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Sabotage: Vermiest Williams die Sauber-Rettung?

Peter Sauber hat am Dienstag den 66. Geburtstag im geliebten Laax gefeiert. Einer der wenigen freien Tage in der Zeit des Horrors.

Von Roger Benoit aus São Paulo | Aktualisiert um 08:32 | 04.11.2009
Peter Sauber und sein Lebenswerk. (Keystone)
Peter Sauber. (AP)
BMW-Motorsportchef Dr. Mario Theissen, BLICK-F1-Experte Roger Benoit und Peter Sauber (von links). (Dieci)
Peter Sauber und Ehefrau Christiane. (Dominik Baumann)
Peter Sauber exklusiv!
Team BMW-Sauber. (Keystone)
Lehrjahr 2001: Der neue Weltmeister Kimi Räikkönen lässt sich 2001 von Teamchef Peter Sauber in die Geheimnisse der Formel 1 einführen. Dann holte ihn McLaren für 30 Millionen Franken aus Hinwil... (Puskala)
Peter Sauber.
Robert Kubica im Gespräch mit Peter Sauber. (Keystone)
Peter Sauber analysiert die Formel 1 exklusiv für SonntagsBlick. (RDB)
Schweizer Formel-1-Legende Peter Sauber (l.) und Sportmoderator Rainer Salzgeber. (Philippe Rossier)
Steht auf saubere Autos: Ex-F1-Boss Peter Sauber.
Peter Sauber trauert um Clay Regazzoni. (Keystone)
ZÜRICH – Nicht nur Fiona Hefti engagiert sich: Auch Formel-1-Teamchef Peter Sauber, Ex-Nati-Spieler Stéphane Chapuisat und SF-Meteo-Wetterfee Cécile Bähler waren in Benefiz-Mission unterwegs. Das illustre Trio verteilte gestern bei der sogenannten Sternfahrt in 50 Kinderheimen und Waisenhäusern Geschenke. Die Aktion zugunsten von Unicef stand unter dem Motto «Mit Vertrauen gross werden – für eine gemeinsame Zukunft». Unterstützt wurde sie von BMW, Hasbro und Ferrero.
Peter Sauber mit seinem früheren Partner Didi Mateschitz. (Keystone)
Peter Sauber förderte früher im Mercedes-Junior-Team Schumis Karriere ebenfalls. (RDB)
Das war vor einem Jahr: Die ausgezeichneten Sportler des Jahres mit Edith Hunkeler (vorne), Köbi Kuhn, Marco Streller, Simone Niggli-Luder, Jonas Hiller, Tom Lüthi und Peter Sauber. (RDB)
Hat sichtlich Spass beim Chatten auf Blick: F1-Legende Peter Sauber. (Philippe Rossier)
Peter Sauber: Jahrelang führte er sein Team vom Kommandostand aus - jetzt gab er die Verantwortung ab. (Keystone)
F1-Legende Peter Sauber kam hoch zu Ross. (Keystone)
Peter Sauber gestern im Verkehrshaus: «Diese Ehrung hat mich gefreut!» (Keystone)
Es ist ein langer Kampf für Peter Sauber. (Julia Brütsch)
Mario Theissen mit Peter Sauber. (Keystone)
Drei Punkte zum Abschied: Peter Sauber und sein technischer Direktor Willi Rampf. (AP)
Peter Sauber und Flavio Briatore, Weltmeister-Macher in Diensten von Renault. (Keystone)
Lichtblick in der letzten Saison: Felipe Massa wechselt auf die nächste Saison hin zu Ferrari. (Keystone)
Peter Sauber und die beiden Piloten, mit denen das Team seine letzte Saison bestritt: Felipe Massa und der frühere Weltmeister Jacques Villeneuve. (Keystone)
Herzlich umarmt Peter Sauber seinen Fahrer Felipe Massa, der ihm nochmals drei Punkte schenkte. (Nicolas Todt)
Mario Theissen (BMW) stösst mit Christiane und Peter Sauber an. (Keystone)
Giancarlo Fisichella, Jacques Villeneuve, Peter Sauber (v.l.). (Keystone)
Ein Lenkrad für Bundespräsident Samuel Schmid. (Keystone)
Welche Strategie wählen Peter Sauber und Felipe Massa? (Keystone)
Peter Sauber am Mittwoch nach dem FIA-Gerichtstermin in Paris. (AP)
Platz 4: Peter Sauber gratuliert Felipe Massa. (Keystone)
Herzliche Umarmung: Massa und Sauber in Bahrain. (Keystone)
Jubiläum in der Wüste: 200. GP für Peter Sauber. (Keystone)
Lässt sich nicht in die Karten blicken: Peter Sauber. (Keystone)
Zufrieden: Peter Sauber mit Felipe Massa (l.) und Giancarlo Fisichella. (Keystone)
Wo nimmt Peter Sauber nur die Kraft her, um sein Team, mit dem er 1993 bis 2005 (meist glücklich) allein unterwegs war, in eine ­gesicherte Zukunft zu führen? Dass BMW nach nur vier Jahren Ehe mit Sauber den Bettel ­hinwarf, ist einfach stillos.

Dass dann die mit KERS ­kläglich gescheiterten Münchner aber kurz vor der Unterzeichnung des neuen Concorde Agreements (Formel-1-Gesetz) mit erhöhten Verkaufsforderungen Saubers ­Lebenswerk und 420 Hinwiler ­Arbeitsplätze gefährdeten, war für Sauber «der schlimmste Tag meiner Karriere».

Wer nicht offen kommuniziert, bekommt Probleme

Jetzt versucht BMW (mit Boxen-Bürokrat Theissen) zu retten, was noch zu retten ist. Mit einem Verkauf an den für viele immer noch mysteriösen Investor Qadbak. Es kommt, wie es kommen musste: Wer nicht offen kommunziert, bekommt ­Probleme. Ist der einst aus München offiziell angekündigte Verkauf schon über die Bühne? Eine klare Stellungnahme gibt es nicht.

Aber jetzt wird plötzlich der vierzehnte Startplatz 2010 zur Hauptsorge. «Wir können nicht mit Fahrern und Sponsoren verhandeln, wenn wir nicht sicher dabei sind», wird Theissen zitiert. Der Deutsche dürfte aber im Nachfolgeteam Qadbak (und wohl auch Sauber) kaum eingeplant sein.

Nun, Sauber schweigt noch. Er leidet. Auch unter seinem alten Weggefährten Frank Williams (67). Der Rollstuhl-General, dessen Autos zuletzt am 24. Oktober 2005 hier in São Paulo siegten (mit Montoya und BMW-Power), legte gegen Sauber-Qadbak sein Veto ein. Da nur 13 Teams im Concorde Agreement vorgesehen sind, braucht ein 14. ­Mitglied die Unterstützung der 13 andern Mannschaften.

Warum Frank Williams auf stur schaltet, ist jetzt klar: Er will Sauber dessen Super-Sponsor, den malaysischen Ölriesen Petronas ausspannen, hat schon Kontakte geknüpft.

Alte Rachegelüste gegen BMW – Sauber büsst

Wenn Sauber nicht kommt, dürfte Petronas weich werden. Da Williams 2010 den GP-Senior ­Rubens Barrichello (37) ins Team holt, könnte er auch Brasiliens Mineralöl-Gigant Petrobras ein­facher haben. Doch der Brite war schon einmal mit Petrobras zusammen, musste dann aber offenbar auf dessen Öl verzichten, weil Motorenpartner Toyota sich über mangelnde Qualität ­beklagte. Mit Motorschäden als Folge! Da musste sich Sauber in seinen dreizehn Petronas-Jahren nie Gedanken machen.

Dass Williams jetzt das böse Spiel treiben kann, hat auch die FIA zu verantworten. Chef Mosley (noch acht Tage im Amt) weiss genau, dass von den vier Neulingen Manor, Campos, Lotus und USF1 nicht alle vier in 21 Wochen beim Start in Bahrain dabei sind. Warum lässt man Sauber leiden?

Alte Rachegefühle von Mosley und Ecclestone gegen BMW sollten jetzt keine Rolle spielen. Dass Frank Williams sich jetzt ­unbarmherzig zeigt (oder will er Sauber sein Vetorecht gar ver­kaufen?), liegt an Ex-McLaren-Boss Ron Dennis. Der schnappte ihm dauernd die besten Deals weg: Stardesigner Adrian Newey (jetzt Red Bull), Pilot Montoya, Honda und den arabischen Milliardär Mansour Ojjeh.
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Rollstuhl-General Williams sabotiert die Rettung des Sauber-Teams. (AP)
Rollstuhl-General Williams sabotiert die Rettung des Sauber-Teams. (AP)
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