Grössenwahn USF1 verarschte auch argentinische Regierung

  • Publiziert: 03.03.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Roger Benoit
play 25. Januar. USF1-Träumer Windsor (links) mit Argentiniens Staatspräsidentin Kirchner und Pilot Lopez. (Sutton-Images)

Noch 9 Tage bis zum ersten WM-Training der Formel 1 in Bahrain. Und noch ist nicht bekannt, wie viele Piloten am Start sind.

Peter Sauber (66) schüttelt nur den Kopf und sagt: «Eigentlich möchten wir gerne wissen, mit welchen Startnummern Pedro De la Rosa und Kamui Kobayashi 2010 herumfahren müssen. Mit der 24 und 25 oder mit der 26 und 27? Wir würden die Nummern noch gerne in Hinwil ausschneiden und anständig aufkleben!»

Dazu wird die Zeit knapp. Denn bereits am Freitag werden die zwei Hinwiler Autos mit rund 20 Tonnen Material nach München verfrachtet. Von dort geht die Flugreise dann an die Wüstenstrecke von Manama.

Das «heillose Chaos» (so Niki Lauda) geht noch auf die Kappe von Ex-FIA-Boss Max Mosley. Der Brite wollte dem verkrachten Zirkus unbedingt vier neue Teams aufzwingen, die alle bei Wiedereinsteiger Cosworth einen Motorenvertrag unterzeichnen mussten. Aus zwölf Kandidaten wurden vier ausgewählt. Mit Virgin und Lotus ist man jetzt gut bedient, auch wenn diese Autos noch rund drei Sekunden zu langsam sind. Bei Campos (das sofort Senna engagierte) ging plötzlich das Geld aus. Ein spanischer Geschäftsmann rettete das Team, das als zweiten Fahrer den Inder Chandhok will.

Eine ganz üble Nummer ist das USF1-Projekt von GP-Reporter Peter Windsor und Techniker Ken Anderson. Das inzwischen verkrachte Duo verarschte wochenlang die ganze Welt mit seinem Grössenwahn. Windsor liess sich für das Engagement von Pilot Lopez selbst von der argentinischen Regierung eine Million Franken ausbezahlen. Als das Geld da war, sagte man Lopez: «Sorry, wir haben kein Auto!» Ob Stefan GP für das bankrotte Team (Betrieb ist zu!) einspringen darf, ist noch offen.

play Campos: Homepage ausser Betrieb. (ZVG)