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Über 100 000 Zuschauer ersehnten einen Heimsieg von Sebastian Vettel. Stattdessen feierte sein Red Bull-Teamkollege Mark Webber den ersten GP-Sieg überhaupt.
Selbst eine Durchfahrtsstrafe konnte Webber nicht an der Premiere im hoch überlegenen Auto von Red Bull hindern. Wegen eines Remplers gegen Rubens Barrichello im Brawn kurz nach dem Start musste Webber auf Geheiss der Rennkommissäre einmal den Umweg durch die Boxengasse nehmen. Lange Zeit fuhr er zwar hinter Barrichello her, doch nach dem zweiten Zwischenhalt des Brasilianers übernahm Webber die Führung und fuhr fortan unbehelligt seinem Triumph entgegen.
Erster GP-Sieg im 130. Rennen
Von allen bisherigen Grand-Prix-Gewinnern musste Webber am längsten auf den ersten Sieg warten; gelungen ist ihm dies im 130. Formel-1- Rennen. Zuvor hatte sich Barrichello am längsten in Geduld üben müssen. Der Südamerikaner war vor knapp neun Jahren, Ende Juli 2000, in Hockenheim nach seinem 124. Einsatz erstmals zuoberst auf dem Podest gestanden. Webber ist der dritte Grand-Prix-Sieger aus Australien nach Jack Brabham und Alan Jones. Brabham, der Weltmeister von 1959, 1960 und 1966, triumphierte von 1959 bis 1970 vierzehn Mal, Jones, der Champion von 1980, war zwischen 1977 und 1981 zwölfmal erfolgreich.
Den totalen Triumph von Red Bull, das seine Rolle als derzeit stärkstes Team in der Formel 1 eindrucksvoll bestätigte, machte der neue deutsche Volksheld Sebastian Vettel als Zweiter perfekt. Für die «Bullen» wars bereits der dritte Doppelerfolg nach jenen in Schanghai und vor drei Wochen in Silverstone.
Erster Podestplatz für Massa
Das einst übermächtige Brawn-Team musste sich mit den Rängen 5 für WM-Leader Jenson Button und 6 für Barrichello bescheiden. Ferrari-Fahrer Felipe Massa sicherte sich als Dritter seinen ersten Podestplatz in der laufenden Saison.
Sébastien Buemi, für den sich der Wunsch nach Regen nicht erfüllte, und die Fahrer von BMW-Sauber spielten nur eine marginale Rolle. Der Waadtländer musste sich im längst nicht mehr konkurrenzfähigen Toro Rosso mit Platz 16 zufrieden geben. Nick Heidfeld und Robert Kubica kamen als Zehnter respektive Vierzeznter ins Ziel.
Schon auf den ersten Metern war das Rennen für Lewis Hamilton gelaufen. Der Weltmeister fing sich nach einem gelungenen Start hinten links einen Plattfuss ein und musste schon nach der Auftaktrunde ein erstes Mal die Box aufsuchen. (Si/ds)