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Grösser könnte der Kontrast nicht sein: Am vergangenen Sonntag gastierte der Formel-1-Zirkus auf dem neuen Stadtkurs in Valencia. In einer Woche fahren wir auf der Naturrennstrecke in Spa – einem Klassiker im Kalender . Und nur sieben Tage später gehts auf den Hochgeschwindigkeitskurs in Monza, ebenfalls ein Herzstück der Grand-Prix-Szene.
Valencia hat mich absolut begeistert. Die Strecke im Hafenviertel unterscheidet sich sehr deutlich vom Stadtkurs in Monaco. Sie ist breiter, hat an den kritischen Stellen richtige Auslaufzonen und ist mit einer Höchstgeschwindigkeit von deutlich über 300 km/h auch markant schneller als Monte Carlo. Ich kann den Organisatoren nur ein riesiges Kompliment machen: Die Strecke hat eine tolle Atmosphäre und ist wirklich sehr aussergewöhnlich.
Diese Abwechslung braucht die Formel 1. Ab 2010 wird der Kalender wohl 20 Rennen umfassen, Südkorea und voraussichtlich Indien kommen dann hinzu. Natürlich ist es aus Sicht der Automobilhersteller und der Sponsoren wichtig, dass wir neue, aufstrebende Märkte erschliessen.
Allein in China, wo die Formel 1 seit 2004 gastiert, und in Indien leben zusammen fast zweieinhalb Milliarden Menschen. Dieses Potenzial erreichen wir mit den Rennen in Shanghai und Delhi. Gleichzeitig darf man aber nicht vergessen, dass das Herz der Formel 1 in Europa ist. Hier haben sich in den vergangenen Jahrzehnten die Tragödien abgespielt, hier wurden die Helden «geboren», die die Formel 1 berühmt gemacht haben. Für mich ist es deshalb wichtig, dass der GP-Kalender klassische Strecken mit neuen Kursen kombiniert.
Zurück zu Valencia: Während Nick Heidfeld gar nicht auf Touren kam, hat Robert Kubica mit Rang drei bewiesen, dass wir Ungarn als Ausrutscher abbuchen können. Valencia war übrigens bereits der achte Podestplatz 2008 für das BMW-Sauber-Team, womit wir schon zwei mehr haben als in den 13 Jahren mit dem alten Sauber-Team insgesamt! Ein beeindruckender Beweis, welche Fortschritte wir in so kurzer Zeit gemacht haben.
Für die zwei kommenden Rennen in Spa und Monza bin ich zuversichtlich, was unsere Stärke angeht. Spa ist eine Mutstrecke und deshalb bei den Piloten beliebt. Man fährt dort mit einem mittleren Abtriebsniveau, das bei unserem Auto ganz gut funktionieren sollte.
Eine wichtige Rolle spielt in Spa aber auch immer das Wetter. Nur selten gibt es dort Renntage, an denen es nicht mindestens einmal regnet. Und was für die Piloten besonders schwierig ist: Oft giesst es an einzelnen Stellen der Strecke, während es in andern Teilen trocken ist. Das stellt auch höchste Anforderungen an die Team-Strategen und die Boxencrew, die dann sehr schnell reagieren müssen.
In Monza haben wir diese Woche getestet. Es ist die schnellste Strecke im Kalender, deshalb verwenden dort alle Teams ein sogenanntes Low-Downforce-Paket. Das bedeutet nichts anderes, als dass man sehr kleine Flügel fährt, damit das Auto wenig Luftwiderstand hat und sehr schnell ist auf den Geraden.
Als Folge davon haben die Fahrzeuge viel weniger Abtrieb und sind beim Bremsen nicht sehr stabil. Das macht es anspruchsvoll für die Piloten. Einer, der solche Bremsmanöver ganz besonders mag, ist Robert Kubica. Nicht ganz zufällig fuhr der Pole 2006 in Monza in seinem erst dritten Grand Prix bereits aufs Podest.
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HARTE KRITIK: Nach Valencia musste Heidfeld böse Worte einstecken. In Monza fuhr er dann Test-Bestzeit – Nachdenken erlaubt! (Keystone)