Nach dem Comeback in Bahrain Wann sieht Schumi rot?

  • Publiziert: 15.03.2010, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Roger Benoit

BLICK-Formel-1-Experte Roger Benoit über das Comeback von Michael Schumacher in Bahrain.

Michael Schumacher (41) ist zurück. In der Schule hätte er für seinen ersten Mercedes-Auftritt die Note 4 bekommen. Genügend.

Zu schlecht bewertet? Nein, der Deutsche war in keiner Zeitenjagd schneller als sein Teamkollege Nico Rosberg (24), der als Fünfter auch einen Platz vor Schumi ins Ziel kam.

Wer den früheren Ausserirdischen kennt, weiss, dass er sehr hohe Ansprüche an sich stellt. Dass sechste Plätze (auch wenn sie jetzt acht WM-Punkte bringen) für ihn fast keine Bedeutung haben.

Vielleicht macht Schumi bei seinem Comeback-Resultat noch eine Ausnahme. Er spricht vom Rost, der bald weg sei, und von einer guten Basis für die Zukunft mit der Hoffnung auf eine klare Verbesserung seines geliebten Spielzeuges.

Die Konkurrenz wird die Weiterentwicklung ihrer Autos aber nicht verschlafen. Und Bahrain zeigte klar: Ferrari, Red Bull und McLaren sind schneller als Mercedes!

Sitzt Schumi für seinen angestrebten achten WM-Titel drei Jahre lang im falschen Auto? Der Ferrari-Doppelsieg beim Wüsten-Auftakt wird nicht spurlos am ehrgeizigen Schumi vorbeigehen. Elf Jahre, von 1996 bis 2006, fuhr er für die Roten. Gestern muss ihn die italienische Hymne vom fernen Podest tief im Herzen getroffen haben.

Als ihn die roten Fans im Winter als Verräter verabschiedeten, sagte Schumi: «Ferrari wird immer ein Teil meines Herzens bleiben!» Die Frage ist jetzt: Wann sieht Schumi rot, wenn der Silberpfeil nicht läuft und Rosberg ihn weiter demütigt?