Sommerpause in der Formel 1: Peter Sauber zieht in seiner Kolumne ein erstes Fazit.
Unsere Halbzeitbilanz nach 10 von 20 Rennen sah gut aus: Wir haben seit Deutschland 80 WM-Punkte auf dem Konto. Das sind fast doppelt so viele wie wir 2011 geholt haben.
Kamui Kobayashi und Sergio Pérez sind in Hockenheim Vierter und Sechster geworden, und natürlich haben wir uns über die 20 Punkte sehr gefreut. Aber es schwingt auch weiterhin die Frage mit, was denn möglich wäre, wenn wir uns besser qualifizieren würden? Kamui war als Zwölfter gestartet, Sergio als 17., wobei in seinem Fall noch eine Rückversetzung um fünf Startplätze eine Rolle spielte. Im Rennen gehörten unsere Piloten zu den schnellsten im Feld. Es war beeindruckend wie sie einen Rivalen nach dem andern überholten. Selbst ein Webber im Red Bull war chancenlos.
Mit entsprechend hohen Erwartungen sind wir dann nach Ungarn gereist. Umso grösser die Enttäuschung, als wir bereits in den freien Trainings realisierten, dass wir ganz einfach zu langsam waren. Beide Piloten haben es nicht in das Qualifying der schnellsten Zehn geschafft.
Im Gegensatz zu Hockenheim konnten wir in Budapest im Rennen dann nicht aufholen, was auch am Streckenlayout liegt. Die Start-Ziel-Gerade ist sehr kurz, so dass Überholen auch dort extrem schwierig ist.
Dennoch können wir nach elf Rennen sagen, dass der Sauber C31 ein sehr schnelles Auto ist, das auf fast allen Kursen sehr gut funktioniert. Und trotzdem war die erste Saisonhälfte für uns eine Achterbahnfahrt. Es ging resultatmässig rauf und runter. Dass die enorm hohe Leistungsdichte dabei eine Rolle spielte, ist klar. Doch wir hätten sehr viel mehr Punkte einfahren können. Deshalb muss es unser oberstes Ziel sein, nach der Pause die Effizienz zu verbessern.
Auf 80 WM-Punkte und zwei Podiumsplätze dürfen wir durchaus stolz sein, aber das ist bei weitem kein Grund, nachlässig zu werden. Wir liegen 27 Zähler vor Rang sieben und Williams sowie 26 Punkte hinter Rang fünf und Mercedes. Wir haben es also selber in der Hand, wohin die Reise geht.
Nach der Sommerpause folgen zwei Klassiker im Kalender, auf die ich mich schon jetzt freue: Innerhalb einer Woche finden Spa und Monza statt, für die unsere Ingenieure spezielle Aerodynamik-Pakete entwickelt haben. Und eine weitere Entwicklungsstufe folgt dann etwas später. Sie sehen, dass wir in dieser Saison noch einiges vorhaben.
Jetzt macht die Formel 1 erst einmal einen Boxenhalt. Ich halte es für eine gute Einrichtung, dass seit 2009 in Absprache mit den andern Teams die Fabriken für zwei Wochen geschlossen werden. Nun können im Zirkus alle einmal durchschnaufen!
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