagte Alonso einen Elektronikschaden. Virgin-Pilot Di Grassi (Bras) zerlegte sein Auto, war aber immer noch schneller als Lotus-Fauzy.

Noch 16 Tage

Bis zum WM-Start in Bahrain

Formel-1-Tests:

Barcelona (4,627 km) 1. Tag (bewölkt, 19 Grad)

1. Webber (Red Bull-Ren.) 1:21,487  
2. Hülkenberg (Williams-Cos.) 1:22,407  
3. Rosberg (Mercedes) 1:22,514  
4. De la Rosa (Sauber-Fer.) 1:23,144  
5. Button (McLaren-Merc.) 1:23,452  
6. Liuzzi (Force India-Merc.) 1:24,064  
7. Alonso (Ferrari) 1:24,170  
8. Petrov (Renault) 1:24,173  
9. Alguersuari (Toro Rosso-F.) 1:24,869
10. Di Grassi (Virgin-Cos.) 1:27,057
11. Fauzy (Lotus-Cosworth) 1:28,002

Rekord 2010er-Autos
Webber (Red Bull-Renault) 1:21,487

Rekord (2006)
Schumi (Ferrari) 1:13,471

Sauber fördert Talent Gutièrrez

Das Sauber-Ferrari-Team nimmt den 18-jährigen Esteban Gutièrrez unter seine Fittiche. Der Mexikaner wird einigen Grands Prix beiwohnen, das Geschehen in der Box beobachten, den Funkverkehr mithören und bei Meetings dabei sein.

Darüber hinaus wird Gutièrrez in das Hinwiler Fahrer-Entwicklungsprogramm integriert. Das bedeutet, er wird trainieren wie die Sauber-GP-Piloten Pedro de la Rosa und Kamui Kobayashi.

Das mexikanische Talent startet in diesem Jahr für das «Art Grand Prix Team» in der neuen GP3-Rennserie, die sieben ihrer acht Saisonrennen im Rahmen der Formel-1-GPs austrägt. (Si)